# taz.de -- Coronaparty bei Hamburgs Innensenator: Rücktritt braucht richtige Gründe
       
       > Muss Andy Grote wegen seines Verstoßes gegen die Coronamaßnahmen
       > zurücktreten? Nein, denn es gibt bessere Gründe.
       
 (IMG) Bild: Kaum noch tragbar: Innensenator Andy Grote (SPD)
       
       Wer noch nie falsch geparkt hat oder zu schnell gefahren ist, werfe den
       ersten Stein auf Andy Grote. Auch Senator*innen sind Menschen, machen
       folglich Fehler und eine begangene Ordnungswidrigkeit – egal ob
       Verkehrsdelikt oder Verstoß gegen [1][Coronaregeln] – kann und darf kein
       Grund für eine Amtsenthebung sein. Weil er mit Genoss*innen seine
       Wiederwahl zum Innensenator [2][unter Missachtung der
       Pandemie-Beschränkungen feierte], muss SPD-Mann Grote nicht zurücktreten.
       
       Deshalb nicht. Er muss es vielmehr tun, weil er sich lange uneinsichtig
       zeigte und behauptete, zwar ein falsches Signal gesetzt, aber nicht gegen
       Auflagen verstoßen zu haben. Das hätte er als Innensenator und Jurist
       besser wissen können und müssen.
       
       Wenn selbst der Innensenator nicht nur Pandemie-Auflagen verletzt, sondern
       sein eigenes Verhalten bagatellisiert und bockig darauf beharrt, keine
       Regel verletzt zu haben, wie soll seine Behörde dann noch Verstöße gegen
       das Abstandsgebot und die Maskenpflicht ahnden und die Regeln durchsetzen?
       Wer mit Polizeibeamt*innen spricht, die den Kiez und die Schanze
       kontrollieren und das feiernde Volk auf Abstand halten, erfährt, wie oft
       ihre Anweisungen prompt mit dem Verweis auf den Steh-Empfang ihres
       Dienstherren gekontert werden.
       
       ## Grote hat durch sein Verhalten jede Autorität verspielt
       
       Andy Grote hat durch sein Verhalten jede Autorität als Innensenator
       verspielt und den Beamt*innen einen Bärendienst erwiesen. Gerade weil es
       immer mehr Menschen immer schwerer fällt, die Beschränkungen zu
       akzeptieren, sollte der für die Durchsetzung dieser Regeln zuständige
       Politiker als Vorbild voranschreiten. Er muss aber zumindest glaubwürdig
       sein, zu Fehlern stehen, die er begangen hat, statt juristische
       Schlupflöcher und Ausflüchte zu suchen.
       
       Hier hat Grote versagt und kann kaum noch der Hamburger Politiker sein, der
       in Zukunft für die Durchsetzung der Pandemie-Einschränkungen und die
       Ahndung von Verstößen verantwortlich ist. [3][Dass Grote am Ende das
       Bußgeld akzeptierte], ändert nichts daran, dass der Bock als Gärtner nicht
       taugt.
       
       5 Aug 2020
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.hamburg.de/verordnung/#marker22
 (DIR) [2] https://www.welt.de/regionales/hamburg/article210045681/Verstoss-gegen-Corona-Regeln-Innensenator-Grote-nach-Feier-unter-Druck.html
 (DIR) [3] https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/coronavirus/Innensenator-Grote-muss-Corona-Bussgeld-zahlen,grote498.html
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Marco Carini
       
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