# taz.de -- Die Wahrheit: Vivat, Santa Jacinda
       
       > Neues aus Neuseeland: Move over, Vatikan! Das lebende Weltwunder von
       > Downunder hat die nächste Epidemie ausgelöst: die Jacindamania.
       
 (IMG) Bild: Bei den Wahlen im September unschlagbar? Gut möglich für Jacinda Ardern
       
       In diesen apokalyptischen Zeiten, da die Gesetze des Dschungels herrschen
       und es ums nackte Überleben geht, will ich endlich einmal ganz vorne sein.
       Sollte eines Tages jemand meinen Nachruf schreiben, dann möge damit
       geprahlt werden. Denn an dieser Stelle wird Jacinda Ardern endgültig
       heiliggesprochen. Move over, Vatikan! Spring zur Seite!
       
       Vor einem Jahr habe ich es prophezeit, als die coole Ex-DJ und nun gewählte
       Premierministerin stillend zu UN-Kongressen jettete, über Nacht
       Waffengesetze änderte und Terroropfer umarmte. Arderns Antlitz im Kopftuch
       wurde nach dem Attentat auf die Moschee in Christchurch überdimensional auf
       einen Turm in Dubai gebeamt. Ihr Bild radierte als Symbol nicht nur Mutter
       Teresa im Nonnensari aus. Nein, es übertraf die Gottesmutter Maria.
       
       Ein neues Zeitalter brach an. Jacindamania erfasste die Welt. Die Vogue
       fotografierte sie an einem einsamen Strand. Das internationale Lovebombing
       begann, nur die alten weißen Männer rasteten aus. Seit unsere Landesmutter
       mit drastischen Maßnahmen und mitfühlenden Worten in den letzten Wochen
       auch die Coronafälle in den grünen Bereich drückte und ihr Land damit zu
       den sicheren Inseln der Glückseligen machte, ist es um alle geschehen.
       
       Die Financial Times titelte: „Erhebe dich, Santa Jacinda“, das Magazin The
       Atlantic legte nach: „Die effektivste Führerin der Welt“. Virologe
       Christian Drosten in Berlin schlug Ardern eine polyamore Fernbeziehung vor.
       Ikonenmalerinnen gingen sofort ans Werk. In den Hintergrund ihrer Bilder
       platzierten sie dezent Angela Merkel und Greta Thunberg, die unsere GröHaz
       (Größte Heilige aller Zeiten) verstärken. Nur Arderns Gebiss wurde etwas
       überarbeitet. Auch Kiwis sind eitel.
       
       ## Te Papa für Mama
       
       Neuseelands Nationalmuseum Te Papa in Wellington wollte die gesamte
       Walfisch- und Vogelabteilung für die Heiligenbilder freimachen. Doch dann
       bekam Donald Trump davon Wind, fragte seinen Kumpel Kim Jong Un um Rat und
       ließ alle Jacinda-Bilder vom Kunstmarkt verschwinden.
       Verschwörungstheoretiker behaupten, sie wurden zusätzlich mit Chlorbleiche
       verätzt. Wer mir nicht glaubt: Ich habe Youtube-Videos gesehen, in denen
       Experten dies belegen.
       
       Unser Aotearoa lässt sich von den USA mit solchen Machenschaften nicht in
       die Knie zwingen. Wir setzen daher unserer Anti-Trump bald ein Denkmal, das
       auch einem Dritten Weltkrieg standhält. Sobald wir aus dem Lockdown kommen,
       wird neben der Riesenkarotten in Ohakune und dem gigantischen Donut auf
       einem Acker in Springfield endlich im Hagley Park in Christchurch eine
       Statue von nordkoreanischem Ausmaß errichtet.
       
       Da thront dann die Heilige Jacinda wie die Freiheitsstatue über New York.
       An einer Brust ihr stillendes Kind, in der erhobenen Faust eine
       Impfspritze. 5G-Gegner haben bereits Denkmalschändung angedroht. Was immer
       mir nach diesen Enthüllungen passiert: Die Mainstream-Medien werden es
       hundertprozentig unterdrücken.
       
       30 Apr 2020
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anke Richter
       
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