# taz.de -- +++ Corona News am 3. Juni +++: Alle bleiben unter dem Grenzwert
       
       > Laut RKI hat in den letzten sieben Tagen kein Landkreis mehr als 50
       > Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner*innen gemeldet. Nachrichten zum
       > Coronavirus im Live-Ticker.
       
 (IMG) Bild: Ein Corona-Schnelltest
       
       Den Live-Ticker bearbeitet [1][Anselm Denfeld].
       
       Landkreise mit wenigen oder keinen Neuinfektionen 
       
       15.21 Uhr: Die allermeisten Landkreise in Deutschland haben in den
       vergangenen sieben Tagen überhaupt keine oder nur wenige
       Corona-Neuinfektionen verzeichnet. 343 von mehr als 400 Landkreisen hatten
       dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge am Mittwoch maximal fünf neue Fälle
       pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen gemeldet.
       
       Laut RKI-Daten hat Stand Mittwoch kein einziger Landkreis die kritische
       Marke von 50 Neuinfektionen erreicht. Wird diese Obergrenze überschritten,
       müssen Beschränkungskonzepte erlassen werden. Seit Mitte Mai gibt das RKI
       zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren
       Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach
       RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 2.6. 0 Uhr) bei 0,87. (dpa)
       
       Sachsen lockert Corona-Schutzmaßnahmen weiter 
       
       14.48 Uhr: Sachsen hat weitere Lockerungen in der Coronakrise beschlossen.
       Vom 6. Juni an seien Familienfeiern mit bis zu 50 Personen wieder
       zugelassen, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping, SPD, am Mittwoch
       nach einer Kabinettssitzung in Dresden. Zudem müsse Angehörigen ein Besuch
       in Alten- und Pflegeheimen unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt werden.
       Die neue Verordnung tritt zum 6. Juni in Kraft.
       
       Auch Busreisen sollen wieder möglich sein sowie Ferienfreizeiten und -camps
       für Kinder. Allerdings müssten sich Veranstalter dafür Hygienekonzepte
       genehmigen lassen. Im öffentlichen Raum sind von Samstag an Treffen mit bis
       zu zehn Personen möglich. Ein Mund-Nasen-Schutz in Geschäften und im
       öffentlichen Nahverkehr soll beibehalten werden. (epd)
       
       ## Hessische Studie soll Rolle von Kindern ermitteln
       
       14.45 Uhr: Hessen will herausfinden, welche Rolle Kinder bei der
       Verbreitung des Coronavirus spielen. Dazu sollen in 60 Kindergärten jeweils
       25 Kinder und ihre Erzieherinnen wöchentlich auf das Virus getestet werden,
       sagt Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am
       Universitätsklinikum Frankfurt. Die sogenannte Safe-Kids-Studie solle
       möglichst in der kommenden Woche beginnen und sei auf acht bis zwölf Wochen
       ausgelegt. Im Moment sei unklar, welche Rolle Kinder bei der Übertragung
       des Virus spielen und wie gefährdet die Kinder und das Personal in den
       Kindergärten seien. (rtr)
       
       „Corona-Rebellen“ breiten sich in NRW aus 
       
       14.13 Uhr: Selbst ernannte „Corona-Rebellen“ breiten sich nach
       Erkenntnissen des Bundesinnenministeriums zunehmend aus. Allein in
       Nordrhein-Westfalen gibt es demnach 29 entsprechende Untergruppen im
       Messengerdienst Telegram, über den die Anhänger sich vernetzen. Begründer
       der Gruppierung soll ein Reichsbürger sein. Die „Corona-Rebellen“ rufen
       bundesweit zu Demonstrationen gegen die Corona-Einschränkungen auf.
       
       „Wie hoch der Anteil von ‚Reichsbürgern‘ und ‚Selbstverwaltern‘ an diesem
       Protestmilieu ist, ist nicht bekannt“, heißt es in der Antwort des
       Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion. Diese Gruppen
       nutzten jedoch die Proteste gegen Corona-Maßnahmen, um
       Verschwörungstheorien zu verbreiten. Auch Rechtsextremisten rufen nach
       Angaben des Ministeriums dazu auf, sich an Demonstrationen gegen die
       Corona-Beschränkungen zu beteiligen und „auch bei Kundgebungen außerhalb
       des rechtsextremistischen Spektrums Präsenz in der Öffentlichkeit zu
       zeigen“. [2][Dabei seien teilweise „antisemitische Agitationsmuster zu
       beobachten]“. (dpa)
       
       ## 50.000 Todesfälle in Großbritannien gemeldet
       
       13.50 Uhr: In Großbritannien sind mehr als 50.000 Menschen gestorben, bei
       denen zumindest der Verdacht auf Covid-19 besteht. Neue offizielle Zahlen
       aus Schottland lassen die Gesamtzahl auf 50.059 steigen, wie eine
       Reuters-Zählung ergibt. Darin sind die bis zum 22. Mai gemeldeten
       Verstorbenen aus England, Wales und Nordirland enthalten, bei denen im
       Todesschein Covid-19 erwähnt wird. Hinzu kommen entsprechende Todesfälle in
       Schottland, die bis zum 31. Mai registriert wurden. Die von der Regierung
       täglich gemeldeten Zahlen enthalten nicht die Verdachtsfälle. (rtr)
       
       Elternverbände fordern Betreuung in den Sommerferien 
       
       13.26 Uhr: Elternverbände fordern qualifizierte [3][Betreuungsangebote für
       Schulkinder in den Sommerferien]. Wegen der wochenlangen Schulschließungen
       in der Coronakrise hätten Eltern häufig ihren Jahresurlaub aufgebraucht,
       gleichzeitig ende für zahlreiche Arbeitnehmer nun die Kurzarbeit. „Viele
       Familien sind in den Ferien auf Betreuungsangebote angewiesen, um ihren Job
       retten zu können“, sagte die Vorsitzende der Landeselternkonferenz NRW,
       Anke Staar, am Mittwoch.
       
       „Urlaubskontingente sind aufgebraucht, Homeoffice und Kinderbetreuung sind
       nicht wirklich zu vereinbaren und die Großeltern müssen immer noch geschont
       werden“, erklärte auch der Vorsitzende der Landeselternschaft der
       integrierten Schulen in NRW (LEiS), Ralf Radke. Deshalb müsse es während
       der gesamten Ferien Betreuungsangebote für Schüler bis zur achten Klasse
       sowie für alle Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf geben.
       „Andernfalls haben viele Eltern keine Chance, ihre Arbeitszeiten
       nachzuholen“, betonte Radke. (dpa)
       
       ## Handel und Immobilienwirtschaft für Mietminderungen
       
       13.21 Uhr: Einzelhandel und Immobilienwirtschaft haben sich auf
       Empfehlungen für Mietminderungen in der Coronakrise verständigt. Einem
       gemeinsamen Verhaltenskodex zufolge sollen Händler für den Zeitraum der
       staatlich verfügten Betriebsschließungen [4][auf eine Mietreduzierung um 50
       Prozent setzen können], teilten der Branchenverband HDE und der Zentrale
       Immobilien Ausschuss (ZIA) am Mittwoch gemeinsam mit. Für die darauf
       folgenden drei Monate solle ein geringerer Wert gelten. „Handel und
       Immobilienwirtschaft haben ein gemeinsames Interesse an zukunftsfähigen
       Innenstädten“, sagte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser. Bei einer langen
       gerichtlichen Klärung von Miet-Streitigkeiten [5][drohten die Innenstädte
       zu veröden]. „Handel und Immobilienwirtschaft sind eine
       Schicksalsgemeinschaft“, betonte ZIA-Präsident Andreas Mattner: „Wir haben
       beide ein Interesse daran, vorhandene Rechtsunsicherheiten kurzfristig,
       einvernehmlich und außergerichtlich zu beseitigen.“ (rtr)
       
       ## Bundesregierung schließt zweite Rückholaktion aus
       
       13.23 Uhr: Die Bundesregierung betont, dass deutsche Touristen nach der
       Aufhebung der Reisewarnung für EU-Staaten nicht mit einer erneuten
       Rückholaktion bei neuen Corona-Beschränkungen in diesen Ländern rechnen
       können. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts weist darauf hin, dass eine
       Wiederholung [6][der Aktion im März und April] nicht möglich sei, als
       hunderttausende gestrandete Touristen mit Hilfe der Bundesregierung nach
       Deutschland zurückgebracht worden waren. „Jeder muss sich des Risikos
       bewusst sein“, betont er. Das ändere nichts an einer konsularischen
       Betreuung im Notfall. (rtr)
       
       ## Heiko Maas fliegt erstmals seit Beginn der Krise
       
       13.11 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas will am Donnerstag erstmals seit
       Monaten wieder ins Ausland fliegen. Er werde seinen niederländischen
       Amtskollegen in Den Haag treffen, sagt ein Sprecher des Auswärtigen Amts.
       Es werde um die Pandemie, den EU-Haushalt sowie den geplanten
       Wiederaufbaufonds für Europa gehen. (rtr)
       
       ## EU-Kommission stuft Corona-Risiko für Arbeiter*innen ein
       
       12.56 Uhr: Die EU-Kommission ordnet das neuartige Coronavirus in die
       zweithöchsten Risikostufe für Arbeiter ein. Nach Beratungen mit der
       Wissenschaftlern und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die dritte
       von insgesamt vier Stufen ausgewählt. Die Entscheidung hat Auswirkungen auf
       die [7][Schutzmaßnahmen, die Arbeitgeber am Arbeitsplatz ergreifen müssen].
       (rtr)
       
       ## Brasiliens Opposition will Amtsenthebung von Bolsonaro
       
       12.47 Uhr: In Brasilien wächst der Druck auf den rechtsextremen Präsidenten
       Jair Bolsonaro wegen seines Umgangs mit der Coronkrise. Ex-Präsident Luiz
       Inácio Lula da Silva warf dem Amtsinhaber kriminelles Handeln vor und
       forderte seine Amtsenthebung. „Im Kongress liegen 35 Anträge auf
       Amtsenthebung vor“, sagte Lula in einem Interview mit dem TV-Sender CNN.
       Der Parlamentspräsident müsse einen davon zur Abstimmung bringen.
       
       Der Linkspolitiker Lula warf Bolsonaro [8][Verantwortungslosigkeit im
       Umgang mit der Corona-Pandemie] vor. Brasilien ist nach den USA am
       schwersten von der Pandemie betroffen. Offiziell sind bereits mehr als
       30.000 Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben. Die Zahlen steigen
       weiter rasant an.
       
       Der konservative Parlamentspräsident Rodrigo Maia hatte keinen der Anträge
       auf Amtsenthebung zur Beratung zugelassen und steht deshalb in der Kritik.
       Bolsonaro hatte die Pandemie mehrfach öffentlich als „kleine Grippe“ und
       als Inszenierung der Medien bezeichnet. Er widersetzt sich den von den
       Gouverneuren der Einzelstaaten verhängten Versammlungsverboten und
       Quarantäne-Maßnahmen. Gleichzeitig hat das [9][oberste Gericht
       Untersuchungen gegen Bolsonaro wegen möglicher Beeinflussung der Justiz
       eingeleitet]. Die brasilianische Verfassung setzt hohe Hürden für eine
       Amtsenthebung. Unter anderem müssen Abgeordnetenhaus und Senat mehrheitlich
       dafür stimmen, dass ein Amtsenthebungsverfahren überhaupt eingeleitet wird.
       (epd)
       
       ## Niederlande planen Tötung von Nerzen
       
       12.17 Uhr: Die niederländische Regierung will infizierte Nerze in
       Pelztierfarmen töten lassen, wie der Sender RTL unter Berufung auf
       Regierungskreise berichtet. Das Landwirtschaftsministerium meldete im Mai
       ein Auftreten des Virus in 8 der 155 entsprechenden Farmen des Landes.
       Dabei soll in zwei Fällen die Krankheit auf Menschen übertragen worden
       sein. (rtr)
       
       ## Tests mit Ibuprofen an Covid-19-Patient*innen durchgeführt
       
       12.15 Uhr: Ärzte in Großbritannien testen den Einsatz von Ibuprofen bei
       Covid-19-Patienten. Sie wollen herausfinden, ob das Schmerzmittel
       Atemversagen reduziert. „Sollte es erfolgreich sein, wäre der Wert dieser
       Studienergebnisse für die öffentliche Gesundheit angesichts der geringen
       Kosten und Verfügbarkeit dieses Arzneimittels immens“, sagt Matthew Hotpot,
       Direktor des NIHR Maudsley Biomedical Research Center.
       
       ## Jens Spahn kritisiert die Berliner Schlauchboot-Party
       
       11.50 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn kritisiert die Berliner
       Schlauchboot-Party vom Wochenende. „Die Bilder bereiten mir Sorgen“,
       twittert er. Beim Feiern verbreite sich das Virus besonders leicht. Man sei
       noch mitten in der Pandemie. „Lasst uns das Erreichte sichern.“ Rund 3.000
       Menschen hatten auf dem Berliner Landwehrkanal mit 400 Booten an einer
       Techno-Party teilgenommen, die für 100 Teilnehmer angemeldet war. (rtr)
       
       ## Schwedens Chefepidemologe sieht Versäumnisse
       
       11.40 Uhr: Schwedens Chefepidemiologe am Gesundheitsamt räumt nach
       wachsender Kritik am [10][Sonderweg des Landes] Versäumnisse ein. Mit dem
       Wissen von heute würde man vermutlich etwas mehr zum Vorgehen wie in der
       übrigen Welt tendieren, sagt Anders Tegnell im Hörfunk. „Ich glaube, wir
       hätten es in Schweden besser machen können, eindeutig.“ Die schwedischen
       Behörden haben mehr auf freiwillige Maßnahmen statt auf Vorschriften
       gesetzt. Mit fast 4.500 Toten liegt die Sterblichkeitsrate jedoch höher als
       in anderen nordischen Staaten. (rtr)
       
       Israel zieht 1,5 Millionen Masken aus dem Verkehr 
       
       11.24 Uhr: Die Behörden in Israel haben die Auslieferung von 1,5 Millionen
       fehlerhaften Corona-Schutzmasken an medizinisches Personal verhindert.
       Diese entsprachen nicht den Standards des Gesundheitsministeriums, wie die
       Polizei und das Ministerium für Sicherheit am Mittwoch mitteilten. Ihre
       Verwendung sei verboten worden. Die Masken waren den Angaben zufolge im
       April vom Verteidigungs- und Gesundheitsministerium über einen israelischen
       Importeur geordert worden. Das Produktionsland wurde in der Mitteilung
       nicht genannt. Zwei Verdächtige im Alter von 37 und 57 Jahren wurden im
       Zuge der Ermittlungen festgenommen. (dpa)
       
       Hilfsorganisation: 400 Flüchtlinge sitzen vor Malta fest 
       
       11.23 Uhr: Die Hilfsorganisation SOS Mediterrannee hat auf die gravierenden
       Folgen der ausbleibenden Seenotrettung im Mittelmeer hingewiesen. Mehr als
       400 schutzsuchende Menschen säßen aktuell vor Malta fest, erklärte die
       Organisation am Mittwoch in Berlin. Sie forderte die EU zu sofortigem und
       koordiniertem europäischen Handeln auf. Die 400 Betroffenen befänden sich
       auf vier privaten Kreuzfahrtschiffen auf See, manche von ihnen bereits seit
       mehr als einem Monat.
       
       Die Touristenschiffe seien von der maltesischen Regierung gechartert
       worden. Laut SOS Mediterranne sind die Überlebenden vor extremer Gewalt und
       Misshandlungen in Libyen über das zentrale Mittelmeer geflohen. Dort seien
       wegen der Corona-Pandemie fast keine Rettungsschiffe vor Ort gewesen.
       „Anstatt die Geretteten an einem sicheren Ort an Land zu bringen, wie es
       das Völkerrecht verlangt, werden sie für politische Verhandlungen unter den
       EU-Mitgliedstaaten benutzt“, kritisierte die Hilfsorganisation. Trotz der
       Dringlichkeit sei bisher keine koordinierte Lösung für die Verteilung der
       Menschen vorgeschlagen worden. (epd)
       
       ## Aufhebung von Reisewarnung ab 15. Juni
       
       10.57 Uhr: Das Bundeskabinett hat am Mittwoch beschlossen, die geltende
       weltweite Reisewarnung ab dem 15. Juni für die meisten europäischen Staaten
       aufzuheben. Gelten soll dies für die EU-Staaten, weitere Mitgliedstaaten
       des Schengener Abkommens sowie für Großbritannien, wie Außenminister Heiko
       Maas (SPD) anschließend mitteilte. Allerdings bedeutet dies nicht
       automatisch, dass dann touristische Reisen in die genannten Länder in allen
       Fällen wieder möglich sind. (afp)
       
       Südafrikas Justiz weist Regierung in ihre Schranken 
       
       10.53 Uhr: Teile der in Südafrika verhängten Corona-Restriktionen sind nach
       Ansicht des obersten Gerichtshof in Pretoria nicht verfassungskonform und
       daher nichtig. Zur Nachbesserung setzte das Gericht der Regierung eine gut
       zweiwöchige Frist – so lange bleiben die bestehenden Einschränkungen
       vorerst in Kraft. Das Gremium hatte damit am späten Dienstagabend der Klage
       einer bisher kaum bekannten Gruppierung namens Liberty Fighters
       entsprochen. Bestimmte Beschränkungen der verfassungsmäßig verankerten
       demokratischen Grundrechte stünden rational nicht im Zusammenhang mit einer
       Begrenzung der Corona-Infektionen, hieß es im Urteilsspruch.
       
       Südafrika hatte Ende März im Kampf gegen das Coronavirus landesweit eine
       strenge Ausgangssperre verhängt – verboten waren zunächst selbst
       Joggingrunden. Auch der Verkauf von Alkohol und Tabak war untersagt. Am
       Montag war das fünfstufige Restriktionsverfahren dann auf Stufe drei
       gesenkt und gelockert worden. Zwar wurde der Alkoholverkauf unter Auflagen
       wieder erlaubt, der von Tabak aber nicht. (dpa)
       
       Insider: Regierung will Reisen ab Mitte Juni ermöglichen 
       
       10.11 Uhr: Die Bundesregierung will Reisen innerhalb Europas ab dem 15.
       Juni wieder ermöglichen, soweit es das Infektionsgeschehen in den
       Zielstaaten erlaubt. Voraussetzung sei zudem, dass die Länder ihre Grenzen
       für Urlauber wieder öffneten, verlautete am Mittwoch nach einer
       Kabinettssitzung aus Regierungskreisen. Das Auswärtige Amt plane, die Mitte
       März ausgesprochene weltweite Reisewarnung ab dem 15. Juni für die
       Mitgliedstaaten der EU, Großbritannien sowie Island, Norwegen,
       Liechtenstein und die Schweiz aufzuheben. Stattdessen sollten
       länderspezifische Hinweise veröffentlicht werden, die die Lage in den
       einzelnen Regionen mit Blick auf die Coronavirus-Pandemie bewerteten. (rtr)
       
       ## Demonstration für ökologisches Konjunkturprogramm
       
       10.06 Uhr: Vor [11][der Wiederaufnahme der Koalitionsgespräche über ein
       Konjunkturprogramm zur Überwindung der Coronakrise] haben
       Greenpeace-Aktivist*innen für eine stärkere Berücksichtigung des
       Klimaschutzes demonstriert. „Kein Geld für gestern!“ projizierten sie am
       Mittwochmorgen in großen Lettern auf das Reichstagsgebäude. Die geplanten
       Konjunkturhilfen dürften nicht „in alte klimaschädliche Geschäftsmodelle
       fließen“, forderte die Organisation.
       
       Stattdessen müssten Union und SPD den [12][Klimaschutz ins Zentrum der
       geplanten Corona-Hilfen stellen]. „Die Bundesregierung muss die Chance
       nutzen, die Wirtschaft mit diesem Konjunkturpaket in eine klimaschonende
       und damit sichere Zukunft zu steuern“, erklärte die Sprecherin der
       Umweltschutzorganisation, Sonka Terfehr. (afp)
       
       ## Arbeitslosigkeit steigt wegen Coronakrise im Mai weiter
       
       9.55 Uhr: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist [13][im Mai wegen
       der Folgen der Coronakrise im Vergleich zum April noch einmal um 169.000
       auf 2,813 Millionen Menschen gestiegen]. Die Arbeitslosenquote kletterte um
       0,3 Punkte auf 6,1 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch
       in Nürnberg mit. Im Vergleich zum Mai 2019 ging die Arbeitslosigkeit sogar
       um 577.000 Personen nach oben. (dpa)
       
       Deutsche Messe erhält Überbrückungskredit 
       
       9.16 Uhr: Die Deutsche Messe AG erhält zur Überbrückung der Coronakrise
       Medienberichten zufolge einen Bankkredit über 50 Millionen Euro. Der NDR
       und die Hannoversche Allgemeine Zeitung nannten diese Summe unter Berufung
       auf Aufsichtsratskreise.
       
       „Die Finanzierung des Unternehmens ist gesichert und die Anteilseigner
       unterstützen unsere Unternehmensstrategie mit Fokus auf
       Geschäftsentwicklung und Kostenmanagement ausdrücklich“, sagte
       Vorstandschef Jochen Köckler der Deutschen Presse-Agentur. „Damit sind wir
       für die Krise gewappnet und hoffen, dass wir unseren [14][Messebetrieb im
       Herbst langsam wieder aufnehmen können].“ (dpa)
       
       ## Städte- und Gemeindebund will Anteil am Konjunkturpaket
       
       8.42 Uhr: Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert im Rahmen des
       geplanten Konjunkturpakets Hilfen für die klammen Kommunen. „Wir müssen
       investieren“, sagt Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg im
       ZDF-Morgenmagazin. Wie genau den Kommunen dabei geholfen werde, sei nicht
       entscheidend. Das könne über höhere Zuschüsse des Bundes bei den
       Sozialkosten gehen, einen Ausgleich bei den wegbrechenden
       Gewerbesteuereinnahmen und eine Übernahme von Altschulden. „Das eine
       schließt das andere ja gar nicht aus.“ (rtr)
       
       Lufthansa plant ab September 60 Prozent weniger Angebot 
       
       8.41 Uhr: Wegen der Auswirkungen der Coronakrise wird die Lufthansa lange
       Zeit nur einen Bruchteil ihrer Flüge anbieten: Im September rechnet die
       Airline mit lediglich 40 Prozent ihrer Kapazität, wie sie am Mittwoch
       mitteilte. Im kommenden Jahr würden noch 300 ihrer 763 Flugzeuge am Boden
       bleiben, im Jahr 2022 voraussichtlich noch 200. Im ersten Quartal 2020
       machte die Lufthansa ein Minus von 1,2 Milliarden Euro.
       
       „Angesichts der absehbar nur sehr langsam verlaufenden Erholung der
       Nachfrage müssen wir nun mit tiefgreifenden Restrukturierungen
       gegensteuern“, kündigte Lufthansa-Chef Carsten Spohr an. Im Mai hatte die
       Airline nur 3 Prozent der ursprünglich geplanten Flüge angeboten. Seit
       Anfang Juni hat sie ihr Angebot wieder ausgeweitet und fliegt unter anderem
       wieder Urlaubsziele in Europa an. (afp)
       
       ## FDP lehnt Autokaufprämie ab
       
       7.38 Uhr: Die FDP kritisiert den Ansatz der Bundesregierung, viel Geld mit
       dem Konjunkturpaket ausgeben zu wollen. „Ich bin da sehr skeptisch“, sagt
       ihr haushaltspolitischer Sprecher Otto Fricke im Deutschlandfunk. Man könne
       Strukturen auch ohne Geld verbessern und so für mehr Wirtschaftswachstum
       sorgen. Die FDP lehne deswegen [15][Prämien zum Kauf von Autos] ab, obwohl
       die Branche sehr wichtig sei. „Das ist eine falsche Subvention.“ Sie lenke
       das Einkommen der Bürger in die falsche Richtung und sorge dafür, dass Geld
       an anderer Stelle dann fehle. (rtr)
       
       Lufthansa macht 2 Milliarden Verlust durch Coronakrise 
       
       7.01 Uhr: Der Geschäftseinbruch durch die Pandemie hat der Lufthansa im
       ersten Quartal einen hohen Verlust eingebrockt. Von Januar bis März
       summierte sich der Fehlbetrag nach Steuern und Abschreibungen auf 2,1
       Milliarden Euro, teilte die Lufthansa am Mittwoch mit. Das Unternehmen
       bestätigte die schon Ende April veröffentlichten Zahlen, nach denen sich
       der bereinigte operative Verlust im saisonal schwachen Quartal auf 1,2
       Milliarden Euro erhöhte. Das Konzernergebnis wurde von einem erwarteten
       Verlust bei Termingeschäften mit Treibstoff in Höhe von 950 Millionen
       belastet. Die Lufthansa nahm zudem Abschreibungen auf 50 dauerhaft
       stillgelegte Flugzeuge sowie auf Firmenwerte vor.
       
       Die Pandemie hat den Luftverkehr weltweit seit März weitgehend lahmgelegt.
       Die Airline-Gruppe muss wegen des Schocks mit [16][staatlichen Finanzhilfen
       von bis zu 9 Milliarden Euro] vor der Pleite gerettet werden. (rtr)
       
       ## Rasanter Anstieg: Indien meldet 200.000 Infektionen
       
       6.35 Uhr: In Indien sind inzwischen mehr als 200.000 Menschen nachweislich
       mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Die Zahl der Ansteckungen stieg
       binnen 24 Stunden um 8.909 auf 207.615, wie die Behörden mitteilen. Das
       Land liegt damit weltweit auf Rang sieben. [17][Ein weiterer rasanter
       Anstieg wird erwartet]. Indien sei noch weit vom Höhepunkt der
       Infektionswelle entfernt, sagt ein Vertreter der Gesundheitsbehörden.
       Bislang sind in dem Land 5.815 infizierte Menschen gestorben. (rtr)
       
       ## RKI: Neuinfektionen in Deutschland bleiben gering
       
       5.35 Uhr: Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt
       nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) binnen 24 Stunden um 342 auf
       182.370. Weitere 29 sind an den Folgen von Covid-19 gestorben. Damit steigt
       nach offiziellen Angaben die Zahl der Todesopfer in Deutschland auf 8.551.
       (rtr)
       
       ## Südkorea lässt Remdesivir zu
       
       5.27 Uhr: Südkoreas Ministerium für Lebensmittel- und
       Arzneimittelsicherheit lässt den Import des [18][Medikaments Remdesivir zur
       Behandlung von Covid-19] zu. Das Ministerium erklärt, es werde mit den
       Zentren für Seuchenbekämpfung und -prävention, weiteren Ministerien und dem
       Hersteller Gilead Sciences zusammenarbeiten, um das Medikament so schnell
       wie möglich zu importieren. Vergangene Woche war ein Regierungsgremium zu
       dem Schluss gekommen, dass Remdesivir positive Ergebnisse bei der
       Behandlung der neuartigen Lungenkrankheit erziele. (rtr)
       
       ## Mexiko meldet Höchstwert an Neuinfektionen
       
       2.45 Uhr: Mexikanische Gesundheitsbehörden melden mit 3.891 Fällen binnen
       24 Stunden die höchste Zahl neuer Infektionen innerhalb eines Tages.
       Weitere 470 Menschen sind nach offiziellen Angaben dem Virus erlegen. Damit
       steigt die Gesamtzahl der bestätigten Fälle auf 97.326 und der Todesfälle
       auf 10.637. Die Gesundheitsbehörden vermuten, dass die Dunkelziffer
       deutlich höher liegt. (rtr)
       
       ## 1.262 Infizierte sterben binnen 24 Stunden in Brasilien
       
       1.03 Uhr: [19][In Brasilien] sind in den vergangenen 24 Stunden mehr
       Menschen dem neuartigen Coronavirus erlegen als bislang täglich zuvor. Das
       Gesundheitsministeriums bestätigt 1.262 Todesfälle und 28.936 weitere
       Infektionen. In dem lateinamerikanischen Land gibt es inzwischen insgesamt
       555.383 bestätigte Coronavirus-Fälle, 31.199 Menschen sind an den Folgen
       von Covid-19 verstorben. Bislang gibt es keine Anzeichen für eine
       Verlangsamung des Ausbruchs im größten lateinamerikanischen Land. (rtr)
       
       [20][Hier] finden Sie die Live-Ticker der vergangenen Tage. Alle Texte der
       taz zum Thema finden sich in unserem [21][Schwerpunkt Coronavirus].
       
       3 Jun 2020
       
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