# taz.de -- Plagiatsjäger zu Vorwurf gegen Grüne: „In das Thema Baerbock verbissen“
       
       > Stefan Weber wirft der Grünen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock vor,
       > abgeschrieben zu haben. Die taz hat mit ihm gesprochen.
       
 (IMG) Bild: Teilweise kopiert? Baerbocks Buch „Jetzt: Wie wir unser Land erneuern“
       
       Herr Weber, Sie erheben den Vorwurf, Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena
       Baerbock [1][habe Teile ihres Buches „Jetzt“ abgeschrieben.] Werden Sie für
       diese Untersuchung bezahlt? Wenn ja, wer ist der Auftraggeber?
       
       Ich habe keinen Auftraggeber und bekomme für meine Nachforschungen zu
       Annalena Baerbock kein Geld. Ich mache das unbezahlt aus wissenschaftlichem
       Interesse und reiner Neugier. Natürlich ist da auch ein bisschen
       sportlicher Ehrgeiz im Spiel, es geht ja um eine Kanzlerkandidatin.
       
       Warum interessiert Sie das Thema Baerbock so sehr? 
       
       Ich habe mich in das Thema Baerbock verbissen. Die Debatte begann ja mit
       der Frage, ob sie den Bachelor hat oder nicht. Die Überprüfung von
       [2][Lebensläufen], Doktorarbeiten und anderen Veröffentlichungen ist mein
       auch berufliches Metier. Der Fall hat mich damals brennend interessiert.
       Seitdem bleibe ich dran – und habe ja schon mehrere Schlampereien in ihrem
       Lebenslauf nachgewiesen.
       
       Wie argumentieren Sie, dass eine Urheberrechtsverletzung vorliegt? 
       
       Die Frage einer Urheberrechtsverletzung ist gegenüber dem Plagiatsvorwurf
       sekundär. Mir geht es um Zitierethik, nicht ums Urheberrecht, dessen
       Kritiker ich sogar bin. Dennoch halte ich absatzweise wörtliche Übernahmen
       für urheberrechtlich problematisch.
       
       Auch Baerbocks Masterarbeit wollen Sie durchleuchten. Wie reagiert
       Baerbocks frühere Universität, die London School of Economics, auf den
       Wunsch, die Masterarbeit einsehen zu dürfen? 
       
       Stefan Weber: Die LSE weigert sich bisher, die Masterarbeit von Annalena
       Baerbock herauszugeben. Ich bleibe dran – unter Berufung auf den Freedom of
       Information Act.
       
       Haben Sie vor, auch Texte zu überprüfen, die CDU-Kanzlerkandidat Armin
       Laschet und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz verfasst haben? 
       
       Zu Laschet und Scholz plane ich nichts, das sollen andere machen. Bei mir
       steht jetzt erstmal an, das Baerbock-Buch komplett zu durchleuchten. Ich
       habe schon wieder zwei neue problematische Stellen gefunden.
       
       30 Jun 2021
       
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 (DIR) Ulrich Schulte
       
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