# taz.de -- Neue Impf-Informationskampagne: Kampf gegen die Gerüchte
       
       > Noch gibt es den Corona-Impfstoff nicht, da kursieren schon die wildesten
       > Gerüchte. Die Regierung will diesen auf sämtlichen Kanälen
       > entgegentreten.
       
 (IMG) Bild: Mit allen Mitteln gegen Impfung: Plüschtiere und Plakate vor dem Roten Rathaus
       
       Der [1][Corona-Impfstoff] kommt, in nicht allzu ferner Zukunft. Doch
       zeitgleich mit der Hoffnung auf einen halbwegs normalen Alltag bringen sich
       Coronaskeptiker:innen aller Art in Stellung. Die Lüge von der Regierung,
       die uns nun alle „zwangsimpfen“ will, wird kräftig in den sozialen Medien
       befeuert. Auch das Narrativ von der gegängelten Bürger:in bekommt neues
       Futter.
       
       Also sieht sich die Bundesregierung nicht nur genötigt, schon vor der
       Verfügbarkeit einer [2][Corona-Impfung] deren Freiwilligkeit zu betonen,
       sie kündigt auch neue Informationskampagnen an: Gesundheitsminister Jens
       Spahn (CDU) setzt auf die Suchmaschine Google, die alle Fragen zur Pandemie
       direkt auf Ministeriumsseiten lenken soll. Auch Bildungsministern Anja
       Karliczek (CDU) will besser aufklären, um Vorbehalte in der Bevölkerung bis
       zur Zulassung erster Impfstoffe auszuräumen. Kommunikation ist alles. Dass
       der Bundesregierung nun auch dieses Licht aufgeht, kommt spät, aber
       immerhin.
       
       Natürlich werden seit Monaten jede Menge Webseiten geschaltet und
       Pressemitteilungen verschickt, auf Landes- wie auf Bundesebene. Doch
       Fachvokabular, Wortmonster oder Schachtelsätze sorgten bei vielen eher für
       Abtörn als Zuspruch. Auch die wohltuend unaufgeregten Ansprachen der
       Bundeskanzlerin zur Pandemiebekämpfung erreichten nicht jede:n. Und die
       Corona-Warnapp? Nun ja, rund 20 Millionen Menschen nutzen sie bisher. Nach
       ihrem schwierigen Start ist das eine beachtliche Zahl.
       
       Gestört wurden all die guten Absichten von einer Flut an
       [3][Falschinformationen] aus einem Milieu, das sich bestens mit den
       sozialen Medien auskennt und sich aus Esoteriker:innen, rechten
       Ideolog:innen und Nischendenker:innen zusammensetzt. Die Folge: Die
       Gerüchteküche brodelt.
       
       Seit Februar ist es der Regierung nicht wirklich gelungen, Angriffe auf die
       Informationskampagnen zur Pandemiebekämpfung einzudämmen. Weder technisch
       noch inhaltlich. Beim Reizthema Impfen wird das Getöse im Netz sofort
       lauter. Spahn, Karliczek und Co. sind sicher noch die Klagen impfmüder
       Eltern und pathologischer Gegner:innen im Ohr, die sich vor wenigen Monaten
       über die Masernpflichtimpfung für Schulkinder aufregten und mächtig dagegen
       lobbyierten.
       
       Desinformation ist eine Waffe, die Akzeptanz aushebelt. Besser, als auf
       neue Regierungskampagnen zu warten, wäre es da, wenn alle, die die
       Anticoronamaßnahmen aus Vernunft und Überzeugung befolgen, den Lügner:innen
       und Verdreher:innen aktiv entgegentreten würden.
       
       11 Nov 2020
       
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 (DIR) Tanja Tricarico
       
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