# taz.de -- Verdacht auf illegale Wahlkampfhilfe: Razzia bei der AfD in Düsseldorf
       
       > Erhielt die AfD im Landtagswahlkampf für NRW illegale Wahlkampfhilfe von
       > einem Verein? Weil der Verdacht besteht, wurde die Parteizentrale nun
       > durchsucht.
       
 (IMG) Bild: Es geht unter anderem um Wahlkampfplakate für ihn AfD-Landtagsabgeordneter Guido Reil
       
       Düsseldorf/Essen dpa | Die Landesparteizentrale der AfD Nordrhein-Westfalen
       ist wegen des Verdachts der illegalen Wahlkampfhilfe von Ermittlern
       durchsucht worden. Das hat die Essener Staatsanwaltschaft auf Anfrage der
       Deutschen Presse-Agentur am Dienstag bestätigt. Die Behörde führt ein
       Verfahren wegen einer Wahlkampf-Plakataktion zugunsten des AfD-Politikers
       Guido Reil. Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass die Zuwendungen
       nicht ordnungsgemäß im Rechenschaftsbericht 2017 angegeben wurden.
       
       Derzeit richte sich das Verfahren gegen den damaligen Schatzmeister des
       Essener Kreisverbandes der AfD, sagte die Sprecherin der
       Staatsanwaltschaft, Anette Milk. Die Durchsuchung sei sehr ruhig und in
       sachlicher Atmosphäre abgelaufen.
       
       AfD-Landessprecher Thomas Röckemann bestätigte die Maßnahme. Grundlage sei
       ein Beschluss des Amtsgerichts Essen gewesen. Die Staatsanwaltschaft
       ermittle wegen des Verdachts eines zwei Jahre zurück liegenden Verstoßes
       gegen das Parteiengesetz. Man werde sich nun um Akteneinsicht bemühen.
       
       Der SPD-Aussteiger und ehemalige Bergmann Guido Reil war Ende Mai bei der
       Europawahl ins Europäische Parlament gewählt worden. Zuvor war er mit
       seiner Kandidatur für den Landtag 2017 trotz der Unterstützung gescheitert.
       
       Im Zusammenhang mit der Plakat-Wahlkampfhilfe der Schweizer Goal AG für
       Reil hatte die Staatsanwaltschaft Essen bereits vor [1][mehreren Monaten
       ein Verfahren eingeleitet]. Ermittelt werde wegen des Verdachts eines
       Verstoßes gegen das Parteiengesetz und wegen Untreue, hatte die Behörde
       bereits damals mitgeteilt.
       
       Das Ermittlungsverfahren richte sich gegen Verantwortliche, die am
       Rechenschaftsbericht für 2017 beteiligt gewesen seien. Gegen Reil selbst –
       den Nutznießer der Plakataktion – werde nicht ermittelt.
       
       Die Schweizer Goal AG hatte 2017 Plakate und andere Werbemittel für Reils
       Landtagswahlkampf in Nordrhein-Westfalen hergestellt. Die
       Bundestagsverwaltung ging dagegen von fragwürdigen Zuwendungen in Höhe von
       44.500 Euro aus. Der Partei droht dadurch in der Spendenaffäre [2][eine
       Strafzahlung von mehr als 100.000 Euro].
       
       Die AfD hatte mitgeteilt, dass sie das nicht für eine illegale
       Parteienspende halte und notfalls gerichtlich gegen mögliche Strafzahlungen
       vorgehen werde.
       
       25 Jun 2019
       
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