# taz.de -- Aufnahme syrischer Zivilschützer: Linke streitet über Weißhelm-Asyl
       
       > Deutschland will acht Mitglieder der syrischen Zivilschutzorganisation
       > Weißhelme mit Familien aufnehmen. Die Linke ist darüber uneins.
       
 (IMG) Bild: Von israelischen Soldaten in Sicherheit gebracht: Weißhelme
       
       BERLIN taz | Die Linken-Bundestagsabgeordnete Heike Hänsel hat sich gegen
       die Aufnahme syrischer Weißhelme in Deutschland ausgesprochen. In einer
       Pressemitteilung unter der Überschrift „Asyl für Julian Assange, nicht für
       syrische ,Weißhelme' “ schrieb Hänsel am Montag: „Die ,Weißhelme‘ sind die
       einzigen ,humanitären Helfer', die mit Kameras auf dem Kopf arbeiten und
       das Leid der Menschen zu Propagandazwecken missbrauchten oder sogar
       fingierte Rettungsaktionen organisierten. Es ist völlig widersprüchlich,
       dass Innenminister Horst Seehofer einerseits islamistischen Terror
       bekämpfen und andererseits diese Unterstützer islamistischer Terrormilizen
       in Deutschland aufnehmen will.“
       
       Hänsel leitet den Arbeitskreis Außenpolitik der Linken-Bundestagsfraktion
       und gehört zum orthodoxen Flügel der Partei. In ihren Stellungnahmen zum
       Krieg in Syrien verurteilt sie vor allem die westliche Einmischung; Kritik
       an Russlands oder Assads Politik findet man bei ihr kaum. Ihre jetzige
       Pressemitteilung ähnelt der Reaktion des syrischen Staatsfernsehens auf die
       Rettung der Weißhelme, das von einem „Skandal“ sprach.
       
       Stefan Liebich, außenpolitischer Sprecher der Fraktion, widersprach Hänsel:
       „Ich freue mich, dass nach Verhandlungen mit Russland, den USA und Israel
       eine Lösung gefunden worden ist und Menschen aus Syrien eine Aufnahme in
       Deutschland gewährt wird“, sagte Liebich der taz. „Ich weiß, dass es um die
       Weißhelme eine lange Kontroverse gibt, begrüße aber die Aufnahme aus
       humanitären Gründen.“ Den Fall von Julian Assange und den der Weißhelme
       solle man nicht miteinander vermischen.
       
       Die Bundesregierung hatte der Aufnahme von acht Weißhelmen samt ihren
       Familien in Deutschland zugestimmt. Sie waren zusammen mit mehreren Hundert
       anderen am Wochenende in einer spektakulären Aktion über israelisches
       Gebiet aus Syrien evakuiert worden. Deutschland und andere westliche
       Staaten haben die Weißhelme finanziert, die in den Rebellengebieten
       Zivilschutz leisten und nach Bombardements Verschüttete unter Trümmern
       bergen. 2016 erhielten sie den Alternativen Nobelpreis. Kritiker auch aus
       dem Westen hatten ihnen wiederholt die Zusammenarbeit mit islamistischen
       Milizen vorgeworfen.
       
       24 Jul 2018
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Martin Reeh
       
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