# taz.de -- Das einzig wahre Olympia: Fußball, Golf, Tennis? Kann weg!
       
       > Wie die Olympischen Sommerspiele zu einem schlanken, kostengünstigen und
       > fairen Sportfest werden können. Eine Reformagenda des taz-Sports.
       
 (IMG) Bild: Gewichtheben? Kann weg. Weil extremst dopingverseuchter Un-Sport
       
       Die Olympische Spiele bedürfen dringend einer Reform. Und so sollte sie
       aussehen.
       
       Die Olympischen Spiele der Neuzeit haben 125 Jahre auf dem Buckel. Sie sind
       im biblischen Alter, haben ein Bad im Jungbrunnen nötiger denn je. Das IOC
       hat zwar vor ein paar Jahren [1][eine Reform namens Agenda 2020]
       angestoßen, aber das war nichts Halbes und nichts Ganzes. Deswegen fordern
       wir radikale Schritte, um den Glanz der Games neu erstrahlen zu lassen.
       
       Zuerst müssen all jene Sportarten abgeschafft werden, die nicht bei den
       Spielen ihren Höhepunkt erleben, sondern außerhalb des Ringe-Reigens bei
       Grand Slams oder Weltmeisterschaften. Damit verabschieden wir uns vom
       Fußball, von Golf, Tennis, Rugby und Baseball. Auf der Kippe stehen all
       jene Sportarten, die im Zuge der olympischen Event-Aufhübschung ins
       Programm gehievt wurden und vielleicht doch besser bei den X-Games
       aufgehoben sind.
       
       Ebenfalls dran glauben müssen solche Sportarten, die nicht die Kriterien
       universeller Verbreitung und potenzieller Chancengleichheit erfüllen und
       nur in westlichen Industrienationen zur Reife gelangen, während viele
       olympische Sportarten vorzugsweise in Afrika, aber auch in Asien, Ozeanien,
       Süd- oder Mittelamerika gar nicht erst zu finden sind – oder nur im
       Kümmerwuchs.
       
       ## Erwünscht: Dressurreiter aus Burkina Faso
       
       Wir fragen: Wo ist der Dressurreiter aus Burkina Faso, wo der BMX-Fahrer
       mit Medaillenchancen aus El Salvador? Wo ist der Turmspringer aus Bhutan,
       wo sind die Wasserball-Olympiasieger aus Simbabwe?
       
       [2][Der olympische Elitismus] muss ein Ende haben. Entweder das IOC leitet
       noch mehr Gelder in die Entwicklungsgebiete oder belegt die führenden
       Nationen aus Deutschland, China, England, Australien oder die USA mit
       Handicaps beziehungsweise Startverboten. In der jetzigen Form ist der
       olympische Gedanke eine Heuchelei auf hohem Niveau. Aus der olympischen
       Gemeinde entlassen werden also: Dressurreiten, Vielseitigkeitsreiten,
       Hockey (Wackelkandidat), Wasserball und Synchronschwimmen.
       
       Dopingsportarten haben auch keine Chance mehr: Gewichtheben,
       Leichtathletik, Schwimmen, Boxen und Radfahren. Viel bleibt nicht mehr.
       Aber wollte das IOC die Spiele nicht eh verschlanken? Positive Nebeneffekte
       der Reform: Das Budget ließe sich auf eine Milliarde Dollar beschränken.
       Die IOC-Granden wohnten im Olympischen Dorf. Und die Spiele dauern wirklich
       nur noch 14 Tage. Das wäre ein Spektakel!
       
       5 Aug 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://cdn.dosb.de/alter_Datenbestand/Bilder_allgemein/Veranstaltungen/Olympische_Spiele/Dokumente/Olympische_Agenda_2020_20-20_Empfehlungen_22012014.pdf
 (DIR) [2] https://www.bisp-surf.de/dokumente/1976_04_005.pdf
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Markus Völker
       
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