# taz.de -- Kommentar Rot-Grün-Rot in Bremen: Bündnis ohne Signalwirkung
       
       > Niemand in Bremen redet von einem rot-grün-roten Projekt. Die Koalition
       > ist schlicht aus Pragmatismus und persönlichen Sympathien entstanden.
       
 (IMG) Bild: Rot-Grün-Rot: In Bremen mag man sich
       
       Für manche ist die [1][rot-grüne-rote Landesregierung in Bremen] der Beginn
       von etwas ganz Großem. Eine Mehrheit jenseits von CDU und FDP! Die ersten
       linken Ministerinnen in Westdeutschland! Das weckt Hoffnungen – vor allem
       bei jenen, die von Bremen weit weg sind. Die Wahrheit ist: Von dem neuen
       Senat einer mittleren Großstadt in Norddeutschland geht kein Signal für
       andere Bundesländer im Westen aus. Und schon gar kein bundespolitisches.
       
       Auch wenn einige, gerade in Berlin, das herbeireden wollen. Dietmar Bartsch
       etwa, der Chef der Linksfraktion im Bundestag: Rot-Grün-Rot sei „ein
       kleiner Schritt für die Menschen in Bremen, ein großer für das Machtgefüge
       in Deutschland“, sagte er eben – in einer eher peinlichen Analogie zur
       Mondlandung. In der Linkspartei, aber auch bei den Grünen und der
       großkoalitionär gebeutelten SPD wünschen sich das sicher manche, und das
       ist ja verständlich.
       
       In der Bremer Linkspartei dagegen findet man die Frage, ob die eigene
       Regierungsbeteiligung nun auf den Bund ausstrahlt, „sekundär“. Die
       örtlichen Grünen sind ebenfalls skeptisch – die politische Ausgangslage in
       Berlin sei eine ganz andere, sagte etwa Grünen-Kochef Hermann Kuhn. Und der
       künftige SPD-Bürgermeister Andreas Bovenschulte sieht sich auch nicht als
       Retter seiner Partei. Nach der Signalwirkung der Bremer Koalition für den
       Bund oder andere Länder gefragt, sagte er dem NDR: „Das darf man, glaube
       ich, nicht ganz so hoch hängen.“
       
       Niemand in Bremen redet von einem rot-grün-roten Projekt – warum auch: Die
       großen inhaltlichen Fragen werden in Berlin und von der EU entschieden.
       Vieles von dem, was zwischen SPD, Grünen und Linkspartei bundesweit
       strittig ist, kann von Bremen aus kaum oder gar nicht beeinflusst werden.
       Und schließlich ist Rot-Grün-Rot in Bremen auch schlicht eine Frage von
       persönlicher Sympathie, linkem Pragmatismus und einer seit jeher
       schwächelnden CDU, die vom Niedergang der SPD kaum profitieren kann.
       
       Wen also von Bremen irgendein Zeichen ausgeht, dann dieses: Auf kommunaler
       Ebene können SPD, Grüne und Linke jenseits aller ideologischen Debatten gut
       zusammenarbeiten. Und zwar ganz unaufgeregt.
       
       24 Jul 2019
       
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