# taz.de -- Pazifik-Handelsabkommen TPP: Zusammenschluss ohne die USA
       
       > Elf Länder unterzeichnen das Nachfolgeabkommen CPTPP. Es senkt Zölle oder
       > schafft sie ganz ab und soll so Unternehmen den Marktzugang erleichtern.
       
 (IMG) Bild: In Santiago, Chile, protestierten Aktivisten gegen das Abkommen
       
       Santiago de Chile dpa | Nach der Absage der USA an das geplante
       Pazifik-Handelsabkommen [1][TPP] machen die verbliebenen Länder nun Ernst.
       Regierungsvertreter aus Kanada, Japan, Australien, Neuseeland, Mexiko,
       Chile, Peru, Vietnam, Malaysia, Brunei und Singapur unterzeichneten am
       Donnerstag in Santiago de Chile das Nachfolgeabkommen CPTPP (Comprehensive
       and Progressive Trans Pacific Partnership/Umfassende und Fortschrittliche
       Transpazifische Partnerschaft).
       
       „Der Vertrag setzt ein wichtiges Zeichen gegen den protektionistischen
       Druck“, sagte Chiles Außenminister Heraldo Muñoz. CPTPP stehe für eine dem
       Handel offene Welt, ohne einseitig ausgesprochene Sanktionen oder
       Androhungen eines Handelskrieges.
       
       Gemäß seiner „Amerika zuerst“-Politik hatte sich US-Präsident Donald Trump
       kurz nach seiner Amtseinführung aus dem bereits fertig ausgehandelten
       Abkommen für eine Transpazifische Partnerschaft (TPP) zurückgezogen. Damit
       verlor der Pakt seinen wichtigsten Akteur und schrumpfte deutlich zusammen.
       
       Die übrigen Staaten stehen aber immer noch für 13,5 Prozent der weltweiten
       Wirtschaftskraft – insgesamt rund zehn Billionen US-Dollar. Etwa 480
       Millionen Menschen leben in dem neuen Binnenmarkt. Schwergewicht unter den
       Partnerländern ist nun die weltweit drittgrößte Volkswirtschaft Japan.
       
       Durch das Freihandelsabkommen CPTPP wird der Marktzugang für Unternehmen
       erleichtert. So werden zahlreiche Zölle abgeschafft oder gesenkt.
       Langfristig sollen sich die Volkswirtschaften der beteiligten Länder
       stärken integrieren und Wertschöpfungsketten über die Grenzen hinweg
       entstehen. „Es wird zum Nutzen aller Partner sein“, hatte Kanadas
       Premierminister Justin Trudeau zuletzt beim Weltwirtschaftsforum in Davos
       gesagt.
       
       Ganz zuschlagen wollen die elf Vertragspartner den USA die Tür noch nicht.
       So wurden 22 von insgesamt über 1.000 Regelungen zunächst ausgesetzt. Dabei
       handelt es sich vor allem um Bestimmungen zum geistigen Eigentum, auf denen
       die Vereinigten Staaten bei den TPP-Verhandlungen bestanden hatten. Sollten
       die USA später doch noch mitmachen wollen, könnten die Regeln wieder in
       Kraft gesetzt werden.
       
       9 Mar 2018
       
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