# taz.de -- Corona-Lockerungen in Deutschland: Kitas bleiben dicht
> Die Notbetreuung an den Kitas soll aber ausgebaut werden. Wie die
> Kindertagesstättenträger überleben, wissen sie noch nicht.
(IMG) Bild: Bleibt erst mal nur der Teddy zum Spielen
Berlin taz | Kinderbetreuung bleibt weiterhin Elternsache – so haben es
Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsident*innen am Mittwoch
vereinbart. Damit folgt man [1][den Empfehlungen] der nationalen
Wissenschaftsakademie Leopoldina, wonach Kitas nicht schrittweise
[2][geöffnet werden wie die Schulen], sondern vorerst geschlossen bleiben
sollen.
Die derzeitige Notbetreuung werde aber fortgesetzt und auf weitere Berufs-
und Bedarfsgruppen ausgeweitet werden, wie aus dem Beschluss des Bundes
hervorgeht. So sollen demnach auch Beschäftigte im Finanzwesen, in der
öffentlichen Verwaltung und in der Rechtsberatung einen Anspruch auf
Notbetreuung erhalten. Dennoch: Zusammengenommen umfassen die
Berufsgruppen, denen eine Notbetreuung zusteht, gerade mal acht Prozent der
erwerbstätigen Deutschen – [3][für viele Eltern] ändert sich dadurch
nichts.
Das kritisiert auch Ulrike Grosse-Röthig, Sprecherin der
Bundeselternvertretung der Kindertagesstätten: „Die meisten Eltern sind nun
seit Wochen im Homeoffice.“ Das sei sowohl betreuungstechnisch, als auch
finanziell eine riesige Herausforderung. Die Ausweitung der Notbetreuung
müsse nun systematisch mit der Öffnung von Wirtschaft und
Einzelhandelsbetrieben mithalten, so Grosse-Röthig. Hierfür müsse es
nachvollziehbare Konzepte und Kriterien geben. Kleinere und feste
Betreuungsgruppen und viel Zeit an der frischen Luft könnten dabei erste
Maßnahmen für die Betreuung sein.
Ein Konzept, wie die Kitabetreuung nach den Osterferien aussehen könnte,
hat der Verband der Kleinen und Mittelgroßen Kitaträger e. V. (VKMK), der
rund 8.000 Kitaplätze in Berlin bereitstellt, bereits entworfen: Demnach
sollen die Kinder in mehreren Kleingruppen an verschiedenen Wochentagen
betreut werden. Hol- und Bringzeiten der Gruppen werden darüber hinaus
getrennt, Hygienemaßnahmen verschärft. Lars Békési, Geschäftsführer des
Verbandes, kritisiert die Entscheidung. Auch Kitakinder seien in der Lage,
sozialadäquates Verhalten im Sinne des Infektionsschutzes zu erlernen,
glaubt Békési.
## Regulärer Betrieb ab August
Der Berliner Senat erklärte am Donnerstag, ähnlich wie andere Bundesländer
auch die Notbetreuung schrittweise auszuweiten. Die Rückkehr zum regulären
Kitabetrieb sei für August vorgesehen. Über die weitere Finanzierung der
Einrichtungen informierte der Senat nicht, sehr zum Ärger der Träger.
VKMK-Geschäftsführer Lars Békési warnt vor einer „Pleitewelle“ und künftig
fehlenden Kitaplätzen. Bereits im März hatten viele Kitas ihre Sorge vor
Insolvenz ausgedrückt. Acht Bundesländer hatten daraufhin [4][die
Elternbeiträge für den Monat April] erlassen. Ob und wie die finanzielle
Unterstützung nun fortgeführt wird, ist derzeit unklar.
Für [5][Alleinerziehende] sei die Situation besonders herausfordernd,
erzählt Petra Beck, Geschäftsführerin des Thüringer Landesverbandes
Alleinerziehender Mütter und Väter. „Für die Kitaschließung hatten die
meisten zunächst Verständnis“, so langsam sei aber eine gewisse
Schmerzgrenze erreicht.
Dies hänge vor allem mit der finanziellen Situation zusammen: „Viele Eltern
bekommen nun Kurzarbeitergeld, andere müssen jetzt Überstunden, oder sogar
Urlaubstage abbauen.“ In Thüringen wurden die Erzieher*innen trotz
Schließungen weiter bezahlt. „Da hätte man sich ja Pläne überlegen sollen,
wie es nach Ostern weitergeht“, bemerkt Beck.
16 Apr 2020
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## AUTOREN
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