# taz.de -- Wahlkampf in der Türkei: Erdoğan zeigt Christchurch-Video
       
       > Terror auf der Großleinwand: Um die Opposition vor der Wahl in der Türkei
       > zu diskreditieren, zeigt Erdoğan ein Video des Anschlags in Neuseeland.
       
 (IMG) Bild: Am Samstag in Tekirdağ: Der Anschlag in Neuseeland kam Erdoğan offenbar gelegen
       
       Berlin taz | Dass Recep Tayyip Erdoğan vor kaum einem Mittel
       zurückschreckt, um Wähler zu mobilisieren, zeigt eine
       Wahlkampfveranstaltung im westtürkischen Tekirdağ. Dort hat der türkische
       Präsident das berüchtigte Killervideo aus Neuseeland öffentlich vorgeführt.
       Der Angreifer von [1][Christchurch] hatte seine Taten live ins Internet
       übertragen.
       
       Mehrere tausend Leute hatten sich am Wochenende vor einer großen Leinwand
       versammelt, darunter auch viele Familien mit Kindern. Von einer Bühne herab
       hämmerte Erdoğan seinen Anhängern ein, bei der Kommunalwahl Ende März
       unbedingt seine AKP zu wählen. Die Szene ist in einem Video zu sehen, das
       die türkische Zeitung Sözcü veröffentlichte.
       
       Es zeigt, wie auf der Großleinwand neben der Bühne das berüchtigte Video
       abläuft, das alle Welt versucht, aus der Öffentlichkeit zu verbannen.
       Tausende Menschen in Tekirdağ schauen zu, wie der mutmaßliche Mörder die
       Moschee betritt und zu töten beginnt.
       
       Dann plötzlich erscheint der türkische Oppositionsführer Kemal Kılıçdaroğlu
       auf der Leinwand. Gezeigt wird eine kurze Sequenz, in der Kılıçdaroğlu in
       einem ganz anderen Zusammenhang sagt: „Die Quelle des Terrors ist die
       islamische Welt“. „So sieht die türkische Opposition aus“, ruft Erdoğan.
       „Wie will Kılıçdaroğlu in einem muslimischen Land noch Verantwortung
       übernehmen?“
       
       ## Kopf-an-Kopf-Rennen
       
       „Es ist niederträchtig, dass Erdoğan dieses Video nutzt, nur um noch ein
       paar mehr Stimmen zu bekommen“, sagte der Sprecher der oppositionellen CHP,
       Faik Öztrak. Die AKP liegt Umfragen zufolge in zwei von drei Metropolen des
       Landes weit zurück. In der Hauptstadt Ankara liegt der Oppositionskandidat
       bei knapp zehn Prozent vor dem AKP-Kandidaten, in Izmir sogar fast zwanzig.
       In Istanbul gibt es ein knappes Rennen: Dort führt der AKP-Kandidat mit
       einem Prozent.
       
       18 Mar 2019
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Wolf Wittenfeld
       
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