# taz.de -- Kolumne Nullen und Einsen: Ääh … lass mal nen Podcast machen!
       
       > Auf einmal reden alle über Podcasts. Und in Podcasts. Was soll das? Das
       > besprechen wir, natürlich, in einem Podcast. Hier die Mitschrift.
       
 (IMG) Bild: Reden, einfach reden
       
       Däb-Däbärä. Däb-Däbädä. 
       
       Michael Brake: Hallo! Das war der Jingle. Hier ist der Podcast. Das, ähm,
       ist die allererste Folge vom neuen Nullen-und-Einsen-Podcast. Zum Thema…
       Podcast. Und, äh, mein Name ist Michael Brake und ich hab heute auch Gäste
       da, und zwar … wollt ihr euch mal kurz vorstellen?
       
       Michael Brake: Ja, ich bin Michael Brake. Ich, ähm, freu mich total hier zu
       sein. Ähm. Ich mach bei der taz so ne [1][Kolumne über Online-Themen]. Ich
       glaub das ist der Grund warum ich eingeladen wurde.
       
       Michael Brake: Ja. Ich bin auch Michael Brake und ich glaub ich bin einfach
       hier, weil wir befreundet sind, oder? Und weil du glaubst, dass ich was zum
       Thema zu sagen habe.
       
       M: Ja, genau, das ist der Fall! Ähm, ja. Ich find's super, dass ihr hier
       seid. Ich hab's ja schon gesagt: Es soll heute um Podcasts gehen. Michael,
       was ist der letzte Podcast, den du so gehört hast?
       
       M: Ja, also ich hab mich vorbereitet und deswegen hab ich mir ein paar
       Podcasts bei, ähm, [2][der Süddeutschen] angehört und [3][bei Zeit Online],
       es gibt jetzt ja ganz viele Podcasts von Medienhäusern.
       
       M: Fandste gut?
       
       M: Ging so … also. Ich find's n bisschen komisch, dass ganz oft Leute
       Podcasts einsprechen, die eigentlich gar nicht, ähm … reden können, also
       das ist … aber dazu kommen wir später, oder?
       
       M: Erstmal, Michael. Was hast du als Letztes gehört?
       
       M: Ich, äh, [4][den Endlich-Podcast], das ist ein Podcast, wo es um das
       Thema Tod geht. Ähm. Oder zumindest hab ich reingehört, ich hab es nicht so
       ganz, ähm, durchgehalten, muss ich ehrlich sagen.
       
       M: Warum?
       
       M: Ich fand's irgendwie schwierig, den Dialogen zu folgen, die Stimmen
       waren sich sehr ähnlich. Ähm. Das finde ich generell ein bisschen komisch
       und auch dass die Leute ständig, also das ist ja alles ungeschnitten bei
       Podcasts. Ich glaube, das ist so die Idee, oder?
       
       M: Ja, das ist, glaub ich, so die Idee. Das ist die Idee, genau, da sind
       wir jetzt auch schon voll im Thema drin. Was macht einen Podcast aus, wo
       kommt das her, vielleicht ein kurzer Abriss …
       
       M: Ähm, welcher Michael spricht jetzt eigentlich gerade?
       
       M: Ich. Ich bin jetzt gerade. Also der erste, der Moderator-Michael. Ich
       find's total interessant, Podcasts ist so ne Sache, die kam für mich 2005
       ungefähr auf, oder 2006, ich weiß nicht, in der selben Welle, wie die Blogs
       halt auch aufkamen, bloß eben dass die Leute ohne Medienausbildung nicht,
       äh, über ihre Leben geschrieben, sondern erzählt haben. Ääääh, und
       irgendwie war das ne Revolution damals. Und seit zwei Jahren ist das jetzt
       auch … oder seit einem Jahr, dass alle Medienhäuser Podcasts so entdecken,
       als wäre das was ganz Neues. Dabei gibt's die ja schon ganz lange. Michael,
       geht dir das ähnlich?
       
       M: Ja. Ja, doch. Das ist mir auch aufgefallen. Find ich auch ein
       interessantes Ding. Ähm. Im Prinzip kann man jetzt ja auch ganz schlecht
       sagen, was der Podcast ist, weil verschiedene Medienhäuser machen das ganz
       verschieden.
       
       M: Also darum soll es heute so vor allem gehen. Um diese neue
       Podcast-Welle, bei den Medienhäusern, aber auch so generell. Und ich finde
       das tatsächlich ganz interessant dass … ähm … jetzt hab ich ein bisschen
       den Faden verloren … naja, haha.
       
       M: Haha. Kenn ich! Aber ich kann mal vielleicht kurz einsteigen. Ich find's
       nämlich auch tatsächlich spannend, dass … die Idee von Podcasts wird schon
       beibehalten, man nimmt ziemlich ungeschnitten auf, was passiert. Man setzt
       sich hin und redet über was. Mit natürlich Leuten, die sich auf irgendeine
       Art und Weise vorbereitet haben, aber … eben … ohne Skript, in der Regel.
       
       M: Was schon irre ist, ne? Bei Artikeln achten wir ja voll drauf, dass es …
       also Höchstlängen helfen ja, damit es nicht so verlabert ist.
       
       M: Ja, total. Und hier eben so: ungeschnitten. Und wenn es ein Skript gibt,
       dann wird es eben auch nicht so richtig gut vorgelesen, weil die Leute, die
       das machen, das sind keine ausgebildeten Radioleute, sondern das sind
       äääheher so gute Amateure. Und das ist eigentlich ne ganz schöne Idee, bei
       der echten, originalen Podcast-Idee fand ich das damals irgendwie ganz
       schön, dass eben jeder das machen kann. Aber es ist … eben auch amateurhaft
       einfach.
       
       M: Die meisten Leute können auch einfach nicht so richtig, äh, flüssig am
       Stück Geschichten erzählen. Jeder, der versucht hat mal ein Fußballspiel zu
       kommentieren für sich, hat gemerkt, das ist to-tal schwierig. Und warum
       soll das irgendwen interessieren? Oder beziehungsweise, wie soll man dabei
       bleiben, wenn die Leute eben gar nicht … gar nicht sooo große
       Storytelling-äh-Qualitäten haben.
       
       M: Ja, ist mir auch aufgefallen. Find ich total verrückt. Aber, es scheint
       ja zu funktionieren. Alle machen es gerade … aber naja, gut. Nächstes Jahr
       macht es wieder keiner mehr, es haben ja auch alle Videos gemacht ne
       Zeitlang. Die taz hat noch nicht mit Podcasts angefangen, die fängt
       vermutlich 2019 damit an. Aber ich find's auch wirklich manchmal ganz
       komisch wie die Leute, äh … also glauben die Menschen wirklich, sie sind so
       interessant, dass ihnen jeder zuhören will?
       
       M: Vermutlich … glauben sie das. Oder es ist ihnen auch egal und sie
       denken, wir machen das einfach und es ist ja auch schön, dass Menschen was
       ausprobieren, oder?
       
       M: Find ich, ja. Doch, das find ich auch schön.
       
       M: Das find ich super.
       
       M: Tatsächlich, ähm, also es gibt auch, natürlich, also bevor wir hier
       alles über einen Kamm scheren. Es gibt richtig gute Podcasts von Leuten,
       die das wirklich gut können. Also … die dann auch interessante
       Gesprächspartner haben, die gute Gespräche führen, ich find's aber schon
       immer irre, wie schwer es ist, dem … dauerhaft zuzuhören, weil es sie immer
       so wahnsinnig abschweifen und man denkt: Wo willst du gerade hin? Ach so,
       das weißt du selbst nicht, klar, das ist ja alles ein Prozess.
       
       M: Wobei, da wirfst du jetzt die so klassischen Podcasts und die
       Mediendinger schon in einen Topf. Die bleiben schon beim Thema eigentlich.
       
       M: Aber das machen wir doch schon die ganze Zeit!
       
       M: Ähm, jedenfalls, ich find's … ich find's persönlich sehr schwierig und
       ich kann diese Welle nicht ganz nachvollziehen, aberähm, na klar, ist es
       wahrscheinlich auch total spannend, was die Leute machen.
       
       M: Ja. Ein schönes Fazit. Jetzt, ähm, ist unsere Zeit auch schon
       abgelaufen. Das war er also, der allererste Nullen-und-Einsen-Podcast. Ich
       freu mich total, dass ihr hiergewesen seid. Michael.
       
       M: Danke, ja, Michael. Schön dass du mich eingeladen hast. Ich fand's auch
       super. Es war voll die Erfahrung für mich, jetzt mal so einen Podcast
       einzusprechen. Und ähm …
       
       M: Ja. Dir auch vielen Dank, Michael.
       
       M: Ja, vielen vielen Dank. Vielen Dank, ja.
       
       M: Und jetzt den Jingle nochmal bitte.
       
       Däb-Däbärä. Däb-Däbädä.
       
       24 Apr 2018
       
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