# taz.de -- Niederlagen für US-Ölindustrie: Jubel über Pipeline-Stopp
       
       > Juristische Schlappen für die US-Fossilwirtschaft: Keystone XL bleibt
       > verboten, eine weitere Pipeline in Dakota wird neu untersucht.
       
 (IMG) Bild: Erfolg für Indigene: Baustopp von Dakota- und Keystone XL-Pipeline gerichtlich beschlossen
       
       New York/Berlin taz/afp | Der Baustopp für die umstrittene Erdöl-Pipeline
       Keystone XL von Kanada in die USA bleibt bestehen: Das Oberste Gericht der
       USA hat am Montag ein [1][Gesuch der US-Regierung abgelehnt], einen
       Baustopp für die Keystone XL aufzuheben, den ein Gericht im US-Bundesstaat
       Montana im April verhängt hatte. Darin hatte der Richter Brian Morris
       geurteilt, dass für Bauprojekte nahe Gewässern der Artenschutz stärker
       beachtet werden muss. Demnach hätten die Bauingenieur:innen der US-Army für
       Keystone XL eine aufwändigere Genehmigung einholen müssen.
       
       Für Keystone XL hat das Oberste Gericht dieses Urteil nun bestätigt. Andere
       Projekte dürfen das einfachere Genehmigungsverfahren aber doch erst mal
       weiter nutzen. Wie bei Schnellverfahren üblich ist der Richterspruch kurz
       gehalten und kommt ohne Begründung aus.
       
       Die Umweltbewegung jubelt: „[2][Trotz Trumps verzweifelter Fürbitten] und
       Wirtschaftshörigkeit hat das höchste Gericht des die Entscheidung
       bestätigt, Keystone XL die Genehmigung zu entziehen“, sagte Kendall Mackey
       von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Mit dieser Pipeline verplempert
       Big Oil immer weiter Zeit und Geld.“
       
       Keystone XL beschäftigt die US-Politik [3][schon mehr als ein Jahrzehnt].
       Es geht um den Bau des vierten Abschnitts des Keystone-Pipelinesystems, der
       2.700 Kilometer lang werden sollte. Das Unternehmen TC Energy will Rohöl
       aus Teersanden von Kanada bis in den Süden der USA bringen. Keystone XL
       sollte dazu von den Produktionsstätten in der kanadischen Provinz Alberta
       bis in den US-Bundesstaat Nebraska führen.
       
       ## Weitere Pipeline in Dakota vorläufig außer Betrieb
       
       Ebenfalls am Montag hat ein US-Gericht im District of Columbia die
       vorübergehende Schließung einer Erdöl-Pipeline im Norden des Landes
       angeordnet. Bundesrichter James Boasberg legte am Montag eine
       Betriebserlaubnis für die Dakota Access Pipeline auf Eis. In seiner
       Begründung erklärte Boasberg, Umweltauflagen würden nicht eingehalten,
       insbesondere mit Blick auf mögliche Lecks.
       
       Der Bundesrichter ordnete an, die Pipeline bis zum 5. August zu leeren und
       eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorzunehmen. „Glückwünsche an alle, die
       so lange unermüdlich dafür gekämpft haben“, kommentierte [4][Greta
       Thunberg] die Entscheidung auf Twitter.
       
       Die für 3,8 Milliarden Dollar erbaute und knapp 1900 Kilometer lange
       Pipeline war 2017 in Betrieb genommen worden. Sie verbindet Erdölfelder im
       Bundesstaat North Dakota mit einem Verteilzentrum im Bundesstaat Illinois.
       
       Beide Pipelines sind [5][längst zum Politikum] geworden. Es geht auch um
       die Deutungshoheit in Sachen Klimaschutz. Indigene Gruppen sowie Umwelt-
       und Klimaschützerinnen protestierten dagegen, der frühere Präsident Barack
       Obama stoppte die Projekte schließlich. Trump rief sie nach Amtsantritt
       durch Erlasse wieder ins Leben.
       
       Die Unternehmen Dominion und Duke haben zudem angekündigt, ihre
       Erdgas-Pipeline Atlantic Coast aufzugeben. Neben starken Protesten hagelte
       es auch in diesem Fall Klagen. Die Begründung für die Absage an das rund
       acht Milliarden US-Dollar schwere Projekt lautet denn auch: zu viele
       juristische Hürden.
       
       7 Jul 2020
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.supremecourt.gov/orders/courtorders/070620zr_2d83.pdf
 (DIR) [2] /Der-US-Praesident-und-seine-Politik/!5381175
 (DIR) [3] /Keystone-XL-Pipeline/!t5018999/
 (DIR) [4] https://twitter.com/gretathunberg?lang=de
 (DIR) [5] /Umstrittene-Pipeline-Keystone-XL/!5395365
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Susanne Schwarz
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Klimawandel
 (DIR) Keystone-XL-Pipeline
 (DIR) USA
 (DIR) Schwerpunkt Klimawandel
 (DIR) Naturschutz
 (DIR) US-Wahl 2024
 (DIR) USA
 (DIR) Pipeline
 (DIR) Keystone-XL-Pipeline
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Gerichtsurteil in den USA: Greenpeace soll 660 Millionen Dollar an Ölfirma zahlen
       
       Lange sorgte die umstrittene Öl-Pipeline Dakota Access Pipeline in den USA
       für wütende Proteste. Jahre später fällt nun ein aufsehenerregendes Urteil.
       
 (DIR) Nach Bidens Entscheidung zur Pipeline: Keystone XL wird eingestellt
       
       Der Sponsor der umstrittenen Rohöl-Pipeline hat sein Projekt aufgegeben.
       US-Präsident Joe Biden hatte dem Vorhaben zu Beginn seiner Amtszeit die
       Lizenz entzogen.
       
 (DIR) Alaskas letzte Wildnis bedroht: Öl oder Eisbären?
       
       Verbände klagen gegen die Trump-Regierung, die nach den Wahlen in Alaska
       den Naturschutz für Öl- und Gasexploration aushebeln will.
       
 (DIR) Joe Bidens Präsidentschaftspläne: Die USA als Klima-Supermacht
       
       Diese Woche wollen die US-Demokraten Joe Biden zum Kandidaten küren. Seine
       Klimaziele sind ambitioniert. Doch da wären ein paar Probleme.
       
 (DIR) Umstrittene Ölpipeline Keystone XL: US-Gericht stoppt Bau
       
       Ein US-Richter fordert die Überprüfung des von Donald Trump genehmigten
       Projekts Keystone XL. Umweltschützer warnen vor den Folgen möglicher Lecks.
       
 (DIR) Leck in Keystone-Pipeline in South Dakota: Hunderttausende Liter Öl ausgelaufen
       
       Nach Angaben des Konzerns TransCanada liefen durch ein Leck rund 800.000
       Liter Öl aus der Keystone-Pipeline. Aktivisten warnen vor einer Erweiterung
       des Projekts.
       
 (DIR) Umstrittene Pipeline Keystone XL: Trump genehmigt den Bau
       
       Die US-Regierung hat nun endgültig den Bau der Ölpipeline Keystone XL
       abgesegnet. Der ehemalige US-Präsident Obama hatte das Projekt noch
       blockiert.