# taz.de -- Weltraumkommando der Bundeswehr: Rücksturz zur Erde
       
       > Nun kümmert sich Deutschland auch um den Weltraum. Vielleicht ist es der
       > Beginn einer glorreichen neuen Epoche der deutschen
       > Kolonisierungsgeschichte.
       
 (IMG) Bild: Mission Zukunft: Die Bundeswehr wird Weltraumschrott beseitigen
       
       [1][Die Bundeswehr] hat eine neue Spielzeugabteilung: Am gestrigen Dienstag
       installierte Verteidigungsministerin [2][Annegret Kramp-Karrenbauer das
       neue „Weltraumkommando“] der Bundeswehr. Unter den Fittichen der Luftwaffe
       soll es in Zusammenarbeit mit dem Kommando Cyber- und Informationsraum am
       Standort Kalkar-Uedem betrieben werden. Endlich greift Deutschland auch
       bewaffnet nach den Sternen. Viel zu lange haben die kleinen Funkelstrolche
       dort oben am Himmelszelt gemacht, was sie wollten – Magnetstürme, schlechte
       Horoskope –, nun werden sie Laserschwert und Strahlenkanone Mores lehren.
       
       Vielleicht könnte so auch eine glorreiche neue Epoche der deutschen
       Kolonisierungsgeschichte anbrechen. Noch ist der Weltraum nicht komplett
       aufgeteilt. Gewiss sehnt sich der Saturn nach einer coolen Schutzmacht, wie
       der MediaMarkt sie schon besitzt.
       
       Zum geplanten Aufgabenfeld der Raumpatrouille „Hardthöhe“ gehören zunächst
       jedoch die Sicherung des Luftraums, der Schutz der zivilen und
       militärischen Infrastruktur im All sowie die Beobachtung von
       Weltraumschrott. Wenn [3][im Herbst die Grünen] an die Macht kommen, wird
       der vielleicht nicht mehr nur beobachtet, sondern endlich auch vernünftig
       getrennt: Asbest, Plastik, Bio, Gammastrahlen.
       
       „Deutschland ist in vielerlei Hinsicht von der Nutzung des Weltraums
       abhängig“, weiß die Zeit, der das Thema ebenfalls ein stolzer Zehnzeiler
       wert ist, und der Leserin fällt dazu natürlich als Erstes ein: Regen,
       Sonnenschein und nachts ein wenig Dunkelheit, damit man besser schlafen
       kann. Damit kommen die Deutschen zurecht, das ist ihr Niveau, das können
       sie vermutlich noch so eben händeln. Doch eine höherschwellige Nutzung möge
       man lieber den kompetenten Raketennationen (USA, Russland, China)
       überlassen.
       
       ## Mit Dieselantrieb auf Nimmerwiedersehen in den Orbit
       
       Denn allzu sichtbar ist die Überforderung der Bundeswehr schon jetzt auf
       dem Gebiet herkömmlicher Militärtechnik. [4][Düsenflieger, die nicht
       abheben,] Gewehre, die krumm schießen und last, but not least, das stets
       hart am Rande der Debilität surfende Personal, das man nie und nimmer
       konstruktiv auf den Mond schießen möchte.
       
       Zwar ist Inklusion eine feine Sache und die Verbindung aus Größenwahn und
       Pfusch hat im deutschen Militär seit jeher gute Tradition. „Flieger grüß
       mir die Sonne …“, sang einst der pervitingeputschte Himmelsmörder – doch
       wo das endete, wissen wir alle. „Landser, bleib auf der Erde“, möchte man
       der Heeresleitung daher exklusiv und kostenlos einen modifizierten Songtext
       dichten, „bleib im Graben und bleib auf dem Feld …“
       
       Denn sollen wir wirklich Soldaten in Holzraumschiffen mit Dieselantrieb auf
       Nimmerwiedersehen in den Orbit schicken? Ehe die ihre Antimaterierevolver
       aus dem Raumanzug gefummelt und scharf gemacht haben, hat der arglistige
       Chinese doch längst mit seinem Weltraumkescher den Fernsehsatelliten des
       ZDF abgefischt, um die Ausstrahlung des „Traumschiffs“ zu sabotieren und
       unsere Nation auf diesem Wege noch mehr zu destabilisieren.
       
       So wie es ja auch bei Heer und Marine jeweils verschiedene
       Dienstgradbezeichnungen gibt, brauchen wir nun als allererstes analoge
       Ränge für die Space Force der Bundeswehr. Der Schütze/Jäger/Matrose wird
       zum „Astronauten“, der Feldwebel/Bootsmann zum „Mondmann“ und der
       General/Admiral heißt ab sofort „Darth Vader“. Die Nomenklatur muss
       möglichst bald geregelt werden, die ist ja schließlich traditionell das
       Wichtigste in der Armee. Denn wenn man nicht weiß, wer vor wem Männchen
       machen muss, wuseln alle wild durcheinander und der Krieg ist schon so gut
       wie verloren. Aber wahrscheinlich ist er das ohnehin, da der Weltraum
       längst den Mächtigeren gehört.
       
       13 Jul 2021
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [3] /Annalena-Baerbock/!t5469290
 (DIR) [4] /Hoehere-Ruestungsausgaben/!5774347
       
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