# taz.de -- Schädlinge am Werk
       
       > Die Bäume im Wald sind krank. Aber in Meck-Pomm sieht die SPD noch eine
       > größere Gefahr: den Verlust von – Identität
       
 (IMG) Bild: Artfremd: Einen geschlagenen napoleonischen „Chasseur im Walde“ (mitsamt Raben) malte 1813/14 Caspar David Friedrich
       
       Von Alexander Diehl
       
       Ums laufende Jahr kann es noch nicht gehen: Am 20. Juli erst begann in
       Mecklenburg-Vorpommern die Waldzustandserhebung 2020. „Geschulte
       Mitarbeiter der Forst- und Nationalparkverwaltung“ – so [1][teilt ebendiese
       mit] – begutachten dabei „etwa 2.500 Bäume hinsichtlich ihres
       Vitalitätszustandes, eingeschätzt über den Nadel-/Blattverlust, sowie
       Schäden durch Insekten, Pilze und andere Einflüsse“. Dafür haben sie Zeit
       bis zum 20. August. „Die Ergebnisse bilden die Grundlage für den jährlichen
       Waldzustandsbericht.“
       
       Es waren also die schlechten Zahlen aus dem Vorjahr, auf die sich Elisabeth
       Aßmann stützte, als sie [2][am Mittwoch pressemitteilte]: „Rund ein Drittel
       der Waldfläche in Mecklenburg-Vorpommern gilt als gefährdet.“ Das deckt
       sich mit Aussagen des Landesumweltministers, und es gilt hierzulande auch
       anderswo: Nach mehreren trockenen Sommern haben etwa Schadtiere umso
       leichteres Spiel.
       
       Nun muss sich so eine [3][forstpolitische Sprecherin] der Schweriner
       SPD-Landtagsfraktion interessieren für Buche und Borkenkäfer. „Das
       romantische Bild des deutschen Waldes ist in Gefahr“, schreibt sie aber
       weiter, und das klingt plötzlich nach ihrer [4][für den Tourismus
       zuständigen Genossin].
       
       Die Deutschen und ihr Wald aber: Ideen- wie auch kunstgeschichtlich kaum zu
       erschöpfen, dieses Verhältnis – aber stets zu erklären vor dem Hintergrund
       einer Angst vor Moderne, Technik und auch Fabriken. Was aber meint so eine
       Sozialdemokratin, wenn sie schreibt, es drohe nicht nur „ein wichtiger
       Naturraum und Wirtschaftszweig“ verloren zu gehen, sondern auch „Tradition“
       und – „Identität“? Diese alles verkomplizierende Identitätspolitik: Sind
       das doch nicht immer nur die anderen?
       
       31 Jul 2020
       
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 (DIR) [4] https://www.spd-fraktion-mv.de/abgeordnete/a-z/susann-wippermann
       
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