# taz.de -- Podcast „We Care!“: Intersektionale Solidarität
       
       > Die Empowerment-Beraterin und Forscherin Wafa Idris-Omer über Strategien,
       > Diskriminierung abzuwehren und welche Rolle „safe spaces“ dabei spielen.
       
 (IMG) Bild: Eröffnung der Büroräume des Bildungsprojekts „Each One Teach One“ im März 2014
       
       Leipzig taz | „Wenn ich arbeite, dann bin ich weder eine Frau, noch eine
       Schwarze.“ Das ist eine der Schutzstrategien, von denen Wafa Idris-Omer
       erzählt bekommen hat, als sie Schwarze Professor:innen in Deutschland
       für ihre Masterarbeit gefragt hat, wie sie mit Diskriminierung umgehen.
       
       Die Erfahrungen von [1][BIPoC] (Black and Indigenous People of Colour),
       [2][die ständig sexistischer und rassistischer Diskriminierung ausgesetzt
       sind], sind nicht nur schmerzhaft, sondern bedeuten auch ein Mehr an
       emotionaler Arbeit: Immer wieder müssen sie Strategien suchen, sich dagegen
       zustellen, sich zu wehren, Kraft aufzubringen. „Rassismus und Sexismus sind
       Mechanismen, die dazu führen, die eigene Identität zu unterdrücken“, sagt
       Idris-Omer.
       
       Sie betont daher, wie wichtig es ist, die empowernde Perspektive in den
       Blick zu nehmen. Ihre Strategie: Sich auf sich konzentrieren, die eigenen
       Stärken fokussieren.
       
       Dafür braucht es Schutzräume, [3][„safe spaces“], wie sie oft genannt
       werden, in denen marginalisierte Personen sich austauschen, ihre
       Erfahrungen miteinander teilen und sich gegenseitig bestärken können. Ein
       solcher Ort ist der Verein [4][„Each one teach one“ (EOTO)], bei dem
       Idris-Omer als ehrenamtliche Beraterin für Schwarze Jugendliche arbeitet.
       Sie ist überzeugt davon, dass es die Perspektive der Erfahrung für einen
       antirassistischen und feministischen Kampf braucht.
       
       In der vierten Folge von „We Care!“ geht es daher um die Frage, warum
       Diskriminierungserfahrungen auch Care-Fragen sind und was weiße Personen
       und cis Männer tun müssen, um Hierarchien abzubauen.
       
       Die syrisch-deutsche Künstlerin [5][Samara Daioub] schreibt in einem
       Beitrag über prozessorientierte Diskriminierungsarbeit: „Auch wenn seit
       spätestens diesem Jahr auch für nicht-betroffene Personen klar sein sollte,
       dass Rassismus ein weißes Problem ist, bleibt die Verantwortung,
       Diskriminierung zu bekämpfen, an denjenigen hängen, die davon betroffen
       sind. Frauen* müssen Männer über Sexismus aufklären, BIPOC müssen weißen
       Personen erklären, warum und wie Rassismus bekämpft werden muss, und trans*
       und nicht-binäre Personen werden dazu genötigt, anhand ihrer eigenen
       Identität das binäre Geschlechtersystem in Frage zu stellen.“
       
       Idris-Omer plädiert dafür, westliche Denkmuster zu dekonstruieren – weg von
       Kategorien, hin zu einer universalistischen Perspektive von Gesellschaft,
       in der auch Emotionen und Erfahrungen eine Rolle spielen. In der neuen
       Podcast-Folge wird außerdem deutlich, warum eine fürsorgliche Gesellschaft
       auch eine intersektionale Solidarität braucht.
       
       We care! [6][Der feministische taz-Podcast zu emotionaler Arbeit und Care].
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       22 Oct 2020
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Sarah Ulrich
       
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