# taz.de -- Berlin nach dem Anschlag in Hanau: Geheimwaffe Demokratie
       
       > Moscheen und Synagogen bekommen nach dem Attentat von Hanau mehr
       > Polizeischutz. Runder Tisch gegen Rechts soll Demokratieprojekte fördern.
       
 (IMG) Bild: Gläubige beten in einer Moschee in Berlin
       
       Berlin taz | Nach dem rassistischen Attentat in Hanau am vergangenen
       Mittwoch will Innensenator Andreas Geisel (SPD) den Polizeischutz vor
       Moscheen sowie vor muslimischen wie auch jüdischen Kultureinrichtungen in
       Berlin verstärken. Auch Shishabars könnten Polizeischutz bekommen, sagte
       Geisel. Im hessischen Hanau hatte ein Mann zehn Menschen in einer
       Shisha-Bar und einer Sportbar erschossen. Wo „in Räumlichkeiten viele
       Menschen zusammenkommen“, prüfe man die Gefährdungslage im Einzelfall,
       sagte Geisel.
       
       Das sei ein wesentliches Ergebnis einer Gesprächsrunde mit
       Sicherheitsbehörden, dem Leiter des Landesamts für Verfassungsschutz sowie
       VertreterInnen unter anderem von kurdischen Verbänden, dem Islamforum, der
       Jüdischen Gemeinde und dem Türkischen Bund. Geisel sprach von einem
       „besorgten Meinungsaustausch.“ Zwar sei Hanau rund 500 Kilometer von Berlin
       entfernt. „Aber das war ein Anschlag auf uns alle. Und Menschen in Berlin
       erwarten vom Senat zu Recht, dass er handelt.“
       
       Welche der nach Geisels Angaben 107 Moscheen und rund 70 jüdischer
       Einrichtungen verstärkten Polizeischutz bekommen, wollte Geisel am Dienstag
       am Rande der Senatssitzung nicht sagen. Dann wäre ja auch im Umkehrschluss
       klar, welche Gebäude weniger stark bewacht würden.
       
       Geisel erinnerte außerdem an die jeweils fünf Millionen Euro in 2020/21 für
       „bauliche Maßnahmen.“ Man wisse schließlich seit dem Anschlag auf die
       [1][Synagoge in Halle] im September: „Sicherheitstüren können Massaker
       verhindern.“
       
       ## Keine absolute Sicherheit
       
       Gelegenheit für Elke Breitenbach (Linke), zu betonen, dass es die absolute
       Sicherheit ohnehin nie geben könne – und dass es deshalb umso wichtiger
       sei, darüber nachzudenken, wie man die demokratischen Kräfte in der
       Gesellschaft stärken könne. „Die Welt hat sich gedreht, und nicht nur zum
       Besten“, sagte Breitenbach. Zum Beispiel müsse man damit umgehen, dass
       [2][die AfD „geistige Brandstiftung“] betreibe.
       
       Deshalb solle es jetzt „so schnell wie möglich“ einen Runden Tisch unter
       Federführung der Berliner Integrationsbeauftragten Katarina Niewiedzial
       geben. „Wo müssen wir Menschen stützen“, solle die Leitfrage sein.
       
       Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) sagte am Dienstag, es sei wichtig, dass
       Taten auch zur Anzeige gebracht würden. „Wir wollen die Anzeigebereitschaft
       der Menschen steigern.“ Im Jahr 2019 habe es insgesamt 2.140
       [3][Ermittlungsverfahren wegen Hasskrimininalität] gegeben.
       
       25 Feb 2020
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Juedisches-Leben-nach-Anschlag-von-Halle/!5632050&s=synagoge+halle/
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 (DIR) [3] /Antimuslimischer-Rassismus/!5659578&s=hasskriminalit%C3%A4t/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anna Klöpper
       
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