# taz.de -- US-Notenbank reagiert auf Handelskonflikt: Zinswende in den USA
       
       > Die US-Wirtschaft schwächelt durch den Handelskonflikt mit China. Nun hat
       > die US-Notenbank mit einer Zinssenkung reagiert. Trump ist das nicht
       > genug.
       
 (IMG) Bild: Die Ölpreise sind schon gesunken – der Weltmarkt reagiert auf Powells Ankündigungen
       
       Washington dpa/reuters | Erstmals seit über zehn Jahren senkt die
       US-Notenbank Fed wieder die Zinsen. In der Begründung ihrer Entscheidung,
       den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte zu senken, verwies die Federal Reserve
       (Fed) vor allem auf die von Trump angezettelten Handelskonflikte, die das
       globale Wirtschaftswachstum bremsen. Besonders der [1][Handelsstreit
       zwischen den USA und China], den beiden größten Volkswirtschaften, droht
       die [2][Konjunktur zu bremsen].
       
       „Die von Handelsfragen bestimmte Unsicherheit war größer als erwartet“,
       sagte Fed-Chef Jerome Powell zur Begründung der Zinssenkung am Mittwoch.
       Der Leitzins liegt nunmehr in der Spanne von 2,00 bis 2,25 Prozent. Es war
       die erste Zinssenkung seit der globalen Finanzkrise vor rund einem
       Jahrzehnt. Die weithin erwartet Zinswende ließ die Börse zunächst kalt,
       dürfte den Märkten und der US-Wirtschaft aber mittelfristig neuen Schwung
       verleihen.
       
       Die Entscheidung sei eine Absicherung um sicherzustellen, dass globale
       Risiken nicht das weitere Wachstum der US-Wirtschaft bremsen, erklärte
       Powell. Die Notenbank signalisierte auch die Möglichkeit weiterer
       Zinssenkungen. Es gehe darum „angemessen zu handeln“, um den seit zehn
       Jahren anhaltenden Aufschwung der US-Wirtschaft „zu erhalten“, sagte
       Powell. Er machte klar, dass die Zinssenkung aber nicht der Beginn einer
       „langen Serie von Absenkungen“ sein werde. Die nächste Zinssitzung der Fed
       findet im September statt.
       
       Mit der Zinssenkung kam die Notenbank auch ihrem prominentesten Kritiker
       entgegen – Präsident Donald Trump. Der äußert seit Monaten öffentlich
       [3][harsche Kritik am Kurs der Notenbank] und fordert deutlich niedrigere
       Zinsen. So bezeichnete er die Fed bisweilen als „völlig ahnungslos“. Die
       aktuellen Maßnahmen gehen dem Präsidenten aber nicht weit genug. Am
       Mittwoch zürnte er auf Twitter, Powell habe die USA einmal mehr „im Stich
       gelassen“, weil keine weiteren Maßnahmen in Aussicht gestellt wurden. Die
       Märkte hätten darauf gehofft, dass dies der „Beginn eines langen und
       aggressiven Zyklus von Zinssenkungen“ sei, so Trump. Dies sei nötig, um die
       Wettbewerbsfähigkeit der USA zu stärken.
       
       ## Gedämpfte Ölpreise
       
       Auf die Frage, ob Trumps Kritik bei der Entscheidung der Notenbank eine
       Rolle gespielt habe, sagte Powell: „Politische Erwägungen spielen für uns
       nie eine Rolle.“ Der Notenbankchef betonte auch, man kritisiere die
       Handelspolitik Trumps nicht, man versuche lediglich, deren Konsequenzen für
       die US-Wirtschaft einzukalkulieren.
       
       Die Ölpreise sind am Folgetag gesunken. Eine eher straffe Geldpolitik wirkt
       tendenziell dämpfend auf die Ölpreise, weil sie das Wirtschaftswachstum und
       damit die Nachfrage nach Rohöl dämpfen kann. Außerdem wurde nach dem
       Fed-Beschluss der Dollar gestärkt, was das zumeist in Dollar gehandelte
       Rohöl für Anleger aus anderen Währungsräumen weniger erschwinglich macht.
       
       Nach der verheerenden globalen Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009
       hatte die Notenbank die Zinsen aggressiv gesenkt, um die Wirtschaft zu
       stabilisieren. 2015 begann sie, den Leitzins wieder sukzessive zu erhöhen.
       Noch 2018 gab es vier Zinserhöhungen.
       
       Der Leitzins, die sogenannte Federal Funds Rate, ist der Zinssatz, zu dem
       sich Geschäftsbanken über Nacht Geld leihen. Eine Senkung des Zinssatzes
       verbilligt Kredite, weswegen Firmen leichter investieren können und viele
       Bürger weniger für Schuldendienst ausgeben müssen und damit mehr Einkommen
       zur Verfügung haben.
       
       1 Aug 2019
       
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