# taz.de -- Leggings für Rugby-Spieler: Revolution der Meggings
       
       > Bislang war den Rugby-Männern das Tragen von Leggings verboten. Nun hat
       > der Dachverband diese Regelung „aus Gründen des Wohlergehens“ geändert.
       
 (IMG) Bild: Einfach bequem
       
       In hautengen Hosen schreitet die Welt in Richtung
       Geschlechtergerechtigkeit: Männlichen Rugbyspielern ist es fortan erlaubt,
       Leggings zu tragen. Das gab der Weltverband World Rugby bekannt.
       
       Bislang blieb das Leggingstragen den Frauen vorbehalten, doch nun wurde die
       entsprechende Regelung angepasst. Die sogenannten Meggings, wie Leggings
       für Männer auch genannt werden, genehmigt der Verband aus „Gründen des
       Wohlergehens“. Die Leggings soll Abschürfungen an den Knien auf dem
       künstlichen Spielfeldrasen verhindern.
       
       Wie effektiv das Kleidungsstück die Spieler nun tatsächlich vor
       Schürfwunden bewahrt, bleibt ungewiss. Aber darum geht es nicht. Denn
       womöglich befreit das Tragen der Leggings die vermeintlich harten Kerle gar
       vom Joch der konstruierten Männlichkeit. Männlichkeit, die es harten Kerlen
       verbietet, Strumpfhosen zu tragen und sie mit blanken Beinen in der Kälte
       zittern lässt.
       
       Spätestens seitdem die norwegischen Beachhandballerinnen [1][bestraft
       wurden, weil sie Shorts statt Bikinihöschen zu einem Turnier trugen],
       spricht die Welt über die Absurdität von Kleidervorschriften für
       Sportlerinnen. Die walisische Weitspringerin Olivia Breen wurde ermahnt,
       weil ihre Shorts zu kurz und damit „unangemessen“ seien. Mit
       Ganzkörperanzügen hingegen wehrten sich die [2][deutschen Turnerinnen gegen
       die ständige Angst], ihre knappen Trikots könnten verrutschen, während die
       Kameras klicken.
       
       Zu kurz, zu lang, man(n) ist empört: Sportbekleidung ist anscheinend ein
       Politikum. „Wohlfühlen“ war bislang kein Kriterium für die Auswahl der
       Kleidung der Athlet:innen. Die Trikots der Frauen bei den diesjährigen
       Olympischen Spielen waren für viele interessanter als ihre Leistungen.
       Insofern gleicht es einer angenehmen Überraschung, dass die Diskussion um
       die Rugby-Leggings sich um männliche Athleten dreht.
       
       Die Leggings für den Mann findet derzeit ihren Weg in die Mitte der
       Modegesellschaft, auch abseits vom Sport. Der Twitter-Account
       „[3][Meggingsrebels]“ fordert gar eine Meggings-Revolution und postet
       Bilder von Männern, die sie tragen. Laut New York Times stieg der Verkauf
       von Leggings in Großbritannien 2020 zur Pandemiezeit um 61 Prozent, in den
       USA immerhin um 21 Prozent. Mann ahnte, was Frau längst wusste:
       Strumpfhosen sind bequem.
       
       14 Oct 2021
       
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