# taz.de -- Prozess gegen IS-Rückkehrerin: IS-Anhängerin vor Gericht
       
       > In Hamburg startet der Prozess gegen die Witwe des getöteten Rappers Deso
       > Dogg. Sie ist wegen Mitgliedschaft in einer Terror-Vereinigung angeklagt.
       
 (IMG) Bild: Nach der Festnahme: Omaima A. wird zu einem Hubschrauber der Bundespolizei gebracht
       
       Hamburg taz | Am Montag startet vor dem Hamburger Oberlandesgericht ein
       weiterer IS-Prozess. Angeklagt ist die heute [1][35-jährige Omaima A.], die
       sich 2015 dem sogenannten Islamischen Staat angeschlossen haben soll. A.
       ist die Witwe von Denis Cuspert, des wohl bekanntesten deutschen
       IS-Terroristen. Nach ihrer Rückkehr 2016 lebte sie zunächst unbehelligt in
       Hamburg.
       
       13 Verhandlungstage hat das Gericht angesetzt. Denn die Liste der Vorwürfe
       ist lang: Die Bundesanwaltschaft wirft der Angeklagten die Mitgliedschaft
       in einer terroristischen Vereinigung vor. Sie soll während ihres
       Aufenthalts in Syrien ein nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz verbotenes
       Sturmgewehr besessen haben und eine vom IS als Sklavin gehaltene 13-jährige
       Jesidin in ihrem Haushalt beschäftigt haben. Deshalb wird auch wegen
       Menschenhandels und eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit gegen die
       gebürtige Hamburgerin verhandelt.
       
       Dass es überhaupt zu einem Verfahren kommt, ist offenbar den Recherchen
       einer libanesischen TV-Journalistin zu verdanken. Sie kam über einen
       Informanten in den Besitz des Handys von A. Darauf fanden sich Tausende
       Fotos, die A. im Umfeld des IS zeigen. Auch soll zu sehen sein, wie ihre
       drei Kinder, die sie mit ins Kriegsgebiet nahm, mit Waffen und Uniformen
       von IS-Kämpfern posieren. Die Kinder waren seinerzeit zwischen acht Monaten
       und acht Jahren alt.
       
       [2][Den Berliner Cuspert], der als Gangsterrapper Deso Dogg bekannt wurde,
       heiratete A. in Syrien. Cuspert war zur Zeit dieser Heirat schon in den
       Führungszirkel des IS aufgestiegen. „Mit an Sicherheit grenzender
       Wahrscheinlichkeit“, so das Bundeskriminalamt, sei er seit 2018 tot.
       
       Das Verfahren reiht sich in [3][weitere Prozesse gegen IS-Rückkehrerinnen]
       ein. Die Generalstaatsanwaltschaft Celle hat eine mutmaßliche
       Unterstützerin der Terrormiliz Islamischer Staat angeklagt, die die
       Ausreise weiterer Frauen aus Deutschland zur Heirat mit IS-Kämpfern
       organisiert haben soll.
       
       3 May 2020
       
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