# taz.de -- Dittrich & Schlechtriem: Ein neues Schaf für den kleinen Prinzen
       
 (IMG) Bild: Soufiane Ababri, „Bedwork“, 2019, Detail
       
       Der höflichen Aufforderung des kleinen Prinzen an den bruchgelandeten
       Piloten in der Geschichte von Antoine de Saint-Exupery – „Bitte … zeichne
       mir ein Schaf!“ – kommt auch Soufiane Ababris in seinen „Bedworks“ nach.
       Sein Schaf allerdings trägt fleischfarbenes Fell und eine leuchtend rote
       Eichel am Kopf. Überhaupt erzählt Ababris homoerotisch aufgeladene Version
       des bekannten Kunstmärchens, die momentan in der [1][Galerie Dittrich &
       Schlechtriem] zu besichtigen ist, dieses unter etwas anderen Vorzeichen. So
       trifft der blonde kleine Prinz darin statt des weißen Piloten einen
       arabischen Einheimischen. Gestählte, wie in einem Pornoheftchen
       dauererigierte maskuline Körper begegnen und umgarnen sich, necken sich,
       kommen zusammen und trennen sich wieder.
       
       Ababris zeichnet seine „Bedworks“ im Bett liegend – daher rührt auch ihr
       Name – mit billigen Supermarktstiften auf Papier. Der Künstler spielt mit
       den Erwartungshaltungen, auch denen der Kunst. Abrabi fordert sein Publikum
       heraus, hinter der naiven Anmutung der Zeichnungen verbirgt sich eine
       vielschichtige Auseinandersetzung mit sexueller wie kultureller Dominanz,
       mit der Fetischierung nichtweißer männlicher Körper, mit der in sich
       verschränkten, mehrfachen Diskriminierung schwuler Araber in seinem
       Geburtsland Marokko wie in Europa. (bsh)
       
       12 Dec 2019
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://www.dittrich-schlechtriem.com/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Beate Scheder
       
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