# taz.de -- Explosion im Chemiepark von Leverkusen: Keine Entwarnung
       
       > Über Schadstoffrückstände nach dem schwerem Chemieunglück in Leverkusen
       > herrscht keine Klarheit. Gesucht wird weiter nach vier Vermissten.
       
 (IMG) Bild: Nach der schweren Explosion in Leverkusen geht die Suche nach den Vermissten weiter
       
       Berlin taz | Zwei Tage nach der [1][schweren Explosion in einer
       Müllverbrennungsanlage] für Sondermüll der Firma Currenta im Chemiepark von
       Leverkusen ist weiter unklar, wie gefährlich der niedergefallene Ruß für
       die Bevölkerung in den umliegenden Stadtteilen ist. Das
       nordrhein-westfälische Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz
       (Lanuv) teilte am Donnerstag mit, die Untersuchungen würden noch andauern.
       Die Proben würden derzeit in einem Dioxinlabor in Essen analysiert. Erste
       Ergebnisse gebe es wahrscheinlich am Freitag.
       
       Drei Tanks mit organischen Lösungsmitteln waren am Dienstag im Zuge der
       heftigen Explosion in Brand geraten. In den Tanks befanden sich nach
       Schätzungen der Betreiber bis zu 900.000 Liter chlorhaltige Lösungsmittel.
       Daraus können bei Bränden Dioxinverbindungen entstehen, die
       gesundheitsgefährdend sind. Das Lanuv befürchtet, dass mit der
       Rauchentwicklung „Dioxin,- PCB- und Furanverbindungen“ in die Umgebung
       geraten sind. In der Luft haben die Expert:innen bislang keine
       gesundheitsgefährdenden Stoffe festgestellt.
       
       Unterdessen ging am Donnerstag die Suche nach den fünf Vermissten weiter.
       Doch die Hoffnungen schwinden, dass die Vermissten überlebt haben.
       Mindestens zwei Mitarbeiter kamen bei der Explosion ums Leben. 31 weitere
       wurden verletzt, davon einer schwer. Die Polizei begann am Unglücksort auch
       mit der Ermittlung der Explosionsursache.
       
       Die Initiative [2][Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG)] weist darauf
       hin, dass es in dem Entsorgungszentrum nicht das erste Mal zu einem
       Störfall gekommen ist. 2011, als der Chemie-Riese Bayer noch die Mehrheit
       über Currenta hielt, sei nach einem Störfall ein Sandregen über Teile
       Leverkusens niedergegangen.
       
       „Die Müllverbrennung ist umgeben von dichten Wohngebieten mitten auf der
       „größten Giftmülldeponie Europas“ in unmittelbarer Nähe eines der größten
       Chemiewerke der Welt sowie nur eine Rheinbreite getrennt von der
       Millionenstadt Köln“, kritisiert die Initiative. „Explosionen dieser Art
       können eine Kettenreaktion auslösen und in einen Chemie-GAU münden.“ Seit
       Jahren fordert die Initiative mehr Schutz.
       
       29 Jul 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Unglueck-in-Leverkusener-Chemiepark/!5790068
 (DIR) [2] https://www.cbgnetwork.org/1.html
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Felix Lee
       
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