# taz.de -- Podcast des Modejournalisten Fabian Hart: Das Ende des „starken Geschlechts“
       
       > Der Modejournalist und Influencer spricht mit A-Promis über alte und neue
       > Männlichkeit. Kein „Männer-Bashing“, sondern sanft und selbstkritisch.
       
 (IMG) Bild: Fabian Hart auf Instagram
       
       Eine der spannendsten Entdeckungen der letzten Zeit für die Ohren. Der
       Hamburger Modejournalist, Vogue-Kolumnist und Instagram-Influencer Fabian
       Hart diskutiert im Podcast „Zart bleiben“ mit wechselnden Gäst*innen über
       Männlichkeit. Hier bekennt Schriftstellerin [1][Sibylle Berg], sie habe
       sich immer als „Mann ohne Penis“ begriffen und nie dem Bild einer „tollen
       Frau“ entsprochen.
       
       Oder Moderator [2][Tarik Tesfu] streitet mit Hart über die Frage, ob man
       überhaupt von „Männlichkeit“ sprechen sollte – anstatt einfach von
       „Charaktereigenschaften“. Angekündigt ist außerdem Sänger Herbert
       Grönemeyer, der mit seinem Hit „Männer“ schon vor 36 Jahren
       Männlichkeitsbilder dekonstruierte.
       
       Fabian Hart ist Autor der Kolumne „Das neue Blau“ bei Vogue Online und
       scheint [3][auf Instagram] die diversen Männlichkeiten verkörpern zu
       wollen, die er einfordert: mal als beinahe klischeehafter Großstadt-Hipster
       mit Levis 501, Oberlippenbart und Basecap, mal als Dragqueen im
       Cher-Kostüm, als genderfluider Mann im Kleid oder als gay Idol mit
       Lederhose und Netzhemd.
       
       Männlichkeitsbilder, so die Message, müssen sich nicht widersprechen,
       sondern können sich ergänzen. Zumindest, solange Sexiness als roter Faden
       bei keiner der Selbstinszenierungen fehlt.
       
       Auf sanfte, selbstkritische Art erzählt Hart im Podcast viel von sich
       selbst. Es gelingt ihm aber auch, sich mit dem Gegenüber im Plauderton über
       ernste Angelegenheiten zu unterhalten. Hart will keine Anleitung liefern
       für „den neuen Mann von heute“, kein „Männer-Bashing“ betreiben, Männer
       auch nicht als Opfer sehen. Stattdessen das Bild von Männlichkeit
       erweitern.
       
       Die Geschichte vom Mann „als dem ewig starken Geschlecht“ sei „auserzählt“
       und das [4][heteronormative] Männlichkeitsbild „ein Gefängnis für alle“ –
       gerade auch für heterosexuelle Männer. Alle Menschen seien „Zartgeborene“.
       Passend dazu bewirbt er im obligatorischen Werbeblock die
       Körperpflegeprodukte einer Naturkosmetik-Marke und rät allen Männern, immer
       „schön moist“ zu bleiben. Mal sehen, wie viel inhaltlich hängen bleibt –
       und wie viele Männer Harts Beispiel folgen und endlich weinen, tanzen oder
       Röcke tragen werden.
       
       10 Aug 2020
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Maleen Harten
       
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