# taz.de -- Rainer Wendt wird Staatssekretär: Lautsprecher bekommt Posten
       
       > Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft wird Innenstaatssekretär in
       > Sachsen-Anhalt. Der Fan eines starken Staates lebte lange auf
       > Staatskosten.
       
 (IMG) Bild: Rainer Wendt wechselt als Staatssektretär für Inneres nach Sachsen
       
       Magdeburg/Berlin dpa/taz | Der Bundesvorsitzende der Deutschen
       Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, wird Staatssekretär im Innenministerium
       von Sachsen-Anhalt. Das teilte die Staatskanzlei am Freitag in Magdeburg
       mit. Wendt folgt auf Tamara Zieschang, die im Dezember als Staatssekretärin
       ins Bundesverkehrsministerium wechselt.
       
       Wendt wird künftig an der Seite von Innenminister Holger Stahlknecht (CDU)
       arbeiten, der auch Landesvorsitzender seiner Partei ist. Die CDU regiert
       dort seit 2016 in einer sogenannten Kenia-Koalition zusammen mit SPD und
       Grünen.
       
       Wendt ist Mitglied im Bundesvorstand des Deutschen Beamtenbundes und seit
       2007 Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft. In dieser Position hat
       sich der umtriebige Lautsprecher einen Namen als Rechtsausleger der Polizei
       gemacht.
       
       Der Duisburger versteht sich als Fürsprecher für einen starken Staat, für
       mehr Polizei. Er ist CDU-Mann und zog in seinem Buch „Deutschland in
       Gefahr“ gegen „Kuscheljustiz“ und „Spaßpädagogik“ zu Felde. Wendt hat fünf
       Kinder und drei Enkel. Er forderte ständig schärfere Polizeigesetze, sprach
       sich gegen eine Kennzeichnungspflicht aus und gab zu beinahe jeder
       sicherheitspolitischen Debatte seinen Senf dazu.
       
       Mal plädiert er für eine „intelligente Videoüberwachung“ an sensiblen
       Orten, die bei „auffälligen Personenbewegungen“ die Einsatzzentralen
       alarmiert. Mal fordert er, Streifenpolizisten mit Elektroschockern
       auszustatten. Mal verlangt er ein Verbot von Elektrorollern, mal beklagt er
       einen „Kontrollverlust in der Zuwanderungsfrage, Staatsversagen in der
       Vollstreckung von Abschiebungen“.
       
       Wendt selber geriet im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen, als bekannt
       wurde, dass er bis zu seiner Pensionierung im Februar 2017 elf Jahre lang
       keinen Dienst bei der Polizei verrichtet hatte, aber dennoch bezahlt worden
       war. Zudem war er 2010 offenbar ohne Rechtsgrundlage auch noch befördert
       worden.
       
       22 Nov 2019
       
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