# taz.de -- Rechtsextreme in der Bundeswehr: Sie dienen Deutschland nicht mehr
       
       > Seit 2011 wurden bei der Bundeswehr 89 Rechtsextreme und 24 Islamisten
       > überführt. Die Zahl der rechtsextremen Verdachtsfälle ist deutlich
       > gesunken.
       
 (IMG) Bild: Marschieren wieder mal Nazis mit? Nein, sagt der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels, man passe auf
       
       Berlin afp | Die Bundeswehr hat seit dem Jahr 2011 in ihren Reihen 89
       Rechtsextremisten und 24 Islamisten überführt. In drei Fällen laufen noch
       Verfahren, alle anderen Verdächtigen wurden vorzeitig entlassen oder
       schieden aus dem Dienst aus, wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums
       am Samstag bestätigte. Zunächst hatten die Zeitungen der Funke Mediengruppe
       darüber berichtet.
       
       Mit der Aussetzung der Wehrpflicht 2011 sei sowohl die Zahl der
       Verdachtsfälle als auch die der erkannten Rechtsextremisten in der
       Bundeswehr „deutlich zurückgegangen“, erklärte der Vizepräsident des
       Militärischen Abschirmdienstes (MAD), Flotillenadmiral Michael Kulla, den
       Funke-Zeitungen.
       
       Nach den Angaben des Verteidigungsministeriums, die sich auf den Zeitraum
       bis Mai 2018 beziehen, halbierte sich die Zahl der Verdachtsfälle mit
       rechtsextremem Hintergrund von ursprünglich 600 im Jahr auf
       durchschnittlich 300.
       
       Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels (SPD) sagte den Funke-Zeitungen,
       „die Bundeswehr will keine Nazis in ihren Reihen. Wenn man sie von
       vornherein rausfischen kann, umso besser.“ Die Bundeswehr schaue genauer
       hin als viele andere staatliche Organisationen.
       
       Seit Juli 2017 führt der MAD dem Zeitungsbericht zufolge erstmals bei allen
       Bewerbern der Bundeswehr vor Einstellungen eine Sicherheitsüberprüfung
       durch, laut Ministerium in mehr als 15.000 Fällen. Im Ergebnis sei demnach
       mehreren Personen aufgrund eines extremistischen Hintergrundes der Eintritt
       in die Bundeswehr – und damit auch der Zugang zur Ausbildung an
       Kriegswaffen – verwehrt worden.
       
       Insgesamt gab es den Angaben zufolge seit 2011 rund 300 Verdachtsfälle von
       Islamismus bei der Bundeswehr, von denen sich 200 nicht bestätigt hätten.
       In 76 Fällen verließen die Verdächtigen demnach die Truppe, bevor der
       Verdacht zweifelsfrei geklärt werden konnte. Als Linksextremisten wurden
       demnach von 2008 bis 2018 nur 15 Bundeswehr-Angehörige bewertet, seit 2011
       sogar nur in einem einzigen Fall.
       
       26 May 2018
       
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