# taz.de -- +++ Corona News vom 7. April +++: Millionen Arbeitsplätze in Gefahr
       
       > Weltweit sind 25 Millionen Stellen in der Luftfahrt gefährdet. Berlin: 43
       > Polizisten in Quarantäne. Die Nachrichten zum Coronavirus im Live-Ticker.
       
 (IMG) Bild: Weltweit fürchten zahlreiche Angestellte in der Luftverkehrsbranche um ihre Jobs
       
       ## Israel verhängt Maskenpflicht
       
       15.53 Uhr: Israel schreibt im Kampf gegen die Pandemie das Tragen von
       Masken in der Öffentlichkeit vor. Kinder unter sechs und Menschen, die sich
       allein im Auto oder an ihrem Arbeitsplatz aufhalten, sind von der
       Maskenpflicht ausgenommen. Die Masken können selbstgebastelt sein. Israel
       meldet bisher über 9.000 Infektionen. 60 Menschen sind im Zusammenhang mit
       der Infektion bisher gestorben. (rtr)
       
       ## Pathologen-Verbände fordern mehr Obduktionen
       
       15.36 Uhr: Zwei Pathologie-Fachverbände fordern möglichst viele Obduktionen
       bei gestorbenen Virus-Infizierten. Dies sei nötig, um mehr über die
       Erkrankung und deren Verlauf zu erfahren, teilten der Bundesverband
       Deutscher Pathologen (BDP) und die Deutsche Gesellschaft für Pathologie
       (DGP) mit. Bestenfalls könne man aus den Erkenntnissen weitere Optionen für
       die Behandlung ableiten, hieß es. Die Verbände widersprechen damit nach
       eigenen Angaben Empfehlungen des RKI, wonach eine innere Leichenschau, bei
       denen winzige Tröpfchen produziert werden, vermieden werden sollten.
       
       Die Gefahr einer solchen Infektion sei zwar ein wichtiger Aspekt, „aber als
       Entscheidungsgrundlage zu schmal“, erklärten die Pathologen. Der Schutz der
       Mitarbeiter bei Obduktionen werde sichergestellt. RKI-Präsident Lothar
       Wieler sagte in einem anderen Kontext, es sei zum Beispiel noch unklar,
       woran etwa jüngere Covid-19-Patienten sterben. Angesichts von Wissenslücken
       über die neue Erkrankung seien Obduktionen sehr wichtig. (dpa)
       
       Post registriert Paketflut „wie vor Weihnachten“ 
       
       15.32 Uhr: Der Bonner Konzern verzeichnet vor Ostern einen deutlichen
       Anstieg der Paketmengen in Deutschland. Die Post registriert einem Sprecher
       zufolge seit Ende März eine täglich steigende Zahl von Sendungen, deren
       Menge mittlerweile sehr spürbar über der des Vorjahreszeitraums liegt. Die
       Mengen hätten schon Vorweihnachtsniveau erreicht. Gerade auch [1][kleine
       Händler] setzten verstärkt auf DHL, um ihre Waren bei Schließung der
       Ladenlokale durch die Pandemie an den Verbraucher zu bringen. (rtr)
       
       ## Flüchtlingsunterkunft geräumt: 43 Polizisten in Quarantäne
       
       15.08 Uhr: Wegen eines Einsatzes in einem Flüchtlingsheim in Berlin-Marzahn
       ist für 43 Polizisten eine Quarantäne wegen Ansteckungsgefahr mit dem Virus
       empfohlen worden. Nach einem Brandalarm wurde die Unterkunft im Stadtteil
       Biesdorf geräumt, wie die Polizei mitteilte. Wegen Verdachtsfällen standen
       die Bewohner bereits unter Quarantäne. Bei der Räumung sollen mehrere
       Geflüchtete versucht haben, einen Wachmann anzugreifen. Wegen des Kontakts
       mit den Bewohnern empfahl eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes die
       Quarantäne für die Polizisten. (dpa)
       
       ## Luftfahrt: Weltweit 25 Millionen Arbeitsplätze in Gefahr
       
       14.58 Uhr: Der internationale Airline-Verband IATA sieht weltweit 25
       Millionen Arbeitsplätze in der Branche durch die Krise in Gefahr. Die
       Interessenvertreter bekräftigten ihre Forderung nach staatlichen Hilfen,
       weil Fluggesellschaften das Geld auszugehen drohe. In Europa sei der
       [2][Luftverkehr um 90 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen], weltweit
       um 70 Prozent. Beim Neustart nach der Krise könne es auch aus
       regulatorischen Gründen zu Verzögerungen kommen. (rtr)
       
       ## Erste junge Flüchtlinge sollen nach Luxemburg kommen
       
       14.57 Uhr: Griechenland hat das Verfahren zur Ausreise minderjähriger
       Flüchtlinge in andere EU-Staaten in die Wege geleitet. Es handelt sich um
       zwölf unbegleitete Minderjährige, die nach Luxemburg gebracht werden
       sollen. „Das ist ein positives Beispiel auch für andere EU-Staaten, die den
       Wunsch geäußert haben, Minderjährige aufzunehmen“, erklärte Koumoutsakos.
       Die Reise wird in Kooperation mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) und
       der Internationalen Organisation für Migration stattfinden, hieß es.
       
       ## Landgericht schlägt Einstellung von Loveparade-Prozess vor
       
       14.52 Uhr: Das Landgericht Duisburg hat wegen der Krise die [3][Einstellung
       des Loveparade-Strafprozesses] vorgeschlagen. Die Verfahrensbeteiligten
       sollen bis zum 20. April Stellung nehmen. Aufgrund der Pandemie sei nicht
       absehbar, wann und wie die derzeit unterbrochene Verhandlung fortgesetzt
       werden könne, teilte das Gericht mit. (dpa)
       
       ## Grüne fordern Konkunkturpaket von 500-Milliarden-Euro
       
       14.32 Uhr: [4][Die Grünen fordern] von der Bundesregierung
       Konjunkturspritzen im Volumen von 500 Milliarden Euro über einen Zeitraum
       von zehn Jahren. „Jetzt gibt es die Chance für einen wirtschaftlichen
       Neustart für eine sozial-ökologische Wirtschaft, die schnell klimaneutral
       wird“, sagt ihr Haushaltsexperte Sven-Christian Kindler dem
       Redaktionsnetzwerk Deutschland. Oberste Priorität müssten dabei die
       Stabilität und Arbeitsfähigkeit des Gesundheitssystems haben. Kindler
       schlägt zudem die Anhebung der Hartz-IV-Zahlungen und der
       Zuverdienstgrenzen vor. (rtr)
       
       ## Soforthilfe für Inklusionsbetriebe
       
       14.13 Uhr: Inklusionsbetriebe in Berlin erhalten vom Senat eine Soforthilfe
       von 500 Euro je schwerbehindertem Beschäftigen. Der Zuschuss zum Erhalt des
       Arbeitsplatzes werde zunächst für drei Monate mit der Möglichkeit der
       Verlängerung gezahlt, teilten die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit
       und Soziales und das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) mit.
       Diese Betriebe leisteten einen wichtigen Beitrag zur Teilhabe von Menschen
       mit Handicap am Arbeitsleben. Aber auch ihnen würden durch die Pandemie
       Aufträge wegbrechen. (epd)
       
       ## Niederlande: Zunahme der Infektionen verlangsamt sich
       
       14.07 Uhr: Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen in den Niederlanden ist
       den Gesundheitsbehörden zufolge um 777 auf 19.580 gestiegen. Damit
       verlangsamte sich die Zunahme weiter. Die Zahl der Toten stieg auf 2.101.
       
       ## Außenminister Raab führt Regierung in London
       
       14.03 Uhr: In Großbritannien übernimmt Außenminister Dominic Raab wegen der
       Erkrankung von Premierminister Boris Johnson dessen Aufgaben. Der nach
       einer an Covid-19 leidende Johnson lag weiterhin auf der Intensivstation
       eines Londoner Krankenhauses. Er habe zusätzlich Sauerstoff erhalten, werde
       aber nicht künstlich beatmet.Raab übernimmt die Führung der Regierung in
       einer entscheidenden Phase. In Großbritannien sind bislang fast 5.400
       Menschen nach einer Ansteckung gestorben. Zugleich muss die Regierung
       klären, wie es mit den Beschränkungen des öffentlichen Lebens weitergeht.
       
       ## Gewerkschaft gegen längere Schichten im Einzelhandel
       
       13.35 Uhr: Die vor der Regierung geplante befristete Ausnahmeregelung für
       Zwölf-Stunden-Arbeitstage wird von der Gewerkschaft
       Nahrung-Genuss-Gaststätten in der Lebensmittelindustrie abgelehnt. „Die
       Menschen arbeiten längst am Limit, um uns mit Lebensmitteln zu versorgen“,
       erklärt NGG-Chef Guido Zeitler. „Mit jeder zusätzlichen Stunde im Betrieb
       steigt das Risiko von Unfällen und einer Infektion.“ Das
       Arbeitssministerium will „zeitnah“ eine Rechtsverordnung erlassen, die für
       bestimmte Bereiche [5][Ausnahmen von Höchstarbeitszeiten],
       Mindestruhezeiten sowie vom grundsätzlichen Beschäftigungsverbot an Sonn-
       und Feiertagen zulässt.
       
       ## Finnland will großflächig testen
       
       13.32 Uhr: Die finnischen Gesundheitsbehörden kündigen Antikörpertests auf
       das Virus [6][in der Bevölkerung] an, um sich ein Bild über die Verbreitung
       zu verschaffen. Die größten Krankenhäuser des Landes sollen dazu Briefe an
       zufällig ausgesuchte Bürger schicken.
       
       ## Söder: Beschränkungen bis Juni möglich
       
       13.10 Uhr: Bayerns [7][Ministerpräsident Markus Söder] (CSU) bereitet die
       Bevölkerung auf eine Fortdauer der öffentlichen Beschränkungen bis Juni und
       darüber hinaus vor. Bayern habe Sympathie für das am Montag von der
       österreichischen Regierung verkündete Modell, sagt er. Die Entwicklung in
       Österreich sei derjenigen in Bayern um drei Wochen voraus.
       
       ## Spahn: Lage ist weiter ernst
       
       12.47 Uhr: [8][Gesundheitsminister Jens Spahn] (CDU) warnt davor, sinkende
       Infektionszahlen als Zeichen der Entspannung zu werten. „Wir dürfen uns
       nicht in falscher Sicherheit wiegen“, sagt Spahn nach einer gemeinsamen
       Sitzung mit der baden-württembergischen Landesregierung. „Die Lage ist nach
       wie vor ernst.“ Die Neuinfektionen sinken nach seinen Worten auch in der
       prozentualen Steigerung, die Zahl der Genesenen steige. „Umso konsequenter
       wir jetzt sind, auch über Ostern, desto eher können wir über eine
       schrittweise Rückkehr zur Normalität nachdenken.“ Die Bundesregierung und
       die Ministerpräsidenten würden darüber nach Ostern beraten.
       
       ## Reiseveranstalter Alltours will Kunden Geld erstatten
       
       12.45 Uhr: Der Reiseanbieter Alltours will seinen Kunden Zahlungen für
       wegen der Pandemie ausgefallene Reisen zurückerstatten. Für von Alltours
       Flugreisen stornierte Urlaube mit Abreisen zwischen dem 17. März und dem
       30. April werde Geld zurückgezahlt, teilt das Unternehmen mit. Eine
       EU-weite Regelung, dass Rückerstattungen von Reisekosten auch per Gutschein
       erfolgen können, gibt es nach wie vor nicht.
       
       ## Schweiz: mehr Neuinfektionen als am Vortag
       
       12.43 Uhr: [9][In der Schweiz] haben sich nach Behördenangaben 22.242
       Personen infiziert. Die Zahl der bestätigten Fälle ist damit um 590 höher
       als am Vortag. Am Montag hatte der Zuwachs 552 betragen, nach einem Plus
       von 822 einen Tag zuvor. Bislang starben hier 641 Menschen.
       
       ## Baden-Württemberg: Maßnahmen wirken, keine Entwarnung
       
       12.42 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann
       (Grüne) lässt offen, wann die Kontaktbeschränkungen gelockert werden
       können. „Wir können nur soviel sagen: Es wird Schritt für Schritt gehen“,
       sagt Kretschmann in Stuttgart. „Bis dahin kann ich Sie nur um eiserne
       Geduld bitten.“ Bislang sind die bundesweiten Einschränkungen bis zum 19.
       April befristet.
       
       12.38 Uhr: Die tiefen Eingriffe in die Freiheitsrechte der Bürger zur
       Verlangsamung des Epidemieverlaufs zeigen nach Worten von
       Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann Wirkung. Vor den
       Schulschließungen hätten sich in dem Bundesland die Infektionsfälle
       innerhalb von 2,6 Tagen verdoppelt. Nun sei man bei 10,5 Tagen.
       
       ## Insgesamt 1,25 Millionen Coronatests in Deutschland
       
       12.30 Uhr: Die im Interessenverband ALM organisierten medizinischen Labore
       in Deutschland haben seit Anfang März nach eigenen Angaben rund 1,25
       Millionen Mal [10][auf Corona getestet]. Davon waren bis 5. April 95.353
       Tests positiv, so ALM-Vorstand Michael Müller. Mit der Vielzahl der Tests
       liegt Deutschland hinter den USA auf Platz Zwei. In der vergangenen Woche
       wurden 30.447 von rund 332.414 positiv getestet. Der Verband erhebt nach
       eigenen Angaben 85 bis 90 Prozent der Gesamtdaten, die dem Robert-Koch
       Institut wöchentlich zugeliefert werden.
       
       ## Paris verbietet Sport im Freien
       
       12.15 Uhr: In Krise verschärft die Stadt Paris die geltende Ausgangssperre:
       Tagsüber zwischen 10.00 und 19.00 Uhr sind künftig alle sportlichen
       Aktivitäten im öffentlichen Raum untersagt, wie die Stadtverwaltung und die
       Polizeipräfektur mitteilten. In Kraft treten die neuen Regeln am Mittwoch.
       Der Pariser Großraum ist von der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus
       besonders stark betroffen. Viele Hauptstadtbewohner nutzten die milden
       Temperaturen noch am Wochenende zum Spazierengehen oder Joggen. (afp)
       
       ## China: heute erstmals seit Januar keine neuen Todesfälle
       
       12.08 Uhr: Erstmals seit Ende Januar hat China keinen neuen Todesfall mehr
       gemeldet. Zudem sei die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen gesunken,
       wie die Nationale Gesundheitskommission am Dienstag mitteilte. Alle neuen
       Fälle gingen demnach auf eingereiste Menschen zurück. Damit stieg die Zahl
       der registrierten Infektionen auf 81.740, 3.331 Menschen starben nach
       offiziellen Angaben bislang an Covid-19. Die Behörden kündigten zudem an,
       die Abriegelung der [11][Elf-Millionenstadt Wuhan], in der das Virus Ende
       2019 ausgebrochen war, am Mittwoch aufzuheben.
       
       ## WHO warnt vor zu früher Aufhebung der Beschränkungen
       
       12.05 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer zu frühen
       Aufhebung der Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Anderenfalls könne
       es zu einem erneuten Anstieg der Infektionszahlen kommen, sagt WHO-Sprecher
       Christian Lindmeier. Das sei einer der wichtigsten Punkte im Kampf gegen
       die Ausbreitung des Virus.
       
       ## Weiteres Mitglied der britischen Regierung in Isolation
       
       12.03 Uhr: Der britische Kabinettsminister Michael Gove begibt sich einem
       Medienbericht zufolge in Selbstisolation. Ein Mitglied seiner Familie zeige
       Symptome von Covid-19, berichtet der Sender ITV. Gove, der [12][eines der
       führenden Mitglieder im Kabinett] des im Krankenhaus liegenden
       Premierministers Boris Johnson ist, werde von zu Hause aus weiter arbeiten.
       
       ## Iran: über 62.600 Infizierte und 3.872 Tote
       
       11.55 Uhr: Im Iran steigt die Todeszahl weiter an. 133 weitere Menschen
       seien infolge einer Infektion in den vergangenen 24 Stunden gestorben,
       damit gebe es mittlerweile 3.872 Tote, teilt das Gesundheitsministerium
       mit. Bei insgesamt 62.589 Menschen sei das Virus nachgewiesen worden. Von
       diesen seien fast 4.000 in kritischem Gesundheitszustand.
       
       ## Spanien: 743 Tote in 24 Stunden
       
       11.30 Uhr: [13][In Spanien] sind erstmals seit fünf Tagen wieder mehr
       Menschen binnen 24 Stunden infolge einer Infektion gestorben. 743 weitere
       Patienten seien der Lungenkrankheit erlegen, teilt das
       Gesundheitsministerium mit. Insgesamt starben damit 13.798 Menschen. Am
       Montag war noch ein Anstieg um 637 gemeldet worden. Die Zahl der
       bestätigten Infektionen stieg auf 140.510.
       
       ## Japan ruft Notstand in Tokio und weiteren Präfekturen aus
       
       11.05 Uhr: Japan hat den [14][Notstand über Tokio] und sechs weitere
       Präfekturen verhängt. Ministerpräsident Shinzo Abe gab als Ziel aus, die
       Bewegung der Menschen um 70 bis 80 Prozent einzuschränken. So könne man den
       Höhepunkt der Ausbreitung des Virus in zwei Wochen erreicht haben. Eine
       drastische Einschränkung des öffentlichen Lebens wie in anderen Staaten
       soll es früheren Angaben des Regierungschefs zufolge trotz des
       Ausnahmezustands aber nicht geben. Auch auf Strafen bei Verstößen soll
       weitgehend verzichtet werden.
       
       ## Frankreich: Flächendeckende Tests und 200.000 Erntehelfer
       
       10.38 Uhr: Frankreich will die Bewohner von Altenheimen flächendeckend auf
       das neuartige Virus testen lassen. Gesundheitsminister Olivier Véran
       kündigte umfassende Tests ab diesem Dienstag an. Grund ist die hohe
       Todesrate: In [15][französischen Pflegeeinrichtungen] starben nach
       offiziellen Angaben schon mehr als 2.400 Menschen an Covid-19.
       Gesundheitsminister Véran sagte, alle Bewohner und Mitarbeiter von Alten-
       und Pflegeheimen sollten „ab dem Auftreten des ersten bestätigten Falls“
       von Covid-19 in ihrer Einrichtung getestet werden. Damit könnte eine
       Ansteckung weiterer verhindert werden.
       
       10.34 Uhr: In Frankreich haben sich mehr als 200.000 Freiwillige als
       Erntehelfer gemeldet. Sie folgten einem Aufruf der Regierung an
       Arbeitslose, wie Landwirtschaftsminister Didier Guillaume am Dienstag im
       Fernsehsender France 2 sagte. Damit kann das Land den Mangel an
       Saisonkräften voraussichtlich aus eigener Kraft beheben. Nach Angaben des
       französischen Dachverbands der Landarbeiter (FNSEA) fehlen bis Mai
       [16][Saisonarbeiter aus Ländern wie Spanien, Portugal, Marokko oder Polen].
       An ihrer Stelle sollen nun die Freiwilligen die Arbeit übernehmen. (afp)
       
       ## Umsätze im stationären Modehandel sanken um 60 Prozent
       
       10.34 Uhr: Die [17][Umsätze des Modehandels] in den Einkaufsstraßen und
       Shopping-Centern sind im März aufgrund der Krise gegenüber dem
       Vorjahresmonat um 60 Prozent eingebrochen. Das geht aus einer
       Branchenumfrage des Fachmagazins Textilwirtschaft im stationären
       Einzelhandel hervor. Dabei machte sich nicht nur bemerkbar, dass im März
       aufgrund der angeordneten Ladenschließungen je nach Bundesland 11 oder
       sogar 12 Verkaufstage fehlten. Bereits in den ersten beiden Wochen des
       Monats lagen die Kundenfrequenzen deutlich unter dem Vorjahresniveau.
       
       ## Ostergottesdienste im Autokino
       
       10.26 Uhr: Predigt unter freiem Himmel: Trotz der Krise sollen Gläubige in
       einem Düsseldorfer Autokino Ostergottesdienste besuchen können. Geplant sei
       ein ökumenischer Gottesdienst an Karfreitag, ein katholischer am
       Ostersonntag und ein evangelischer an Ostermontag, sagte ein Sprecher des
       Veranstalters. Beginnen sollen die Live-Gottesdienste jeweils um 11 Uhr.
       Nach Angaben der Evangelischen Kirche in Düsseldorf sollen in dem Autokino
       ein Podest und ein Altar aufgebaut werden. Der Ton der gut einstündigen
       Feierlichkeiten soll übers Autoradio empfangbar sein, wie der Veranstalter
       erklärte. In das neue Autokino passen 500 Fahrzeuge. Die Online-Tickets
       seien kostenlos und würden am Eingang durch die geschlossene Autoscheibe
       gescannt. (dpa)
       
       ## RKI: neue App, 33.000 gesund, Reproduktionszahl erhöht
       
       10.19 Uhr: Die Reproduktionszahl der Infektionen liegt derzeit zwischen 1,2
       und 1,5 und damit wieder etwas höher als zum Ende der vergangenen Woche. Am
       Freitag hatte Lothar Wieler den Faktor mit 1 beziffert, das heißt, dass ein
       Infizierter einen anderen Menschen mit dem Virus ansteckt. Sinkt die Zahl
       auf unter 1, gehen Virologen davon aus, dass eine Pandemie eingedämmt ist.
       
       10.18 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) präsentiert eine neue App zum
       Erkennen von Krankheits-Symptomen. Die App stehe ab heute zur Verfügung,
       sagt RKI-Präsident Wieler. Sie könne auf Fitnessarmbändern oder
       Smartwatches installiert werden und sende dann anonymisierte Daten über
       Symptome wie höhere Temperatur oder auch schlechten Schlaf, die auf
       Atemwegserkrankungen hinwiesen. Sie könne nicht Covid-19 definitiv
       nachweisen, helfe aber dem RKI für eine Übersicht.
       
       10.03 Uhr: Der Präsident des Robert-Koch-Instituts sagt, dass trotz
       rückläufiger Zahl der Neuinfektionen noch nicht von einer Entspannung noch
       nicht ausgegangen werden könne. Mittlerweile seien 33.300 infizierte
       Menschen wieder genesen. Das sei eine „erfreuliche Zahl“, sagt Wieler.
       Allerdings müsse mit zahlreichen weiteren Toten gerechnet werden.
       
       Finnland: Verschärfte Maßnahmen bis 13. Mai 
       
       10.10 Uhr: Finnland verschärft die Grenzkontrollen und verlängert sie bis
       zum 13. Mai. Vor allem der Pendlerverkehr an den Grenzen solle
       eingeschränkt werden, teilt die finnische Regierung mit. Im Norden des
       Landes fahren täglich Hunderte Pflegekräfte nach Schweden, wo sie in der
       Grenzregion dringend im Gesundheitswesen gebraucht werden. Die Regierung in
       Helsinki aber beobachtet mit wachsender Sorge den vergleichsweise laxen
       Umgang Schwedens mit der Epidemie. In Finnland wurden bislang 2.176
       Infektions- und 27 Todesfälle bestätigt. In Schweden sind es nach
       Reuters-Daten 7.206 Infektionsfälle, 477 Menschen starben.
       
       ## Erstmals mehr als 1.000 Neuinfektionen am Tag in Russland
       
       9.40 Uhr: 1.154 neue Fälle seien in Russland innerhalb der vergangenen 24
       Stunden gemeldet worden, teilt das Krisenzentrum mit. Damit steige die
       Gesamtzahl der Infektionen auf 7.497. Elf weitere Menschen seien infolge
       einer Ansteckung gestorben. Die Zahl der Toten liege damit bei 58.
       
       ## Neuseeländischer Minister pfeift auf Ausgehverbot
       
       8.49 Uhr: Der neuseeländische Gesundheitsminister David Clark hat gegen die
       verhängten strengen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen verstoßen. Er sei
       knapp 20 Kilometer mit dem Auto gefahren, um mit seiner Familie an den
       Strand zu gehen, gestand Clark und gab sich zerknirscht. „Ich war ein Idiot
       und ich verstehe, weshalb die Leute wütend auf mich sind“, sagte er.
       Neuseeland versucht, die Ausbreitung des Virus durch eine vierwöchige
       Ausgangs- und Kontaktbeschränkung zu minimieren. Die Menschen dürfen nur
       noch zu unbedingt notwendigen Besorgungen ins Freie. Alle nicht
       systemerhaltenen Geschäfte sind geschlossen. (AP)
       
       ## Frankreich hat Höhepunkt der Epidemie noch nicht erreicht
       
       8.45 Uhr: „Wir sind [18][noch immer in einer Phase der Verschlechterung]“,
       sagt Gesundheitsminister Olivier Veran im Fernsehsender BFM. Die
       Einschränkungen des öffentlichen Lebens blieben so lange in Kraft, wie das
       nötig sei. Nach den am Montag veröffentlichten Daten ist der Anstieg der
       Zahl der gestorbenen Patienten wieder steiler geworden: Fast 9.000 Menschen
       sind bislang an Covid-19 erlegen.
       
       ## Johnson wird mit Sauerstoff versorgt
       
       8.10 Uhr: [19][Der britische Premierminister Boris Johnson liegt weiter auf
       der Intensivstation]. Sein Gesundheitszustand sei unverändert, sagen zwei
       Personen aus seinem Umfeld. Johnson wurde am Montagabend auf die
       Intensivstation verlegt und mit Sauerstoff versorgt. Die Regierung sprach
       von einer Vorsichtsmaßnahme für den Fall, dass Johnson beatmet werden
       müsse.
       
       ## Zahl der täglichen Infektionen in Deutschland steigt
       
       7.41 Uhr: In Deutschland ist die Zahl der Neuinfektionen und der infolge
       einer Ansteckung verstorbenen Patienten wieder stärker angestiegen. Das
       [20][Robert-Koch-Institut (RKI)] meldet 99.225 bestätigte Infektionsfälle,
       das ist ein Anstieg binnen 24 Stunden um 3.834. Am Tag zuvor hatte das RKI
       noch 3.677 Neuinfektionen mitgeteilt. Die Zahl der verstorbenen Patienten
       stieg um 173 auf nun 1.607. Am Montag lag der Anstieg hier noch bei 92
       Todesfällen binnen 24 Stunden. (rtr)
       
       ## Minister Müller will Flüchtlingsschutz auf Lesbos
       
       5.33 Uhr: Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) dringt angesichts der
       Pandemie auf schnelles Handeln zum Schutz der Flüchtlinge auf den
       griechischen Inseln. Konkret rief er die EU in der Neuen Osnabrücker
       Zeitung dazu auf, das Flüchtlingslager auf Lesbos in kleinere Einheiten
       aufzuteilen und auf die Standards des UN-Flüchtlingswerks zu bringen.
       „Hoffentlich wartet Brüssel nicht, bis es zur Katastrophe kommt“, fügte er
       hinzu.
       
       Er habe das Camp selbst besucht und gesehen, wie 20.000 Menschen in einem
       Lager, das für 3.000 Menschen ausgelegt war, zusammengepfercht leben. Das
       Problem sei denmach nicht gelöst, wenn [21][1.600 Minderjährige] wie
       geplant von Deutschland und anderen EU-Staaten aufgenommen würden.
       
       ## Grüne fordern Akutplätze bei Gewalt gegen Frauen
       
       5.32 Uhr: Angesichts des drohenden Anstiegs von häuslicher Gewalt gegen
       Frauen und Kinder wegen fordern die Grünen von der Landesregierung ein
       Aktionsprogramm. „Das Land muss Geld bereitstellen, um Kommunen bei der
       Anmietung beispielsweise von Ferienwohnungen und Hotelzimmern zu
       unterstützen“, sagte Imke Byl, frauenpolitische Sprecherin im Landtag. Die
       Erfahrungen anderer Staaten zeigten bereits, das [22][häusliche Gewalt
       gegen Frauen und Kinder] mit den Ausgangsbeschränkungen deutlich ansteige,
       sagte Byl. Andere Bundesländer wie Sachsen, Berlin oder Baden-Württemberg
       planten bereits die Anmietung von Einrichtungen zur Schaffung von
       Notfall-Plätzen. (dpa)
       
       ## China: positive Entwicklungen
       
       5.02 Uhr: Die Behörden der chinesischen [23][Großstadt Wuhan] lockern die
       zur Eindämmung der Pandemie verhängten Reisebeschränkungen. Erstmals seit
       Wuhan am 23. Januar von der Außenwelt abgeriegelt worden war, sollen die
       Bewohner ab Mittwoch die Stadt wieder verlassen dürfen. Von Wuhan aus hatte
       sich das Virus weltweit ausgebreitet. In den vergangenen 14 Tagen wurden
       aus Wuhan aber nur noch zwei bestätigte Neuinfektionen gemeldet.
       
       4.48 Uhr: China meldet einen [24][Rückgang der Neuinfektionen]. Nach
       Angaben der Gesundheitsbehörden wurden am Montag 32 neue Fälle bestätigt
       nach 39 am Tag zuvor. Bei allen 32 Neuinfektionen handle es sich um
       Reisende, die aus Übersee nach China gekommen seien. Insgesamt seien
       nunmehr 81.740 Fälle erfasst. 3.331 Menschen seien gestorben.
       
       ## Mexiko: Weiterer Anstieg der Fälle erwartet
       
       4.00 Uhr: Mexiko verzeichnet seinen bislang höchsten Anstieg an
       Corona-Fällen binnen eines Tages. Das Land registrierte 296 Neuinfektionen.
       Insgesamt seien damit bislang 2.439 Fälle erfasst. Die Totenzahl liege bei
       125. Der stellvertretende Gesundheitsminister Hugo Lopez-Gatell erklärt,
       die Fälle würden noch erheblich zunehmen. (rtr)
       
       ## Gräber in Parks?
       
       2.30 Uhr: New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo sieht für den besonders heftig
       getroffenen Bundesstaat Licht am Ende des Tunnels. Die Zahl der neu in die
       Krankenhäuser gekommenen Patienten sei deutlich zurückgegangen, genauso wie
       die Zahl der Menschen an Atemgeräten. Die Zahl der positiv auf Covid-19
       getesteten liege nun bei über 130 000.
       
       Wegen der [25][vielen Toten in New York] überlegt man nun sogar, Leichen
       vorübergehend in Stadtparks zu begraben. Der Vorsitzende des
       Gesundheitsausschusses des Stadtrats, Mark Levine, schrieb am Montag bei
       Twitter, die Leichenhäuser und Friedhöfe der Stadt seien mit einer
       Situation wie bei einem „anhaltenden 11. September“ konfrontiert. Falls
       nötig, würde man „mit „vorübergehenden Bestattungen“ beginnen. Dies wird
       wahrscheinlich durch die Nutzung eines New Yorker Parks geschehen (ja, Sie
       haben das richtig gelesen)“, schrieb Levine.
       
       „Aber es wird für die New Yorker schwierig sein, es zu ertragen“, fügte er
       hinzu. Trotzdem könnte diese Maßnahme nötig werden, um Bilder wie aus
       Italien zu verhindern, das zeitweise nicht mit der Anzahl an Gestorbenen
       fertig wurde. Angesprochen auf die möglichen Pläne sagte Gouverneur Cuomo
       jedoch, er habe nie davon gehört, dass Menschen in Parks beerdigt werden
       sollen. (dpa)
       
       ## Längere Ausgehbeschränkungen in Kolumbien
       
       2.22 Uhr: [26][Kolumbien verlängert] die landesweite Quarantäne zur
       Eindämmung des Coronavirus um zwei Wochen bis zum 27. April. Dies teilt
       Präsident Ivan Duque mit. (rtr)
       
       7 Apr 2020
       
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