# taz.de -- Nach den Midterm-Wahlen in den USA: Doch keine schwarzen Gouverneure
       
       > Die Neuauszählung in den US-Bundesstaaten Georgia und Florida sind durch.
       > Ohne Erfolg für die Demokraten Stacey Abrams und Andrew Gillum.
       
 (IMG) Bild: Diese Demokratinnen können es nicht glauben: Sieg der Republikaner in Florida
       
       [1][Stacey Abrams, die Demokratin, die in das Gouverneursamt von Georgia
       strebte], hat aufgegeben. In einer kämpferischen Rede in Atlanta vermied
       sie zwar das Wort „Wahlsieg“ für den Republikaner Brian Kemp. Stattdessen
       sagte sie, dass es trotz Wahlmanipulationen keinen realistischen Weg mehr
       zu ihrem Einzug in das Amt gebe. Sie fügte hinzu: „Die Aushöhlung der
       Demokratie ist nicht richtig.“ Und kündigte an, dass sie weiter für die
       Demokratisierung und für ein Wahlrecht für alle in ihrem Bundesstaat
       arbeiten wird.
       
       Auch in Florida endete die Hoffnung auf einen demokratischen Gouverneur
       nach Abschluss einer maschinellen Neuauszählung des knappen
       Wahlergebnisses. Der [2][demokratische Kandidat und Bürgermeister von
       Tallahassee, Andrew Gillum], gratulierte am Samstag seinem republikanischen
       Widersacher Ron DeSantis. Die Senatswahl im US-Bundesstaat Florida hat der
       Republikaner Rick Scott knapp gewonnen. Laut dem am Sonntag
       veröffentlichten offiziellen Endergebnis erhielt der scheidende Gouverneur
       von Florida 50,05 Prozent, sein demokratischer Kontrahent Bill Nelson 49,93
       Prozent. In dem engen Rennen um den Senatssitz in Florida war eine dritte
       Auszählung der Stimmen per Hand angeordnet worden.
       
       In beiden Südstaaten waren die Ergebnisse der ersten Auszählung der
       [3][Wahlergebnisse der Midterms vom 6. November extrem knapp]. In Georgia
       zogen Bürgerrechtsgruppen für die Auszählung von Stimmen, die wegen
       Hurrikan „Michael“ verspätet eingegangen waren, und für die
       Berücksichtigung sämtlicher Briefwahlstimmen vor Gericht. Aber am
       Wochenende war klar, dass der Vorsprung von Kemp mit 54.823 Stimmen (oder
       1,4 Prozent) zu groß war, um noch überwunden zu werden. Einen Tag nach
       Abrams’ Rede erklärte die neue Staatssekretärin im Kapitol von Atlanta,
       Robyn Crittenden, Kemp zum Wahlsieger.
       
       Kemp selbst hatte sich schon am Wahlabend zum Sieger erklärt. Er hatte im
       Wahlkampf mit einer auf einen jungen Mann gerichteten Schusswaffe für ein
       Video posiert und hatte in einem anderen Werbevideo erklärt, er brauche
       seinen großen Truck, um „Illegale“ einzusammeln und persönlich an die
       Grenze zu Mexiko zu fahren.
       
       ## Aggressive Auftritte von Trump
       
       Vor allen Dingen aber war er seit 2010 der Staatssekretär in Atlanta, der
       für die Ausrichtung und Auswertung von Wahlen zuständig war. Als solcher
       strich er mehr als 1,4 Millionen Namen von den Wählerlisten (darunter
       überproportional viele Angehörige der Minderheiten), er behinderte
       Neueintragungen in die Wählerregister und er schloss 214 Wahllokale (vor
       allem in demokratischen Wahlkreisen). Erst zwei Tage nach den Midterms, in
       denen er zugleich Schiedsrichter und Kandidat war, legte er das Amt nieder.
       
       Präsident Donald Trump hat sowohl Kemp in Georgia als auch DeSantis in
       Florida mit persönlichen Auftritten vor Ort, mit der Entsendung seiner
       Kinder zu Kampagnenauftritten und mit aggressiven Tweets unterstützt. Die
       demokratischen KandidatInnen, [4][Abrams, die jahrelang als
       Oppositionsführerin im Kapitol in Atlanta diente,] und Gillum, der
       Bürgermeister von Floridas Hauptstadt Tallahassee ist, beschimpfte Trump
       als „inkompetent“ und „unqualifiziert“.
       
       Als sie nach den Midterms auf weiteren Auszählungen, beziehungsweise
       Neuauszählungen bestanden, die in beiden Fällen per Gesetz gesichert waren,
       wütete Trump über einen „demokratischen Mob“ und einen „Raub von Stimmen“.
       
       Florida, wo Trump in Mar-a-Lago einen seiner Hauptwohnsitze hat, ist der
       größte Swing State der USA. Wahlergebnisse fallen dort traditionell
       haarscharf aus. Fast alle Meinungsumfragen hatten vor dem Wahltag in dem
       charismatischen und progressiven Gillum den künftigen Gouverneur von
       Florida gesehen. Hingegen wirkte der langjährige Senator Nelson, ein Mann
       aus dem Zentrum der Partei, blass und schwach.
       
       18 Nov 2018
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Gouverneurswahl-im-US-Staat-Georgia/!5543464
 (DIR) [2] /Gouverneurswahlen-in-USA/!5532234
 (DIR) [3] /Nach-den-Midterm-Wahlen-in-den-USA/!5546857
 (DIR) [4] /Gouverneurswahl-im-US-Staat-Georgia/!5543464
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Dorothea Hahn
       
       ## TAGS
       
 (DIR) USA
 (DIR) Midterms
 (DIR) Stacey Abrams
 (DIR) Georgia
 (DIR) Florida
 (DIR) Midterms
 (DIR) Midterm elections
 (DIR) Florida
 (DIR) Midterms
 (DIR) Midterms
 (DIR) Florida
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Trumps Kandidatin in Mississippi: Hyde-Smith gewinnt Senatswahl
       
       Die umstrittene Republikanerin hatte vorab mit einem Hinrichtungskommentar
       für Aufruhr gesorgt. Dennoch siegt sie in Mississippi und stärkt Trumps
       Konservative.
       
 (DIR) Trumps Kandidatin in Mississippi: Öffentliches Hängen findet sie witzig
       
       Cindy Hyde-Smith fiel mit rassistischen Bemerkungen auf. Die Stichwahl in
       Mississippi entscheidet, ob die Republikanerin in den Senat kommt.
       
 (DIR) Kommentar Wahl in Georgia und Florida: Eine linke Mehrheit ist möglich
       
       In Georgia und Florida haben zwar Reaktionäre die Wahl gemacht. Doch die
       linken Kandidaten waren erstaunlich erfolgreich. Das macht Hoffnung.
       
 (DIR) Nach den Midterm-Wahlen in den USA: Neuauszählung in Florida
       
       Mehrere Tage ist die US-Wahl her, aber vorbei ist sie noch nicht. In
       Florida wird zweimal neu ausgezählt, weil die Ergebnisse so knapp sind –
       Trump passt das gar nicht.
       
 (DIR) Nach den Midterm-Wahlen in den USA: Wenn Stimmen nichts zählen
       
       In den US-Staaten Georgia und Florida haben Republikaner einen Wahlsieg
       über linke Demokraten gefeiert. Dabei ging es dubios zu.
       
 (DIR) Florida bei den Midterm-Wahlen: Amerika im Kleinen
       
       Florida gilt als Mikrokosmos, der vorwegnimmt, was im Rest der USA
       passiert. Erneut wird ein Republikaner in den Gouverneurspalast einziehen.