# taz.de -- Szene-Kneipe vorerst gerettet: Im queeren „Hafen“ geht’s weiter
       
       > Die Kult-Kneipe im Nollendorfkiez darf bleiben – vorerst für ein Jahr.
       > Ein Beweis, dass Aufmucken manchmal doch gegen Gentrifizierung hilft.
       
 (IMG) Bild: Quasi ein Beweisfoto: Die queere Kneipe „Hafen“ gibt es schon 28 Jahre lang (das hier ist ein Foto von 1992). Und jetzt noch ein Jahr länger
       
       High-Five auf Solidarität: [1][„Hafen Berlin schließt“] ist bei Google
       schon die Nummer eins der Autovervollständigung. Doch die Kneipe in
       Schöneberg muss doch nicht dichtmachen – zumindest nicht dieses Jahr. Die
       Reaktionen auf die Ankündigungen der Betreiber, den Hafen schließen zu
       müssen, haben eine große Solidaritätswelle ausgelöst. Daraufhin hat der
       Hauseigentümer entschieden, den Mietvertrag um ein weiteres Jahr zu
       verlängern. „Eine Atempause, eine vorläufige Erleichterung“, nennt Ulrich
       Simontowitz, Betreiber des Hafen, das, „und schon einmal viel mehr als die
       absurde Forderung, unseren Hafen am 3. Januar 2019 trockenlegen zu sollen“.
       
       Mitte des letzten Monats hatte Simontowitz angekündigt, den Hafen schließen
       zu müssen, nachdem der Mietvertrag zur Verlängerung eigentlich schon
       unterschriftsreif war – der Vermieter die Vertragsverlängerung aber
       plötzlich zurückgezogen hat. Zur Soli-Party am 3. Januar waren zwar weniger
       als die erwarteten 1.600 Unterstützer*innen gekommen.
       
       Doch vom Kultursenator Klaus Lederer (Linke) über die queerpolitischen
       Sprecher*innen der Berliner SPD, den Grünen und den Linken bis hin zum
       CDU-Bundestagsabgeordneten Jan-Marco Luczak aus Tempelhof-Schöneberg hatten
       viele Menschen öffentlich Stimmung gegen das Aus gemacht und den Vermieter
       aufgefordert, seine Haltung zum Hafen zu überdenken. Offenbar mit Erfolg.
       
       ## Keine unbefristete Bestandsgarantie
       
       Ausruhen kann sich Simontowitz trotzdem nicht, ist die langfristige
       Perspektive doch alles andere als sicher. Der Hafen hat eine einjährige
       Mietverlängerung bekommen – aber eben keine unbefristete Bestandsgarantie.
       
       Dabei sei so etwas in der Art dringend nötig, sagte Ulrich Simontowitz im
       Gespräch mit der taz. „Denn wenn ich so sehe, dass die schwule Szene in
       Hamburg oder München so zusammengebrochen ist, dann tut das schon weh. Das
       ist mehr als ein Ort zum Saufen, für den wir da kämpfen, das ist eine
       wertvolle Struktur.“
       
       Und ein potenzieller Nachmieter für den Hafen war auch schon gefunden. Der
       Betreiber von weiteren queeren Locations in Schöneberg hatte Simontowitz
       überboten und wollte den Hafen mitsamt seinem Portfolio übernehmen. Ob er
       sich nun ebenfalls zurückzieht und dem Hafen seinen Raum lässt, ist nicht
       klar.
       
       „Wir werden euch auf dem Laufenden halten! Und wir hoffen, dass ihr
       weiterhin mit so viel Energie und Liebe mit uns lauft, wie ihr es bisher
       getan habt“, schreibt das Hafen-Team auf Facebook. „Ihr habt uns unendlich
       im Herzen berührt. Danke.“
       
       13 Jan 2019
       
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