# taz.de -- Tarifstreit an der FU Berlin: Gar nicht flauschig
       
       > Ungleiche Bezahlung an der Freien Universität Berlin: Protest für eine
       > tarifgebundene Weiterbeschäftigung von drei Tierärzt*innen am Freitag.
       
 (IMG) Bild: Ungleiche Bezahlung für Tierärz*innen: Da sind sogar die Katzen sauer (Symbolfoto)
       
       Berlin taz | „Ausbeutung“ lautete das mit großen Einzelbuchstaben
       zusammengesetzte Wort. Getragen wird es von GewerkschafterInnen, wenn sie
       vor der Kleintierklinik der Freien Universität Berlin (FU) protestieren.
       Das ist in den letzten Wochen öfter passiert. Denn [1][der Personalrat der
       FU] fordert die Einstellung bzw. die Weiterbeschäftigung von drei
       KollegInnen im Fachbereich Veterinärmedizin, die vom FU-Präsidium bisher
       abgelehnt wird.
       
       Hintergrund ist die Forderung des Personalrats Dahlem, sie nach dem für die
       FU anzuwendenden Tarifvertrag der Länder FU (TV-L FU) einzugruppieren –
       anstatt sie außerhalb des TV-L FU deutlich niedriger zu bezahlen. „Die
       Forderung nach einer tarifgerechten Bezahlung ist wichtiger Bestandteil der
       Alltagsarbeit eines Personalrates und kein Hinderungsgrund für die
       Einstellung – das zeigt schon die Tatsache, dass parallel zu den drei
       Einstellungsverweigerungen durch das Präsidium eine vierte, gleichlautende
       Stelle besetzt wurde“, erklärt der Verdi-Vertrauensmann, der nicht
       namentlich genannt werden will. Ein Mitglied der Verdi-Betriebsgruppe
       spricht gegenüber der taz von Erpressung.
       
       Den drei VeterinärmedizinerInnen seien bereits Zusagen gemacht worden, die
       vom FU-Präsidium kurzfristig wieder zurückgezogen wurden. Ihnen droht jetzt
       Arbeitslosigkeit. Dabei wird an den Tierkliniken dringend Personal
       gebraucht.
       
       Weil sich in der Coronapandemie mehr Menschen Haustiere angeschafft haben,
       werden die Tierkliniken mehr frequentiert. Die Zahl der
       Überlastungsanzeigen des Personals habe in der letzten Zeit zugenommen,
       erklärt der Verdi-Vertrauensmann.
       
       ## Motivation für andere Beschäftigte
       
       Die Beschäftigen stellen sich auf eine längere Auseinandersetzung ein und
       bekommen Unterstützung von solidarischen Studierenden und der Berliner
       Aktion gegen Arbeitgeberunrecht (BAGA), die seit mehreren Jahren
       betriebliche Kämpfe unterstützt. Sie hatte auch den [2][Kampf der
       Beschäftigten des Botanischen Gartens] bei ihren erfolgreichen Kampf gegen
       das mit massiven Lohnverlusten verbundene Outsourcing unterstützt (taz
       berichtete).
       
       Der Erfolg der Beschäftigten beim Botanischen Garten motiviert auch andere
       Beschäftigte an der FU. Zumal Karsten Schomaker, der für Personalfragen
       beim Botanischen Garten zuständig war, mittlerweile Verwaltungsleiter bei
       den Tierkliniken ist.
       
       Am heutigen Freitag organisiert die Verdi-Betriebsgruppe an der FU
       gemeinsam mit solidarischen Studierenden und BAGA ab 12.30 Uhr eine erneute
       Protestaktion für die Einstellung der VeterinärmedizinerInnen vor den
       Tierkliniken am Oertzenweg 19b.
       
       24 Jun 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Berliner-OVG-weist-Klage-ab/!5747271
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Peter Nowak
       
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