# taz.de -- Bayerns CSU-Gesundheitsministerin Huml: Am Abgrund
       
       > Im Debakel um Coronatests soll die bayerische Gesundheitsministerin
       > Melanie Huml gelogen haben. Ein Rücktritt ist zu erwarten.
       
 (IMG) Bild: „Da ist die Tür!“ Wird Huml bleiben oder gehen? Mit Söders Zutun oder ohne?
       
       München taz | Die bayerische Anti-Corona-Politik steht in immer
       schlechterem Licht – und die CSU-Gesundheitsministerin Melanie Huml nun am
       Abgrund ihrer politischen Existenz. Es gab das [1][Test-Debakel um 46.000
       Urlaubsrückkehrer], die tage- und wochenlang kein Ergebnis erhielten, davon
       1.000 positive. Nun erscheint es so, dass die Ministerin in der vergangenen
       Krisenwoche auch noch gelogen hat: Sie soll schon zwei Tage früher von dem
       Debakel gewusst und dazu falsche Angaben gemacht haben. Ob sie heute Abend
       noch Ministerin ist, erscheint ungewiss.
       
       Zuerst berichtete die Süddeutsche Zeitung über eine E-Mail an das
       zuständige Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vom
       vorvergangenen Montag, 10. August. Darin beschrieb der Geschäftsführer des
       Laborunternehmens Eurofins, welches die Rückkehrertests auswertete, das
       Chaos bei den Test-Auswertungen und dass es nicht möglich sei, die
       Getesteten zeitnah zu identifizieren und zu informieren. In dieser Mail war
       schon die Rede von 40.000 Tests und 338 positiven Ergebnissen. Die
       Nachricht wurde direkt an Huml und das Ministerium weitergeleitet.
       
       Mehr als zwei Tage später informierte Huml dann die Öffentlichkeit und
       betonte bei einer Pressekonferenz, dass ihr erst an diesem Mittwochmorgen
       die „Problematik in dieser Art und Weise bekannt geworden“ sei. Sie habe
       also sofort reagiert. Hat sie? Grüne, SPD und FDP als Landtagsopposition
       äußern sich eindeutig: Sollte Huml gelogen haben, muss sie Konsequenzen
       ziehen und zurücktreten. Sie selbst erklärte, dass die von der Laborfirma
       in Aussicht gestellten Lösungen nicht funktioniert hätten und sie daraufhin
       an die Öffentlichkeit getreten sei.
       
       Am Mittwoch, 19. August, muss Huml ab 13 Uhr in einer Sondersitzung des
       Landtagsgesundheitsausschusses Stellung nehmen. Ministerpräsident Markus
       Söder (CSU) hatte in der vergangenen Woche noch zu ihr gehalten und zwei
       Rücktrittsangebote abgelehnt. Das dritte, so mutmaßt Grünen-Fraktionschefin
       Katharina Schulze, werde er annehmen. Eine weitere spannende Frage an
       diesem Tag: Was genau [2][wussten Söder und seine Staatskanzlei] schon
       vorab?
       
       19 Aug 2020
       
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