# taz.de -- Australisches Geflüchtetenlager: Menschenrechte verletzt
       
       > Den Geflüchteten, die auf der Insel Manus interniert waren, steht eine
       > Entschädigung zu. Das hat der oberste Gerichtshof Papua-Neuguineas
       > entschieden.
       
 (IMG) Bild: Unrechtmäßig interniert: Geflüchtete auf der Insel Manus
       
       Port Moresby dpa | Der oberste Gerichtshof des Pazifikstaats
       Papua-Neuguinea hat entschieden, dass den Flüchtlingen des ehemaligen
       australischen Lagers auf der Insel Manus eine Entschädigung zusteht. Ihre
       Menschenrechte seien durch [1][unrechtmäßige Internierung] verletzt worden,
       urteilte das Gericht mit Sitz in der Hauptstadt Port Moresby am Freitag.
       Die Entscheidung ebnet den Weg für konkrete Klagen auf Entschädigung der
       Geflüchteten gegen die australische Regierung.
       
       „Dies ist ein großer juristischer Sieg für die Asylsuchenden von Manus. Die
       australische Regierung wird politisch und finanziell bezahlen“, sagte Ian
       Rintoul, Sprecher der australischen Geflüchtetenorganisation Refugee Action
       Coalition.
       
       In das Lager waren Geflüchtete gebracht worden, die versucht hatten,
       Australien per Boot zu erreichen. [2][Die australische Regierung lehnt es
       ab, diese Menschen aufzunehmen.] Papua-Neuguinea hatte sich gegen Bezahlung
       dazu bereiterklärt, das Auffanglager einzurichten. [3][Es wurde im November
       geräumt], nachdem der oberste Gerichtshof das Arrangement für illegal
       erklärt hatte.
       
       Was mit den zuletzt verblieben Geflüchteten geschieht, ist offen. Die USA
       hatten sich noch unter Barack Obama [4][dazu bereiterklärt, einen Teil von
       ihnen aufzunehmen]. Knapp 200 Geflüchtete sollen im Januar in die USA
       gebracht werden, wie der britische Guardian am Freitag berichtete.
       
       15 Dec 2017
       
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