# taz.de -- Zweites Ostern in der Pandemie: Digitale Andacht und Hostien to go
       
       > Trotz steigender Coronazahlen bleiben Präsenzgottesdienste an Ostern
       > erlaubt. Gemeinden setzen dennoch vor allem auf digitale Formate.
       
 (IMG) Bild: So sicher wie das Amen in der Kirche: Gottesdienste werden auch an Ostern 2021 vielerorts gestreamt
       
       Berlin taz | Die Aufregung war groß, als Bund und Länder in der vergangenen
       Woche den Wunsch äußerten, die Kirchen mögen an Ostern auf
       Präsenzgottesdienste verzichten. Nur einen Tag später wurde diese Bitte
       wieder zurückgezogen. Trotz [1][stark steigender Infektionszahlen] dürfen
       die diesjährigen Ostergottesdienste also vor Ort stattfinden. Sowohl die
       katholische als auch die evangelische Kirche wollen auf eine Mischung aus
       Online- und Präsenzformaten setzen.
       
       Wie genau das aussieht, wird vor Ort entschieden. Im Falle der katholischen
       Kirche liegt die Verantwortung bei den Bistümern, in der evangelischen
       Kirche geben die Landeskirchen Empfehlungen an ihre Gemeinden, in denen sie
       meist dazu raten, ab einem Inzidenzwert von 200 auf Präsenzveranstaltungen
       zu verzichten.
       
       Tatsächlich setzen zahlreiche Gemeinden bereits von sich aus an den
       Feiertagen verstärkt auf digitale Formate: „Es gibt schon auch viele, die
       sagen: ‚Wir persönlich können das nicht verantworten, wir machen das in
       einer anderen Form‘ “, erklärt Anna Neumaier, Religionssoziologin an der
       Ruhr-Universität Bochum, gegenüber der dpa. Und ein Blick in die Kalender
       der Kirchen zeigt: Zahlreiche Gemeinden planen ihre Ostergottesdienste auf
       Youtube oder Andachten bei Zoom. Für Menschen ohne Internetzugang gibt es
       oft die Möglichkeit, per Telefon teilzunehmen.
       
       Die digitalen Formate seien bereits im vergangenen Jahr sehr gut angenommen
       worden, berichten Vertreter*innen der katholischen und der
       evangelischen Kirche. Neben den Onlineveranstaltungen organisieren viele
       Gemeinden kleinere Aktionen vor Ort – etwa Stationswege, Ostergärten oder
       ein Abendmahl „to go“. Die katholischen Bistümer und die Evangelische
       Kirche in Deutschland (EKD) stellen auf ihren Internetseiten zudem
       Materialien zur Verfügung, mit denen die Gläubigen Gottesdienste und
       Andachten zu Hause gestalten können. Und natürlich werden wieder zahlreiche
       Gottesdienste in Fernsehen und Radio übertragen.
       
       ## Bewährte Schutzkonzepte
       
       Bleibt die Frage: Braucht es dann angesichts steigender Infektionszahlen
       wirklich noch Präsenzgottesdienste? Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm,
       Ratsvorsitzender der EKD, argumentiert im Deutschlandfunk, die
       Präsenzgottesdienste seien vor allem deshalb wichtig, weil manche Menschen
       online nicht erreicht würden. Das betreffe viele ältere und einsame
       Menschen, die „den persönlichen Zuspruch und die Spiritualität des
       Kirchenraumes“ bräuchten, sagt der Pressesprecher der EKD, Carsten Splitt.
       
       Auch Matthias Kopp, Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz (DBK),
       erklärt, man habe eine Verpflichtung, „dem religiösen Grundbedürfnis der
       Menschen gerecht zu werden, gerade am höchsten christlichen Fest“. Dies
       geschehe „mit Vorsicht und unter höchster Verantwortung“.
       
       Die Schutzkonzepte beinhalten Voranmeldungen, Abstandsregeln und
       Maskenpflicht. Auf Gesang wird verzichtet. Diese Konzepte hätten sich
       bereits im vergangenen Jahr bewährt, sagen die Kirchen. Um das
       Infektionsrisiko gering zu halten, planen einige Gemeinden zudem
       Open-Air-Gottesdienste.
       
       1 Apr 2021
       
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