# taz.de -- Die Wahrheit: Corona Bavariae
       
       > Lebenslänglich Bayer: Ja, was ist denn jetzt recht eigentlich schuld
       > dran, dass es in Bayern grad net gut läuft? Im Folgenden ein paar Ideen.
       
       Weil die Bayern dauernd jodeln. Weil sie saufen wie die Löcher. Weil sie
       selbst im Lockdown fensterln. Weil sie glauben, dass sie anders sind. Weil
       sie ihre Lederhosen niemals waschen. Weil sie beim Fingerhakeln ihr
       Gegenüber fei ganz nah zu sich her ziehen. Weil sie sich nach dem Bieseln
       nie die Hände waschen. Weil sie insgesamt zurückgeblieben sind.
       
       Am Söder liegt’s, weil das ein Franke ist. Und an der CSU, weil die nichts
       kann – nur Korruption. Oder liegt es an den Freien Wählern, weil deren Chef
       ein echter Bauernfünfer ist? An der Jugend liegt es ganz bestimmt, die beim
       Saufen den Henkeleimer mit der Goaßnmass von einem Mund zum anderen wandern
       lässt. An der Kirche könnte es auch liegen, weil die tief im Süden noch
       beten, wenn andere schon mit dem Denken angefangen haben.
       
       Das Stammtischsitzen, das ist schuld. Und dass die Bayern so laut reden.
       Das laute Lachen über derbe Scherze gegen Österreicher, Tschechen und
       andere Asylanten könnte ihnen bald vergehen. Wer gern zum Wirt geht, wird
       selber Wirt für Viren.
       
       Geschnackselt wird woanders auch. Das allein kann es nicht sein. Dass die
       Bräuche schuld sind, ist gut möglich. In Bayern glauben sie ja, dass es
       Brauchtum braucht. Dass die Viren durch die Lüfte fliegen, wenn beim
       Schuhplattler die flache Hand aufs Lederhosenleder trifft, ist das
       vielleicht der Grund? Die jungen Dirndln, die beim Tanzen die Dirndlröcke
       kreiseln lassen, machen es nicht besser. Und die ganzen
       Wirtshausschlägereien! Wenn ganze Orte miteinander balgen, ist es kein
       Wunder, wenn die Inzidenzen in die Höhe schnellen.
       
       ## Fledermäuse in der Weißwurscht
       
       Am Fleisch könnte es liegen. Wer große Stücke Schwein verschlingt, der
       mischt auch Fledermäuse in die Weißwurscht. Und überhaupt: Wer süßen Senf
       isst, braucht sich nicht zu wundern. Kann überhaupt gesund sein, wer an
       Wurst denkt, wenn er sich Salat bestellt? Wer in die Leberkäsesemmel beißt,
       wenn sonst ganz Deutschland Knoppers isst, der ist doch selbst schon ein
       Mutant.
       
       Und diese Riesenbrezen, von denen erst der eine und dann die andere
       abbeißt, gehören die nicht längst verboten? Herr Lauterbach, was sagen Sie
       dazu? Dann ist da noch der Schnupftabak. Wer die Tabakkrümel von der
       ungewaschenen Hand durch die Nase Richtung Rachen zieht, liegt schnell mal
       auf der Intensivstation.
       
       Hilft die Hopfenimpfung, die junge Bayern mit der Firmung kriegen, doch
       nicht gegen alles? An der Lage Bayerns liegt es ganz bestimmt. Wo der
       Schatten der Berge die Hirne verdunkelt, kann sich der Horizont beim Denken
       ganz schlecht weiten. Und wenn der Toni mit der Vroni, kann es gut sein,
       dass er ihr Bruder ist. Denn inzestuös ist man da unten schon immer auch
       gewesen.
       
       Das Genmaterial ist halt anders bei den Bayern, auch wenn das Bayerngen nur
       Fußballspieler haben können, wie man liest. Genauso ist es. Oder anders.
       
       19 Nov 2021
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Andreas Rüttenauer
       
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