# taz.de -- Gratis-Schnelltests in Berlin: Nicht alles so negativ
       
       > Seit dem Start der Gratisschnelltests gibt es in Berlin Anlaufprobleme.
       > Manchmal geht's aber auch überraschend unkompliziert.
       
 (IMG) Bild: Ansturm sieht anders aus: freie Bahn für den Coronaschnelltest
       
       Berlin taz | Bis auf ein Schild vor dem unscheinbaren Betonbau deutet wenig
       darauf hin, dass hier eins der [1][16 neuen Gratisschnelltestzentren]
       steht. Weder Schlangen noch Gedränge findet man hier an diesem
       Dienstagvormittag. Nur ein paar maskierte Menschen, die auf ihr Handy
       starren. Vermutlich warten sie auf ihre Testergebnisse, die rund eine
       Viertelstunde nach dem Test kommen sollten.
       
       Die Sporthalle der Carl-von-Ossietzky-Schule in Kreuzberg sieht gerade eher
       aus wie ein Labor. Seit Anfang der Woche ist sie Teil der neuen
       Teststrategie, hier gibt es wie in anderen drei Standorten Tests ohne
       Termin. Wer dort ankommt, muss erst mal einen QR-Code vorzeigen. Um den zu
       bekommen, registriert man sich auf Webseite [2][www.test-to-go.berlin]. Wer
       kein Smartphone hat, kann seine Daten auch handschriftlich per Formular
       abgeben.
       
       Mit Code und Ausweis kommt man ohne große Umschweife direkt ins Testcenter.
       Durch die umfunktionierte Turnhalle der Gemeinschaftsschule geht es in
       eines der vier kubischen Testseparees. Begrüßt werde ich dort durch einen
       jungen Mediziner in Ganzkörper-Schutzanzug, der mich über den weiteren
       Ablauf informiert. Dabei hält er mir eindrücklich ein überdimensionales
       Wattestäbchen vor das Gesicht und erklärt, dass es gleich in voller Länge
       in meiner Nase verschwinden wird. „Ich entschuldige mich im Vorhinein“,
       sagt er immerhin.
       
       ## Überraschend reibungsloser Testablauf
       
       Ganz so unangenehm wird es dann aber gar nicht. Und ebenso schnell wie die
       Probe entnommen wurde, bin ich auch schon wieder aus dem Gebäude raus.
       Vielleicht fünf Minuten dauert das ganze Prozedere. 16 Minuten nach dem
       Test heißt es dann per Mail und auf der Webseite der Testfirma 21Dx: Ihr
       Testergebnis ist negativ. Das ist natürlich angenehm, ebenso wie der
       überraschend reibungslose Testablauf insgesamt. Seit einiger Zeit gibt es
       über die deutsche Coronastrategie ja wenig Positives zu vermelden.
       
       Ebenso scheint auch der Start in die Gratistests seine Probleme zu haben.
       Als ich mir ursprünglich einen Test mit Termin sichern will, wird mir einer
       in Kreuzberg frühestens in einer Woche angeboten. Ein Kollege aus
       Zehlendorf kann da nur lachen: Als frühester Termin wurde ihm ein Datum im
       Juni genannt. Mittlerweile ist dort, wie auch in anderen Bezirken, gar kein
       Termin mehr erhältlich.
       
       Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) bestätigte die Startprobleme am
       Dienstag. Sie wies darauf hin, dass Berliner:innen auch andere
       Testangebote nutzen sollten, etwa von Apotheken. „Sehr schnell“ soll das
       tägliche Testangebot dann auf über 25.000 steigen.
       
       Bis das klappt, kann man immerhin aber zu einer der vier terminfreien
       Teststellen gehen. Der Online-Ansturm ließ zunächst ja Schlimmes
       befürchten: überladene Testzentren. Schön, dass diese Sorge immerhin
       exemplarisch entkräftet wurde. Auch wenn man an anderen Tagen vielleicht
       etwas länger warten muss, freut man sich heute schon über kleine Dinge.
       Leichter, regelmäßiger Zugang zu Gratistests könnte schließlich ein
       praktikables Mittel Richtung ein paar mehr Freiheiten bedeuten.
       
       10 Mar 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Schnelltests-in-Berlin-starten/!5752473
 (DIR) [2] https://test-to-go.berlin/
       
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