# taz.de -- Brand in Flüchtlingslager in Jemen: Mehr als 80 Tote
       
       > Huthi-Rebellen haben offenbar Informationen zum Feuer in Flüchtlingslager
       > in Jemen vor einigen Tagen zurückgehalten. Viele schweben in
       > Lebensgefahr.
       
 (IMG) Bild: Ein Flüchtlingslager nahe der jemenitischen Hauptstadt Sanaa am 20. Februar 2021 (Symbolfoto)
       
       Sanaa dpa | Bei dem Brand in einem Flüchtlingslager in der jemenitischen
       Hauptstadt Sanaa am Sonntag sind medizinischen Kreisen zufolge mehr als 80
       Menschen ums Leben gekommen. Die meisten der weiteren 150 Verletzten
       schwebten in Lebensgefahr, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch.
       Die meisten Opfer seien Migranten. Die Internationale Organisation für
       Migration (IOM) hatte zunächst von acht Toten und 170 Verletzten
       gesprochen. Laut IOM waren fast 900 Migranten vorwiegend aus Äthiopien dort
       untergebracht.
       
       Die Huthi-Rebellen, die den Norden des Landes einschließlich der Hauptstadt
       Sanaa kontrollieren, hätten strenge Regeln in den Krankenhäusern erlassen,
       hieß es aus medizinischen Kreisen. Vertreter und Augenzeugen dürften nicht
       öffentlich über den Brand oder die Zahl der Opfer sprechen. Die
       Huthi-Rebellen kommentierten den Brand zunächst nicht.
       
       Die jemenitische Menschenrechtsorganisation Mwatana for Human Rights teilte
       mit, dass einige der Verletzten festgenommen worden seien. Ihnen werde
       [1][humanitäre Hilfe] und der Besuch von Angehörigen verwehrt.
       
       Die Organisation berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, dass zwischen
       Migranten und Huthi-Aufsehern Streit ausgebrochen sei. Als dieser
       eskalierte, hätten die Aufseher „rauchende Projektile“ durch das Fenster
       geworfen. Diese seien explodiert und hätten den Brand verursacht. Im
       Internet kursierte ein Video, das Szenen nach dem Brand zeigen soll. In
       einem ausgebrannten Raum liegen mehrere verkohlte Leichen teils
       übereinander am Boden.
       
       Im Jemen kämpft ein [2][von Saudi-Arabien geführten Militärbündnis] an der
       Seite der Regierung gegen die vom Iran [3][unterstützten Huthi-Rebellen].
       Trotz des Krieges brechen jedes Jahr Zehntausende Afrikaner in den Jemen
       auf, unter anderem, um von dort auf der Suche nach Arbeit in Richtung der
       reichen Golfstaaten zu reisen. Allein im Januar zählte die IOM die Ankunft
       von 2500 Migranten aus Äthiopien und Somalia.
       
       10 Mar 2021
       
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