# taz.de -- Kommentar Abgesagtes Vor-WM-Spiel: Messi diente nur als Symbol
       
       > Argentinien sagt das Freundschaftsspiel gegen Israel vor der WM in
       > Russland ab. Dahinter steckte eine fiese Kampagne gegen Fußballstar
       > Lionel Messi.
       
 (IMG) Bild: Fiese Kampagne: Der Palästinensische Fußballverband forderte das Verbrennen von Messi-T-Shirts
       
       Dschibril Radschub ist nicht nur Präsident des Palästinensischen
       Fußballverbandes, er will auch bald das politische Erbe des
       Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas antreten. Wer solche Pläne hat, muss
       punkten, und die Chance auf einen Erfolg erblickte Radschub, als der
       Israelische Fußballverband ein simples Freundschafts- und
       WM-Vorbereitungsspiel gegen Argentinien von Haifa nach Jerusalem verlegte.
       Wer denkt, wie Radschub denkt, sieht darin sofort eine Provokation.
       
       Nun mag es sein, dass auf israelischer Seite Überlegungen zur [1][Stärkung
       des Standings Jerusalems] eine Rolle spielten, aber schon die Ansetzung in
       Haifa dürfte einem wie Radschub ein Ärgernis gewesen sein.
       
       Bei Argentinien spielt schließlich Lionel Messi, der beste und beliebteste
       Fußballer der Gegenwart. Entsprechend gibt es Millionen Messi-Trikots,
       Messi-Poster und Messi-T-Shirts, auch bei palästinensischen Jugendlichen.
       Auf das Symbol Messi hatte es Radschub abgesehen. Also fokussierte sich die
       ganze Kampagne um das [2][letztlich abgesagte Länderspiel] ganz auf die
       Person Messi, die mit der Entscheidung, wo die Partie stattfindet, nichts
       zu tun hat. Radschub forderte sogar das Verbrennen von Messi-Fotos und
       Messi-T-Shirts.
       
       Die Botschaft kam an, bei der Begründung der Absage ist von Drohungen
       speziell gegen Messi die Rede. Herr Radschub wusste, was zu tun ist, er
       dankte „den argentinischen Spielern, angeführt vom Star Messi“. Dass es
       Radschub und seinen Leuten bei dieser Kampagne nur um Messi ging, den sie,
       wie unseriös und verquast auch immer, zu einem Symbol machen wollen, das
       auf keinen Fall mit Freundschaft zum jüdischen Staat in Verbindung gebracht
       wird, ist kaum zu übersehen.
       
       Mit der Forderung nach Anerkennung Ostjerusalems als Hauptstadt einer
       künftigen „Republik Palästina“ hatte die Kampagne definitiv nichts zu tun:
       Das Stadion, in dem das nun abgesagte Freundschaftsspiel gegen Argentinien
       stattfinden sollte, liegt im wirklich unumstritten israelischen Westteil
       Jerusalems.
       
       6 Jun 2018
       
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