# taz.de -- Die Wochenvorschau für Berlin: Wär' die A-Partei doch Yesterday
       
       > Was die Woche in Berlin bringt – und was ein Film über die Beatles und
       > eine Wahl in Brandenburg gemeinsam haben könnten.
       
 (IMG) Bild: Trommelwirbel für die neue Woche in Berlin
       
       Gerade ist ein Film frisch im Kino, der mit einem – bedenkt man es recht –
       reichlich ungeheuerlichen Gedankenspiel aufwartet: dass man sich durchaus
       eine Welt vorstellen könnte, in der es die Beatles gar nie gegeben hat.
       Also nichts von den Fab Four, keine Spur von Beatlemania, niemals hätten
       sich Jungs nur wegen einer Musikband die Haare lang wachsen lassen. Es muss
       einem da doch ganz klamm ums Herz werden.
       
       Die Geschichte in diesem „Yesterday“ will es nämlich, dass ein globaler
       Blackout wirklich jegliche Erinnerung an die Beatband aus Liverpool
       gelöscht hat. Nur ein einziger Mensch auf der ganzen Welt, so will es die
       Geschichte weiter, hat sich deren Lieder gemerkt. Er spielt sie als seine
       eigenen, er hat den großen Erfolg mit ihnen.
       
       Eine Komödie, aus der man doch gleich ein allgemeines Denkspiel über
       Verschwinden und Bewahren machen darf. Und beim Bewahren sollte man ruhig
       auch im Sinne von dem ollen Kästner selbst tätig werden: Es gibt keine
       Beatles, außer man hört sie. Womit man sich nur Gutes tut: Jeder Tag, an
       dem man sich ein Beatles-Lied gönnt, ist schon ein schöner Tag. Und noch
       schöner wird er, wenn man ein Lied von den Beach Boys dazugibt für den
       „Fun, Fun, Fun“. Weil diese Band aus Kalifornien mit der meist entschieden
       sonnigen Musik rundum für „Good Vibrations“ sorgen kann – wahrscheinlich
       sogar am Dienstagabend, wenn die Beach Boys auf der Bühne der Verti Music
       Hall stehen.
       
       Ansonsten ist in der Stadt ja nicht viel los, wenigstens wenn man auf das
       offizielle politische Leben schaut. Drum herum in Brandenburg aber nimmt es
       gerade ziemlich an Fahrt auf, schließlich geht es demnächst wieder um was.
       Am 1. September ist Landtagswahl in Brandenburg. Am Donnerstag entscheidet
       in diesem Zusammenhang der Landeswahlausschuss in Potsdam über die
       Zulassung der Landeslisten von Parteien und politischen Vereinigungen. Gern
       würde man sich dabei vorstellen, dass da zum Beispiel diese A-Partei
       einfach verschwunden wäre, plötzlich fände sich keine Spur mehr von ihr im
       kollektiven Gedächtnis. Und niemand und kein Landeswahlausschuss würde
       daran denken, irgendwas von dieser „Was war das noch mal“-Bewegung bewahren
       zu wollen. Ach!
       
       Mit Blick auf die Wahl schaut sich die taz noch intensiver in Brandenburg
       um. Am Samstag geht es dabei in der Wochenendausgabe in einem Schwerpunkt
       nach Bernau, als Auftakt einer Serie von Texten hier im Berlinteil, in
       denen stichprobenhaft nach der politischen Befindlichkeit im Land geschaut
       werden soll.
       
       14 Jul 2019
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Thomas Mauch
       
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