# taz.de -- Fusion Deutsche Bank und Commerzbank: Die Banken-Hochzeit platzt
       
       > Am Ende überwiegen doch die Bedenken: Aus der geplanten Fusion von
       > Deutscher Bank und Commerzbank wird nichts – aller Werbung aus der
       > Politik zum Trotz.
       
 (IMG) Bild: So nah wie hier in Frankfurt schienen sich die Deutsche Bank und die Commerzbank – jetzt ist's aus
       
       Frankfurt/Main dpa | Aus einer [1][Fusion von Deutscher Bank und
       Commerzbank] wird nichts. Die Gespräche über einen Zusammenschluss seien
       ergebnislos beendet worden, teilten die Institute mit. Nach gründlicher
       Prüfung seien die Vorstände zum Schluss gekommen, dass ein Zusammenschluss
       „keinen ausreichenden Mehrwert bieten würde“, hieß es in getrennten
       Mitteilungen. Dies gelte „auch mit Blick auf die Umsetzungsrisiken,
       Restrukturierungskosten und Kapitalanforderungen, die mit einer solch
       großen Integration einhergehen.“
       
       [2][Am 17. März hatten die beiden größten Privatbanken Deutschlands
       öffentlich gemacht], dass sie miteinander die Möglichkeit eines
       Zusammenschlusses ausloten. Beide Seiten hatten jedoch betont, eine Fusion
       sei keineswegs ausgemachte Sache. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing
       schrieb seinerzeit an die gut 90.000 Mitarbeiter des Dax-Konzerns: „Die
       Erfahrungen zeigen, dass es viele wirtschaftliche und technische Gründe
       geben kann, die einem solchen Schritt entgegenstehen können.“
       
       Kritiker einer Fusion hatten vor allem einen [3][gewaltigen Stellenabbau
       und mögliche Filialschließungen] als Argumente gegen die Banken-Hochzeit
       ins Feld geführt. 30.000 Jobs würde ein solcher Zusammenschluss kosten – so
       die Befürchtung der Gewerkschaft Verdi. Zudem haben die Institute zehn
       Jahre nach der Finanzkrise noch große Baustellen, etwa in der IT oder bei
       juristischen Altlasten. Daher gab es erhebliche Zweifel, ob eine Fusion
       wirklich Sinn ergeben würde.
       
       Die Deutsche Bank müht sich seit Jahren, an frühere Milliardengewinne
       anzuknüpfen und schaffte 2018 nach drei Verlustjahren in Folge gerade so
       die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Skandale und Prozesse verschlangen
       über Jahre Milliarden, der Aktienkurs ist im Keller.
       
       ## Commerzbank nach Finanzkrise noch nicht erholt
       
       Die Commerzbank stieg im vergangenen Herbst in die zweite Börsenliga ab und
       ist ebenfalls seit Jahren im Umbruch. Bei der jüngsten Bilanzvorlage musste
       der Vorstand einräumen, dass das zehn Jahre nach der Finanzkrise noch immer
       teilverstaatlichte Institut bei der Senkung seiner Kosten noch nicht am
       Ziel ist. Zudem zeichnet sich ab, dass die Commerzbank entgegen der Planung
       auch 2020 noch wesentlich mehr Geld für einen Euro Gewinn aufwenden muss
       als mancher Konkurrent – etwa die bei Privatkunden in Deutschland äußerst
       erfolgreiche Direktbank ING.
       
       Führende Politiker allerdings wünschen sich schon lange einen „nationalen
       Champion“ auf dem deutschen Bankenmarkt – ein international
       wettbewerbsfähiges Institut, das mit den großen Banken aus den USA und
       China dauerhaft mithalten kann. Seit vergangenem Sommer betonen
       Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und sein Staatssekretär, der
       ehemalige Goldman-Sachs-Deutschlandchef Jörg Kukies, Deutschland brauche
       starke Banken.
       
       Bei der Commerzbank hat der Bund Mitspracherecht: Nach einer Rettungsaktion
       mit Steuermilliarden in der Finanzkrise ist der Staat mit gut 15 Prozent
       größter Anteilseigner des Instituts.
       
       25 Apr 2019
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Fusion-Deutsche-Bank-und-Commerzbank/!5578607
 (DIR) [2] /Deutsche-Bank-und-Commerzbank/!5580967
 (DIR) [3] /Deutsche-Bank-und-Commerzbank/!5585250
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Banken
 (DIR) Schwerpunkt Finanzkrise
 (DIR) Commerzbank
 (DIR) Deutsche Bank
 (DIR) Olaf Scholz
 (DIR) Fusion
 (DIR) Aufsichtsrat
 (DIR) Deutsche Bank
 (DIR) Deutsche Bank
 (DIR) Verdi
 (DIR) Fusion
 (DIR) Schwerpunkt Klimawandel
 (DIR) Commerzbank
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Rekordvergütungen für Aufsichtsräte: Ach, Achleitner
       
       Die Aufsichtsratschefs der im deutschen Aktienindex gelisteten Unternehmen
       verdienen mehr – obwohl die Konzerne weniger Gewinn machen.
       
 (DIR) Kommentar Deutsche Bank: Nicht mehr überlebensfähig
       
       Nach dem Scheitern der Fusion mit der Commerzbank ist die Deutsche Bank am
       Ende. Sie kann nur noch durch ihre eigene Zerschlagung gerettet werden.
       
 (DIR) Finanzexperte über geplatzte Fusion: „Die Deutsche Bank will niemand“
       
       Für das größte deutsche Kreditinstitut wird es schwierig, noch Geldgeber zu
       finden, sagt Finanzexperte Gerhard Schick. Die Bank werde schrumpfen.
       
 (DIR) Fusion Deutsche Bank und Commerzbank: Singles sind die glücklicheren Banken
       
       Zu teuer, zu viele Risiken, kein Geschäftsmodell: Deutsche Bank und
       Commerzbank brechen ihre Gespräche über eine Fusion ab.
       
 (DIR) Finanzexperte über die Bankenfusion: „Scholz begeht Analysefehler“
       
       Der unabhängige Bankanalyst Dieter Hein ist sich sicher: Eine Übernahme der
       Commerzbank durch die Deutsche Bank würde keines der beiden Institute
       retten.
       
 (DIR) Kommentar Ökologie von Bankenfusion: Olaf Scholz, helfen Sie der Arktis
       
       Die Commerzbank ist etwas umweltfreundlicher als die Deutsche Bank. Olaf
       Scholz sollte eine Fusion abhängig von Klimaschutzzielen machen.
       
 (DIR) Fusion Deutsche Bank und Commerzbank: Zombiebank und Milliardengrab
       
       Deutsche Bank und Commerzbank prüfen eine Fusion. SPD-Finanzminister Olaf
       Scholz findet das gut, viele andere überhaupt nicht.