# taz.de -- Ökologische Transformation: Versicherung nur für Klimafreunde
       
       > Große Player der Versicherungsbranche wollen sich am 1,5-Grad-Ziel
       > ausrichten. Dafür haben sie ein neues Netzwerk gegründet.
       
 (IMG) Bild: Die Net-Zero Insurance Alliance will sich am 1,5-Grad-Ziel orientieren
       
       Berlin taz | Acht (Rück-)Versicherer wollen ihr Versicherungsportfolio bis
       2050 klimaneutral machen. So wollen sie dazu beitragen, dass die
       Erderhitzung in diesem Jahrhundert die 1,5 Grad nicht knackt.
       
       Dafür haben sie am Sonntag [1][die Net-Zero Insurance Alliance (NZIA)
       gegründet]. Zur Gruppe gehören die Allianz und die Münchner Rück aus
       Deutschland, die Aviva aus Großbritannien, die Swiss Re und Zurich aus der
       Schweiz sowie die Axa und Scor aus Frankreich.
       
       Wie wagemutig das übergeordnete Ziel ist, darüber lässt sich streiten: 2050
       will die EU ja als Ganzes klimaneutral sein, Gleiches gilt für die USA und
       Kanada. Das ist laut dem Weltklimarat für das 1,5-Grad-Ziel auch weltweit
       geboten.
       
       Es dürfte 2050 also kaum noch Unternehmen geben, die dem Kriterium der
       Versicherer nicht entsprechen. Die Mitglieder des neuen Netzwerks wollen
       sich aber auch noch jeweils eigene Zwischenziele setzen, die sie alle fünf
       Jahre aktualisieren.
       
       ## Lob und Antrieb von Klimaschützer:innen
       
       Klimaschützer:innen begrüßen die Ankündigung – nur „vorsichtig“
       allerdings, wie es beim Bündnis Insure our Future heißt, in dem sich
       mehrere europäische Gruppen zusammengeschlossen haben.
       
       „Die NZIA-Verpflichtungserklärung macht klar, dass der wirkliche Einfluss
       von (Rück)Versicherern in dem liegt, was sie versichern und was nicht“,
       sagte Angelina Dobler von der Schweizer Kampagnenorganisation Campax.
       „Dieser ist noch größer [2][als der ihrer Investitionen].“ Das Argument:
       Einen Financier findet ein Fossilkonzern vielleicht auch in einer anderen
       Branche. Ohne Versicherung sieht es aber für jegliches Projekt schlecht
       aus.
       
       Regine Richter von Urgewald wünscht sich aber auch, dass fossile Konzerne
       schnell Absagen bekommen. „Allianz, Axa, Munich Re und Zurich gehören
       international zu den zehn wichtigsten Schadens- und Unfallversicherern im
       Öl- und Gasbereich“, sagte sie. „Sie müssen sich verpflichten, keine neuen
       Öl- und Gasprojekte abzusichern und das so schnell wie möglich, wenn ihre
       Klimaambitionen ernst genommen werden sollen.“
       
       12 Jul 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.unep.org/news-and-stories/press-release/global-insurance-and-reinsurance-leaders-establish-alliance
 (DIR) [2] /NGO-wertet-Investitionen-aus/!5753950
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Susanne Schwarz
       
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