# taz.de -- Schwesig reagiert auf Caffiers Waffenaffäre: Keine Privatsache
       
       > Ministerpräsidentin Schwesig äußert sich erstmals, nachdem Innenminister
       > Caffier seine Waffe eine Privatsache nannte. Er solle alle Fragen klären.
       
 (IMG) Bild: Will es jetzt wissen: Manuela Schwesig (SPD)
       
       Berlin taz | In der Waffenaffäre von Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister
       hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) Aufklärung von Innenminister
       Lorenz Caffier (CDU) gefordert. Sie habe den Innenminister gebeten, „alle
       Fragen zu klären, den Sachverhalt aufzuarbeiten und im Parlament und in der
       Öffentlichkeit zu erläutern“, ließ Schwesig am Samstagabend über ihren
       Sprecher ausrichten. Den Angaben zufolge haben sich die beiden am
       Nachmittag zu einem Gespräch in der Staatskanzlei in Schwerin getroffen.
       Schwesig äußerte sich nun zum ersten Mal, seit Caffier am Donnerstag in
       einer Pressekonferenz die Frage, ob er eine Waffe von einem ehemaligen
       Nordkreuz-Mitglied gekauft habe, [1][zunächst zu einer Privatangelegenheit
       erklärt hatte].
       
       Caffier habe Schwesig nun versichert, „dass er zum Zeitpunkt des Kaufes
       seiner Waffe keine Anhaltspunkte für einen Verdacht gegen den Verkäufer der
       Waffe hatte.“ So hatte sich Caffier am Freitag bereits in einem Interview
       geäußert und gesagt, er habe die Waffe „Anfang 2018“ gekauft. Die ersten
       Unterlagen zum Nordkreuz-Komplex seien erst Anfang 2019 in
       Mecklenburg-Vorpommern angekommen. [2][Es gibt aber Zweifel an dieser
       Darstellung.]
       
       Zumindest waren die Sicherheitsbehörden in Mecklenburg-Vorpommern nach
       Darstellung der Bundesregierung bereits im Juli 2017 über die
       Nordkreuz-Chats informiert. Und demnach bekam der Landesverfassungsschutz
       bereits im März 2018 Ermittlungsakten des Bundeskriminalamtes zu Nordkreuz
       übermittelt. Der Generalbundesanwalt ermittelt gegen zwei
       Nordkreuz-Mitglieder wegen des Verdachts des Rechtsterrors. Der
       Nordkreuz-Gründer, Ex-SEK-Polizist Marko G., wurde wegen Verstoßes gegen
       das Kriegswaffenkontrollgesetz verurteilt.
       
       Das Innenministerium in Schwerin hat bisher eine taz-Anfrage von Freitag
       nicht beantwortet, wann genau Caffier die Pistole Modell Glock gekauft hat.
       Er sagte, dass er diese als Jäger benutze.
       
       Auch Ministerpräsidentin Schwesig beantwortet die taz-Frage nicht, wie sie
       den bisherigen Stand der Aufklärung in der Nordkreuz-Causa bewertet, was
       also die Prepper-Chatgruppe selbst, den Munitionsdiebstahl sowie personelle
       und strukturelle Konsequenzen im Sicherheitsapparat angeht.
       
       14 Nov 2020
       
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