# taz.de -- Hamburg plant neuen Stadtteil: Ein Riegel vor der Veddel
       
       > Die Diskussion, wie der neue Stadtteil auf dem Grasbrook aussehen könnte,
       > spitzt sich zu. Gibt es einen Volkspark? Wie viel Natur soll in den
       > Hafen?
       
 (IMG) Bild: Stadtraum: So könnte es unter dem Hallendach der Bananenreiferei einmal aussehen
       
       Nach der [1][Hafencity] planen Senat und Bürgerschaft jetzt den nächsten
       Stadtteil im Hafen. Auf dem Grasbrook gegenüber der Veddel sollen 3.000
       Wohnungen entstehen und 16.000 Arbeitsplätze. Jetzt zeichnen sich
       verschiedene Varianten ab, wie der Stadtteil links und rechts des Moldau-
       und Saalehafens einmal aussehen könnte.
       
       Auf dem Grasbrook wird ein Pendant zur Hafencity auf der anderen Seite der
       Norderelbe entstehen. Erste Pläne dafür sind im Zuge der
       Olympia-Bewerbungen Hamburgs entwickelt worden. Der neue Stadtteil könnte
       die Veddel aus ihrer Isolation führen. Und er fügt sich ein in die
       Stadtverbesserung rund um die Elbbrücken, die im Norden in Rothenburgsort
       und am Billebogen fortgeführt wird.
       
       Für den Grasbrook hat es wie für den Billebogen Stadtwerkstätten gegeben,
       wo Bürger ihre Wünsche und Ideen einbringen und sie den professionellen
       Planern nahebringen konnten. Je sechs internationale Stadt- und
       Freiraumplanungsbüros haben sich darüber Gedanken gemacht, wie dieser neue
       Stadtteil gestaltet werden könnte.
       
       Eine Jury hat daraus drei Teams von Stadt- und Freiraumplanern gebildet,
       die ihre Ideen jeweils im Dialog weiterentwickeln sollen. Anfang April wird
       daraus ein Siegerentwurf gekürt. Dazwischen wird eine weitere öffentliche
       Stadtwerkstatt geschaltet. Außerdem kann man sich [2][online] an der
       Planung beteiligen.
       
       ## Freifläche in der Mitte
       
       Der Unterschied, der bei den jetzt vorgestellten Entwürfen am meisten ins
       Auge fällt, besteht darin, dass zwei Büros mitten auf dem Grasbrook eine
       große Freifläche vorsehen. Die Elbphilharmonie-Architekten Herzog & de
       Meuron schlagen einen großen See vor, obwohl ja auf der einen Seite die
       Elbe und auf der anderen Seite der Moldauhafen liegt. Vogt
       Landschaftsarchitekten aus Zürich planen stattdessen einen großen Park.
       
       Beide Entwürfe haben zur Folge, dass die erwünschte Baumasse konzentriert
       werden muss. Neben einer kleinteiligen Bebauung am See schlagen Herzog & de
       Meuron daher wie Vogt am Rande des Stadtteils Hochhausscheiben vor. Das
       schüfe eine Wand zur Veddel. „Das geht gar nicht“, sagte der
       Jury-Vorsitzende Matthias Sauerbruch bei einer Vorstellung der Ideen im
       Cruise Center.
       
       Auf Wohlwollen stieß eine Idee der Stockholmer Stadtplaner Mandaworks
       diesen Übergang durch Sportanlagen am Ufer des Saalehafens herzustellen.
       Für Verkehrslärm wären sie unempfindlich, für die Leute von der Veddel
       attraktiv.
       
       Zu den Vorgaben der Planer gehört es, zwei Trassenvarianten für einer
       Verlängerung der U-Bahnlinie 4 nach Wilhelmsburg frei zu halten. Die
       meisten Planer schlagen dabei eine Station über dem Hafenbecken vor. Viele
       Entwürfe sehen flache, teils naturnahe Böschungen und Zugänge zu den
       Hafenbecken vor. Einige wollen einer natürlichen Gestaltung des Übergangs
       durch die Tide Raum lassen.
       
       Zu den Vorgaben gehört es auch, die als Denkmale geschützten Lagerhallen an
       zwei Kaikanten zu erhalten. Einige Büros schlagen vor, auch das
       hallenartige, lang gestreckte Vordach der Bananenreiferei zu erhalten und
       für verschiedene Nutzungen frei zu halten. „Wir würden die Hallen
       gegebenenfalls auch neu bauen“, sagt Jürgen Bruns-Berentelg,
       Geschäftsführer der Hafencity, die den Wettbewerb zusammen mit der
       Stadtentwicklungs- und der Umweltbehörde ausgelobt hat.
       
       4 Dec 2019
       
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