# taz.de -- Prekäre Zustände
       
       > Eine Protestaktion in der Wissenschaftsbehörde ging weiter als geplant
       
       Von Sabrina Winter
       
       Im Flur vor der Wissenschaftsbehörde stapeln sich pink-farbene Kartons. Auf
       ihnen stehen Forderungen wie „Tarifvertrag für studentische Beschäftigte“
       oder „Schluss mit Befristungen“. Eine wissenschaftliche Mitarbeiterin steht
       vor der schweren Glastür vor den Büros der Behörde und klingelt insgesamt
       sechsmal. Es tut sich nichts. Die Tür bleibt verschlossen – erst mal.
       
       Am Mittwoch haben rund 40 Studierende und wissenschaftliche
       Mitarbeiter*innen in der Wissenschaftsbehörde [1][gegen prekäre
       Arbeitsverhältnisse] protestiert. Es war der Auftakt zur Kampagne
       [2][„Hamburg – Stadt der prekären Wissenschaft“], die die Mittelbau
       Initiative und die studentische Initiative TVStud organisieren.
       
       Ursprünglich wollten die Protestierenden nur ihre Kartons voller
       Forderungen vor die Behörde stellen. Doch dann geht die Aktion spontan
       weiter: Die Protestierenden stapeln ihre Kartons in den Fahrstuhl, drängeln
       sich hinein und fahren in den vierten Stock, wo die Wissenschaftsbehörde
       sitzt. Nach dem Klingelsturm öffnet sich die Glastür doch. Der Büroleiter
       von Fegebank, Alexander von Vogel, kommt heraus. „Wir sind nicht zum
       Gratulieren hier“, scherzt Marvin Hopp von der Initiative TVStud. Er spielt
       darauf an, dass der Deutsche Hochschulverband Katharina Fegebank diese
       Woche als [3][“Wissenschaftsministerin des Jahres]“ ausgezeichnet hat. Die
       Ministerin ist nicht im Haus. Von Vogel bietet ein Gespräch an. Schließlich
       reden vier Vertreter*innen der Kampagne mit einigen Behördenvertreter*innen
       – mehr als eine Stunde lang. „Die Behörde hat Verständnis gezeigt, aber
       keine konkreten Zusagen gemacht“, sagt Hopp später. Man wolle weiter Druck
       ausüben. Die Behörde erklärt, dass nach einer neuen Leitlinie studentische
       Beschäftigte mit Bachelor-Abschluss ab dem kommenden Sommersemester sowieso
       mehr Geld erhalten sollen.
       
       13 Feb 2020
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /!5659782&SuchRahmen=Print
 (DIR) [2] https://wissenschaft-prekaer.org/
 (DIR) [3] https://www.hamburg.de/bwfg/13584082/fegebank-wissenschaftsministerin-des-jahres/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Sabrina Winter
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA