# taz.de -- Theresa May zum Brexit: Skepsis gegenüber neuem Vorschlag
       
       > Die britische Premierministerin schlägt eine Abstimmung über ein
       > mögliches zweites Brexit-Referendum vor. Deutsche Politiker sind wenig
       > begeistert.
       
 (IMG) Bild: Theresa May bei ihrer Rede in London
       
       Berlin dpa | Der neue Vorstoß der britischen Premierministerin Theresa May
       für einen geregelten Brexit stößt in Deutschland auf große Skepsis. „Leider
       befürchte ich, dass der neue Vorschlag substanziell nichts ändert“, sagte
       der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, Norbert Röttgen
       (CDU), der Deutschen Presse-Agentur. „Teresa May bleibt ihrem Muster treu,
       das Gleiche immer wieder in neuen Anläufen vorzuschlagen.“ Auch Politiker
       von SPD und FDP kritisierten den Vorschlag.
       
       May hatte am Dienstag eine Abstimmung des Parlaments in London über ein
       mögliches zweites Brexit-Referendum in Aussicht gestellt. Voraussetzung
       dafür sei aber, dass die Abgeordneten den Gesetzentwurf zum Abkommen für
       einen EU-Austritt Großbritanniens in zweiter Lesung durchwinken. [1][Das
       Gesetzgebungsverfahren Anfang Juni] gilt als letzte Hoffnung für den
       Brexit-Deal, den May mit der EU ausgehandelt hatte. Der Austritt
       Großbritanniens aus der Europäischen Union hätte eigentlich schon im März
       erfolgen sollen.
       
       Röttgen sagte, die Abstimmung über den Gesetzentwurf hätte direkt mit der
       über ein zweites Referendum verknüpft werden müssen. „Das wäre dann etwas
       Neues gewesen.“
       
       Auch der SPD-Außenpolitiker Nils Schmid betonte: „Ein zweites Referendum
       ist schon lange überfällig, nachdem über Monate hinweg Regierung und
       Parlament sich gegenseitig blockiert haben.“ Er sei allerdings skeptisch,
       ob May in der eigenen Partei noch die nötige Autorität besitze, ihren
       neuesten Plan durchs Parlament zu bringen.
       
       Der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff sagte der dpa, May wirke
       inzwischen nur noch verzweifelt. „Die eigenen Leute suchen auf offener
       Bühne ihren Nachfolger und die genauso verantwortungslosen Sozialdemokraten
       lehnen jeden ihrer Vorschläge schneller ab als sie ihn lesen können.“ Wenn
       May eine neuerliche Verlängerung der Austrittsfrist von der Europäischen
       Union verlangen sollte, sollte sich die EU nach Meinung des FDP-Politikers
       darauf nicht einlassen, um die europäischen Institutionen nicht noch mehr
       zu beschädigen. „Schon die Teilnahme Großbritanniens an der Europawahl
       wirkt wie eine Episode aus „Alice im Wunderland“. Dieser Vorgang schadet
       sowohl der Reputation als auch der Funktion der EU.“
       
       22 May 2019
       
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