# taz.de -- Regierungsbildung in Nordirland: Gespräche gescheitert
       
       > Die irisch-nationalistische Sinn Féin und die probritische DUP können
       > sich nicht einigen. Zu den Streitpunkten gehörten die gälische Sprache
       > und die Ehe für alle.
       
 (IMG) Bild: Kein Verhandlungserfolg für die Sinn-Fein-Chefin Mary Lou McDonald und ihre Vize Michelle O'Neill
       
       London ap | Der Versuch einer Regierungsbildung in Nordirland ist am
       Mittwoch gescheitert. Beide Seiten, die irisch-nationalistische Sinn Féin
       und die probritische DUP, machten sich gegenseitig dafür verantwortlich.
       Erst am Montag hatten die britische Premierministerin Theresa May und ihr
       irischer Kollege Leo Varadkar in Belfast mit den Parteien verhandelt
       [1][und sich positiv über die Erfolgsaussichten geäußert].
       
       Zu den Streitpunkten gehörten der Status der gälischen Sprache und
       gleichgeschlechtliche Ehen, die in der Republik Irland und dem Rest
       Großbritanniens erlaubt sind. Sinn Féin will sie auch in Nordirland
       einführen, die DUP ist dagegen.
       
       Die Machtteilung zwischen protestantischen Unionisten und katholischen
       Nationalisten in Nordirland ist einer der wichtigsten Punkte des
       Karfreitagsabkommens vom April 1998, das einen jahrzehntelangen Bürgerkrieg
       beendete. Die darin festgelegte gemeinsame Regierung zerbrach vor gut einem
       Jahr am Streit um ein skandalumwittertes Energieprojekt. Seither ist
       Nordirland ohne eigene Regionalregierung.
       
       Alltägliche Aufgaben des Staates werden seit 13 Monaten von Behörden unter
       direkter Aufsicht Londons erledigt, richtungweisende politische
       Entscheidungen und Ausgabenplanungen aufgeschoben. Die britische
       Nordirlandministerin Karen Bradley sagte, in Abwesenheit einer
       Regionalregierung müssten nun unumgängliche Entscheidungen für Nordirland
       in London getroffen werden.
       
       15 Feb 2018
       
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