# taz.de -- US-Geheimdienstdirektor tritt zurück: Trump will Vertrauten als Nachfolger
       
       > Donald Trump und sein Geheimdienstkoordinator Dan Coats lagen öffentlich
       > oft über Kreuz. Nun geht Coats. Trump hat schon einen Nachfolger
       > auserkoren.
       
 (IMG) Bild: Coats' zweijährige Amtszeit war von Trumps Konflikten mit Geheimdienstmitarbeitern geprägt
       
       Washington ap | US-Geheimdienstkoordinator Dan Coats verlässt seinen
       Posten. Coats werde am 15. August den Posten räumen, schrieb Präsident
       Donald Trump [1][am Sonntag auf Twitter] und dankte ihm für seinen Dienst.
       Als Nachfolger wolle Trump den texanischen Abgeordneten des
       Repräsentantenhauses John Ratcliffe nominieren. Wer das Amt kommissarisch
       führen soll, wollte Trump in den kommenden Tagen bekanntgegeben.
       
       In einem Kündigungsschreiben, das am Sonntag veröffentlicht wurde, schrieb
       Coats, als Geheimdienstkoordinator zu dienen sei ein „eindeutiges Privileg“
       gewesen. Doch sei es für ihn an der Zeit, sich einem neuen Kapitel in
       seinem Leben zuzuwenden. Er betonte seine Arbeit, die Bemühungen der
       Geheimdienste zu stärken, Schaden durch Gegner der USA abzuwenden und den
       Prozess der Sicherheitsüberprüfungen zu reformieren.
       
       Coats zweijährige Amtszeit war von Trumps Konflikten mit
       Geheimdienstmitarbeitern geprägt. Der heute 76-Jährige schien in der
       Zusammenarbeit mit Trump [2][häufig außer Tritt]. Ermittlern berichtete er,
       dass Trump ihn gedrängt habe, öffentlich jegliche Verbindung zwischen
       Trumps Wahlkampfteam und Russland zu bestreiten. Er weigerte sich mit dem
       Hinweis, dass es nicht Aufgabe der Geheimdienste sei, sich zu diesen
       Ermittlungen zu äußern. Die schwierige Beziehung spiegelte eine breite
       Spaltung zwischen dem Präsidenten und den Geheimdiensten wider.
       
       Der Republikaner Ratcliffe hat den Präsidenten wiederholt verteidigt. In
       der vergangenen Woche befragte Ratcliffe den ehemaligen Sonderermittler
       Robert Mueller in der Anhörung im Justizausschuss zu dessen Bericht über
       die Russlandaffäre auf erbitterte Art.
       
       Coats hatte öffentliche und manchmal persönliche Meinungsverschiedenheiten
       mit Trump über die Arbeit der Geheimdienste, darunter die Einmischung
       Russlands in den US-Wahlkampf und Nordkoreas nukleares Potenzial. Trump war
       lange skeptisch gegenüber den Geheimdiensten. Diese luden seinen Zorn auf
       sich, als sie feststellten, dass Russland sich 2016 in den Wahlkampf
       eingemischt hatte – mit dem Ziel, Trump zum Wahlsieg zu verhelfen.
       
       Der republikanische Mehrheitsführer im Senat Mitch McConnell lobt die
       Unparteilichkeit seines früheren Senatskollegen Coats als
       Geheimdienstkoordinator. Der Vertreter der Demokraten im
       Geheimdienstausschuss des Senats, Mark Warner, twitterte, Coats sei der
       Aufgabe der Geheimdienste gerecht geworden, den Mächtigen die Wahrheit zu
       sagen.
       
       ## Coats, der besonnene Direktor
       
       Coats ist ein ehemaliger Senator aus Indiana und vertrat die USA als
       Botschafter in Deutschland. Er wurde im März 2017 Geheimdienstdirektor und
       koordinierte 17 nationale Geheimdienste. Er ist der Fünfte, der den Posten
       seit dessen Einführung nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001
       innehatte. Er gehörte zu den erfahrenen Außenpolitikexperten, die den
       Präsidenten nach seinem Amtsantritt begleiteten. Wie bei
       [3][Ex-Verteidigungsminister Jim Mattis] und [4][Ex-Außenminister Rex
       Tillerson] wurde Trump auch Coats' überdrüssig.
       
       Innerhalb der Regierung hat Coats den Ruf eines besonnenen Direktors, der
       hin und wieder den politischen Vorlieben Trumps widersprach. Über seinen
       Abgang wurde seit Monaten spekuliert. Mitarbeiter der Geheimdienste gingen
       davon aus, dass er den Posten vor dem Höhepunkt des Wahlkampfs für die
       [5][Wahl 2020] räumt.
       
       Trump lobte Ratcliffe, seinen Wunschkandidaten für Coats' Nachfolge, auf
       Twitter: „Als ehemaliger US-Staatsanwalt wird John das Land, das er liebt,
       zu Größe inspirieren und führen.“
       
       29 Jul 2019
       
       ## LINKS
       
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