# taz.de -- Prozess gegen Monsanto: Glyphosat für Krebs mitverantwortlich
       
       > Eine Jury entscheidet, dass der Unkrautvernichter zur Krebserkrankung
       > eines 70-Jährigen beigetragen hat. Die Bayer-Aktie stürzt um mehr als
       > zehn Prozent ab.
       
 (IMG) Bild: Der Kläger Edwin Hardeman verlässt mit seiner Frau Mary ein Bundesgericht in San Francisco
       
       San Francisco ap | Herber Rückschlag für Monsanto: Der Unkrautvernichter
       Glyphosat hat nach Einschätzung einer Jury zu der Krebserkrankung eines
       Mannes in Kalifornien beigetragen. Die Jury traf das einstimmige Urteil in
       einem [1][Teilprozess] vor dem Bundesgericht in San Francisco. Der
       US-Saatgutkonzern Monsanto, der Glyphosat herstellt, gehört zum deutschen
       Bayer-Konzern. Die Bayer-Aktie ist nach dem Urteil an der Börse in
       Frankfurt am Main eingebrochen. Das Papier des Konzerns stürzte bei Öffnung
       der Börse am Mittwochmorgen um mehr als zehn Prozent ab.
       
       Der 70-jährige Edwin Hardeman hatte Glyphosat, in den USA als Roundup
       bekannt, auf seinem Grundstück jahrzehntelang angewendet. Eine Jury hatte
       einem anderen Mann im August 289 Millionen Dollar [2][Schadenersatz] wegen
       einer Krebserkrankung zugesprochen. Ein Richter senkte die Summe später auf
       78 Millionen Dollar, Monsanto legte Berufung ein.
       
       Der laufende Prozess ist zweigeteilt: Die Anwälte des Klägers mussten
       zuerst die Geschworenen davon überzeugen, dass Glyphosat ein wesentlicher
       Faktor für Krebs war. Im zweiten Teil können sie Schadenersatz fordern. Das
       Ergebnis gilt als richtungsweisend. Es kann Anwälten dabei helfen, zu
       entscheiden, ob sie ähnliche Klagen weiterführen oder beilegen sollen. Es
       gibt ihnen außerdem eine starke Verhandlungsposition für derartige Fälle.
       
       Laut Monsanto haben Hunderte Studien festgestellt, dass der
       Unkrautvernichter [3][sicher sei]. Der Bayer-Konzern, der Monsanto im
       vergangenen Jahr übernommen hat, teilte mit, man glaube fest daran, dass
       die Wissenschaft bestätigt, dass Unkrautvernichter auf Glyphosatbasis
       keinen Krebs verursachen.
       
       Monsanto hatte Glyphosat in den 1970er Jahren entwickelt. Heute wird es in
       mehr als 160 Länder verkauft und in den USA verbreitet eingesetzt. 2015
       stufte eine zur Weltgesundheitsorganisation gehörende Internationale
       Agentur für Krebsforschung mit Sitz in Frankreich das Mittel als
       „wahrscheinlich krebserregend“ ein.
       
       20 Mar 2019
       
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