# taz.de -- Die Wochenvorschau für Berlin: Entspannt lesen im Park
       
       > Das Sommerloch klafft, es bleiben oft nur Festivals. Aber übermäßiger
       > Hautkontakt und Bierkonsum ist halt nicht jedermanns Sache.
       
 (IMG) Bild: Auch zum Liegen schön: Parkbank, ob mit oder ohne Literatur
       
       So, jetzt ist sie also wieder da, die entspannteste Zeit des Jahres. Ein
       großer Teil der Menschen mit Schulkindern ist ausgeflogen, man steht nicht
       mehr an beim täglichen Eiskauf, man findet Sitzplätze im Bus und
       Parkplätze, wenn es wirklich mal nicht anders geht. Nur wir Journalisten
       haben es ab sofort schwerer als andere, denn die aktuelle Nachrichtenlage
       tendiert pünktlich zum Start der Sommerferien wie üblich gegen null. Was
       soll man machen, wenn es so gut wie keine Termine gibt, wenn alle gerade
       pausieren?
       
       Eins gibt es, was man machen kann, wenn man’s mag, und das sind die
       sogenannten Veranstaltungen unter freiem Himmel. So werden viele Berliner
       ab Mittwoch zum Schwitzen und Hüpfen zum [1][Fusion Festival] aufbrechen,
       einige werden sich ab Freitag beim [2][Bergmannstraßenfest] gegenseitig auf
       den Füßen stehen, und andere werden sich eher vom Sofa oder der Hängematte
       auf dem Balkon aus daran erinnern, dass am 1. Juli vor 30 Jahren zum ersten
       Mal die Loveparade stattfand: Damals noch am Kurfürstendamm, mit gerade mal
       150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Was danach kam, ist Geschichte: Bis zu
       1,5 Millionen BesucherInnen Ende der neunziger Jahre, rückläufige
       Besucherzahlen ab 2000, Umzug ins Ruhrgebiet 2007, 2010 das Unglück in
       Duisburg, bei dem 21 Menschen ums Leben kamen, [3][Ende der Loveparade].
       Seit 2015 gibt es wieder eine größere Technoparade in Berlin, die unter dem
       Namen „Zug der Liebe“ auch in diesem Jahr stattfinden wird, allerdings erst
       Ende August.
       
       Wie jetzt, Sie haben keine Lust, über Straßenfeste nachzudenken, geschweige
       denn sie selbst leibhaftig zu begehen? Sie wollen aber trotzdem an die
       heiße Luft?
       
       Da gibt es vielleicht neben dem Üblichen wie Park, See oder Biergarten noch
       eine charmante Möglichkeit, denn am Wochenende findet erstmals ein Festival
       statt, bei dem es vermutlich weder um Dezibel, Hautkontakt noch um erhöhten
       Bierkonsum gehen wird. „[4][Literatur auf der Parkbank]“ heißt die
       Veranstaltung, zu der 50 AutorInnen eingeladen sind, am Sonntag von 14 bis
       18 Uhr im Tiergarten auf Parkbänken rund um den Neuen See und den
       Schleusenkrug zu lesen. Man wird also kostenlos lustwandeln, sich
       danebensetzen, ein wenig zuhören, in Gedanken abschweifen und wieder
       weitergehen dürfen. Es machen unbekannte AutorInnen mit, aber auch
       bekanntere wie HP Daniels, Claudius Hagemeister, Wolf Hogekamp, Patricia
       Holland Moritz.
       
       Auf lässigere Art wird man sich Literatur in diesem Sommer wohl kaum
       aneignen können.
       
       24 Jun 2019
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [2] https://kreuzberg-festival.de/
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 (DIR) [4] https://www.literatur-auf-der-parkbank.de/
       
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 (DIR) Susanne Messmer
       
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