# taz.de -- Aus für Polizeipferde in Österreich: Ponyzei vorbei
       
       > Österreich schafft die Reiterstaffel der Ordnungshüter ab. Das Projekt
       > von Ex-Innenminsiter Kickl scheiterte nach einer Evaluierung.
       
 (IMG) Bild: Pferde sind out, Katzen sind in
       
       Wien taz | Ein grinsender Herbert Kickl auf einem bayerischen Polizeipferd.
       Eine blaue Schabracke, die wie eine Schleppe anmutet, schützt die
       Hinterpartie des Reittiers vor der Kälte. Dieses immer reproduzierte Foto
       illustriert wie kein anderes den Plan des Ex-Innenministers, in Österreich
       berittene Polizeistaffeln einzuführen.
       
       [1][Kickl, Mastermind und Scharfmacher der FPÖ, ist als Minister seit einem
       halben Jahr Geschichte.] Nun ist es auch seine Kavallerie. Innenminister
       Wolfgang Peschorn hat bekannt gegeben, dass das Projekt eingestellt werde –
       noch bevor die Testphase in einen Probebetrieb übergeht.
       
       [2][So schön hatte sich der Polizeiminister das vorgestellt]: Bei
       Demonstrationen sollten berittene Beamte für Übersicht und Einschüchterung
       sorgen. Dem Beschluss seines Nachfolgers ist eine Evaluierung
       vorausgegangen, die im Grunde bestätigte, was Kritiker immer schon
       gemutmaßt hatten.
       
       Statt der von Kickl optimistisch veranschlagten Kosten von 600.000 Euro
       über zwei Jahre hat das Experiment schon in der Testphase 2,5 Millionen
       verschlungen. Für sinnvollen Einsatz, so die Evaluierung, hätte der Bestand
       auf 24 Rosse verdoppelt werden müssen.
       
       ## Lahmer Gaul von Orban
       
       Schon im Frühjahr hatte eine parlamentarische Anfrage der SPÖ zutage
       gefördert, dass zwischen Juni 2018 und März 2019 der Tierarzt ein Dauergast
       war. 16 veterinärmedizinischen Vorfälle soll es in diesem Zeitraum gegeben
       haben. Darunter lockere Kniebänder, ein Hufabszess oder eine
       Sehnenentzündung.
       
       Tierärztlich betreut wurde auch eines der beiden Pferde, die Ungarns
       Premier Viktor Orbán der Polizei als Zeichen seiner Wertschätzung für die
       Sicherheitspolitik der FPÖ geschenkt hatte. Es war schon lahm angekommen.
       
       Auch mit der Ausbildung der Polizisten für den berittenen Dienst dürfte
       nicht alles rundgelaufen sein. 44 Krankenstände der Reiterinnen und Reiter
       nach Dienstunfällen oder Krankheit gab es bis zum 31. März 2019.
       
       ## Windeln für Wallache
       
       Die zwölf für den Polizeidienst vorgesehenen Wallache sind derzeit in den
       Stallungen der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt
       untergebracht. Für ihren Einsatz in Wien müssten sie mehr als 40 Kilometer
       transportiert werden.
       
       Damit sie dort überhaupt durch die Straßen hätten ziehen dürfen, wären
       rechtliche Anpassungen vonnöten gewesen. Denn die Fiakerpferde müssen seit
       einigen Jahren zur Vorbeugung von Straßenverunreinigung durch Pferdeäpfel,
       eigene „Pooh-bags“ tragen. Das gilt im Prinzip auch für [3][andere Pferde.]
       
       Orbán bekommt jetzt seine Gäule zurück. Die anderen sollen verkauft werden.
       
       29 Nov 2019
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Regierungskrise-in-Oesterreich/!5596381
 (DIR) [2] https://www.derstandard.at/story/2000074368417/kickl-in-muenchen-politik-auf-dem-ruecken-der-pferde
 (DIR) [3] /Pferde/!t5011002/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Ralf Leonhard
       
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