# taz.de -- Karsamstag über sein Selbstverständnis: „Aber ich bin“
       
       > Der Karsamstag ist nicht gerade ein Leistungsträger unter den Ostertagen.
       > Im taz-Interview reklamiert er dennoch seine Bedeutung als Zwischendings.
       
 (IMG) Bild: Eher mit Blumenerde an den Händen als im religiösen Raum des ‚Zwischen‘: typisch Karsamstag
       
       taz: Na, du Lusche? 
       
       Karsamstag: Bitte? Meinen Sie mich?
       
       Genau, Karsamstag. Das ist doch nix! Karfreitag wurde Jesus umgebracht,
       Sonntag ist er auferstanden – halleluja! Dazwischen ist einfach: Samstag. 
       
       Am Samstag [1][kam das Sams zurück …] 
       
       Ja, ja, Sonntag Sonne, Montag kam Herr Mon, Dienstag war Dienst – lenk
       nicht ab. 
       
       Sie haben keine Ahnung, oder? Bei den Römern war der Samstag der erste
       Wochentag, der Saturday, Tag des Saturns, des obersten Planeten!
       
       Googlen kann ich auch. 
       
       Und das deutsche Samstag leitet sich [2][vom jüdischen Schabbat] ab. Der
       Samstag ist der heilige Tag, an dem Ruhe sein soll. Der Tag, an dem Gott
       seine Schöpfung betrachtet: 1. Buch Mose.
       
       Von wegen heilig. Da wird geshoppt, bis die Maske rutscht. 
       
       Ich hätte die [3][Osterruhe auch gut gefunden].
       
       Weil du dann endlich mal etwas Besonderes gewesen wärst. 
       
       Bin ich ja sowieso.
       
       Wer sagt das? 
       
       Petra Bahr, in der [4][aktuellen Ausgabe der Christ und Welt]. Das ist die
       Beilage für das gehobene Christentum der Zeit. Der Chefredakteur war mal
       Ihrer.
       
       Who the fuck? 
       
       [5][Georg Löwisch.] 
       
       Nein, die Frau. 
       
       Regionalbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover und
       Mitglied des Deutschen Ethikrats. Die findet mich richtig gut.
       
       Über Geschmack kann man nicht streiten. 
       
       „Ich bin zu einer Karsamstagschristin geworden, gefangen in einem Warteraum
       aus Zuversicht und ihrem Gegenteil“, schreibt sie.
       
       Ach Gottchen. 
       
       Hören Sie doch mal zu. „Als Übergang wird er“ – also ich – „eher mit
       Blumenerde an den Händen und als Vorbereitung von Osterbrunches als im
       religiösen Raum des ‚Zwischen‘ verbracht, als könne man diese Spannung
       zwischen Tod und Verheißung nicht aushalten.“ Und jetzt kommt’s! „Dabei hat
       sich im Rückblick mein ganzes letztes Jahr wie ein Karsamstagsjahr
       angefühlt.“
       
       Wir sind Karsamstag? 
       
       Nein, sie sagt, dass ich eine ganz eigene Qualität habe: „Das ‚Alles wird
       gut‘ darf bezweifelt werden am Karsamstag.“ Sie müssen nicht so tun, als
       sei alles in Ordnung. Sie dürfen jammern und müssen sich nicht
       zusammenreißen.
       
       Langweilig bist du trotzdem. 
       
       Aber ich bin.
       
       3 Apr 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Sams-Autor-Paul-Maar-wird-80/!5465229
 (DIR) [2] /Juedische-Aktionswoche-der-CDU/!5695340
 (DIR) [3] /Merkels-Absage-des-Osterlockdowns/!5757138
 (DIR) [4] https://www.zeit.de/2021/14/karsamstag-christentum-religion-bedeutung-osterfest
 (DIR) [5] /Archiv-Suche/!5679258&s=l%C3%B6wisch+GEorg+L%C3%B6wisch&SuchRahmen=Print/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Eiken Bruhn
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Christentum
 (DIR) Evangelische Kirche
 (DIR) Ostern
 (DIR) Israel
 (DIR) GNS
 (DIR) CDU
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Fehlende Touristen in Jerusalem: Allein mit Jesus
       
       Eigentlich schieben sich Ostern Pilgermassen aus aller Welt durch die Via
       Dolorosa. Zu Besuch in einer Stadt, der die Berufung abhandengekommen ist.
       
 (DIR) Merkels Absage des Osterlockdowns: Die Schuldbremse
       
       Die Kanzlerin hat die umstrittene „Ruhetage“-Entscheidung zurückgenommen
       und die Schuld für Fehler auf sich genommen. In der Union wächst die
       Unruhe.
       
 (DIR) Jüdische Aktionswoche der CDU: Komm, wir spielen Juden!
       
       Mit der Aktion „Von Schabbat zu Schabbat“ will die CDU jüdisches Leben
       abbilden. Doch Jüdinnen und Juden sind nur Projektionsfläche deutscher
       Folklore.